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Fotos: Tomatissimo

Tomatissimo

Am Tie 15
33619 Bielefeld
0521-163333

aktualisiert: 02 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Sa ab 18 Uhr, So von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 24-63 €,
Menüs: 74-115 €

In der keinen Ortschaft Dornberg, die einige Kilometer westlich von Bielefeld liegt und wo es sehr beschaulich zugeht, betreibt der ursprünglich aus Bayern stammende, aber längst in Ostwestfalen beheimatete Gastronom und Küchenchef Bernhard Grubmüller schon seit vielen Jahren ein sehr attraktives Gasthaus mit mediterranem Charme. Seit 26 Jahren bekocht er die offen ineinander übergehenden Gasträume dieser kulinarisch ambitionierten Dorfwirtschaft und vor 8 Jahren ist er auch unternehmerisch der Patron des Tomatissimo geworden. Er verwirklicht hier eine Küche, die wie gesagt sehr mediterran daherkommt und die einerseits absolut zugänglich und unverfänglich ist, andererseits aber auch erfrischend originell.

Mit einer kleinen hausgebackenen Taco-Shell, gefüllt mit einem fleischlosen und trotzdem sehr fleischig anmutenden „Rindertatar“ nebst Dattelcreme, sowie einem rahmigen Blaukraut-Schaumsüppchen mit Pistazien und Dukkah, stellte das Team zuletzt gleich mal unter Beweis, dass es auch gute vegetarische Ideen hat. Mit dem „Wildtello Spada“ gelang es dann zur Vorspeise nicht minder einfallsreich und zudem sehr stimmig, das altbekannte Vitello-Tonnato-Thema grundlegend zu renovieren: mit Scheiben von rosa gebratenem Hirschkalbrücken statt Kalbfleisch, einer Creme von mild geräuchertem Schwertfisch statt Thuna, eingelegten Kapernblättern statt Kapernknospen, sowie warmwürzigen Perlzwiebeln, die mit ihren weihnachtlichen Anklängen perfekt zum Wild passten. Ergänzt um ein paar kleine fleischige Schwertfischwürfel und etwas Bronzefenchel war das ein absolut gelungener Auftakt, der die Bewertung gleich zu Beginn dick untermauern konnte.

Mit welch leichter Hand hier bisweilen gekocht wird, so dass selbst Pasta-Gerichte wie die Kürbis-Ravioli mit Haselnuss-Salbei-Butter und Ricotta salata zu einer fast schwerelosen Angelegenheit werden, ist bemerkenswert. Die hauchdünnteigige Pasta mit ihrer cremig fließenden Füllung war auf der mit zerstoßenen Haselnusskernen vermengten Buttersauce ausgebreitet, die ein angenehm markantes Salbeiaroma auf dem Teller verbreitete. Ein Kaffeeöl verlieh dem Ganzen außerdem raffinierte herbe Hintergrundwürze und frittierte krosse Salbeiblätter sowie schmelzige Hobel vom gereiften Ricotta weitere gewinnbringende Facetten. Das ging schon fast in Richtung 7 Pfannen.

Mit etwas gröberem Pinselstrich gezeichnet, aber als solches auch nicht minder reizvoll, war der zupackende Fischgang rund um kross auf der Haut gebratenen Kabeljau, der in Gesellschaft von gerösteten Flower Sprouts und einer Rolle aus akkurat gefertigten dünnen „Tagliolini“ aus Kartoffelstreifen im Carbonara-Style mit krossem Speck auf einer cremig-fruchtigen roten Paprikasauce badete.

Die Teller sind nicht übermäßig verspielt, eher klar, gegenständlich und geradlinig konzipiert, aber sehr akkurat in der Ausführung und immer mit einem gewissen aromatischen Twist. So wie auch der Hauptgang um saftig-eigenaromatische Entenbrust mit rosa Fleisch und knuspriger Haut, die in wieder wohltuend reduzierter Begleitung von Steckrübencreme und Würfeln von gepickelter Steckrübe auf einem goldbraun-grünen Spiegel aus Brombeerjus auf Entenbasis und einer herben Brunnenkressesauce angerichtet waren. Die gepickelte Steckrübe, die mit ihrer ebenfalls herben Fruchtigkeit fast schon ein wenig an Quitte erinnerte, brachte dem Gericht den entscheidenden Kniff und erzeugte im Zusammenspiel mit den anderen Komponenten, insbesondere dem Fleisch und der Sauce, einen reizvollen Akkord. Typisch Tomatissimo: da wird auf fast jedem Teller mit verhältnismäßig einfachen Mitteln gekonnt für Raffinesse gesorgt!

Gar nicht mal so einfach präsentierte sich dann allerdings die im Kern mit einem Praliné gefüllte „Tartufo Bianco“-Kugel aus Parfait von Mandeln und Nougat, mit der im Zusammenspiel mit Vanillegipferl-Crumble, einem Eierlikörschaum und Süßholzcreme auf Schlehenbasis wieder eine sehr gute unkonventionelle Idee absolut stimmig umgesetzt wurde. Zur adäquaten Begleitung im Glas listet die Weinkarte ein ansprechendes und sehr fair kalkuliertes Sortiment aus Frankreich, Italien und Spanien, aber auch deutsche Weine namhafter Erzeuger sind darin zu finden.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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