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Fotos: Lodner Genusswerkstatt

Lodner Genusswerkstatt

Imhofstr. 6
89415 Lauingen
09072-95890

aktualisiert: 01 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Sa 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So 12-13.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 28-40 €, Menüs: 65-119 €

Alles neu im Feinschmeckerrestaurant der Lodners in Lauingen, das im Spätsommer 2021 aus dem kleinen Boutiquehotel nach nebenan ins größere Hotel Drei Mohren umgezogen ist und dort ein attraktives modernes Ambiente, einen neuen Namen und einen neuen Küchenchef bekommen hat. So präsentiert sich das ehemalige „Genießerrestaurant Lodner“, das jetzt Genusswerkstatt heißt, seither in einem großzügigen Kreuzgewölbesaal mit Parkettboden, in dem Tische in Rostblechoptik mit olivgrünen Velourssesseln und moderne Bilder für Akzente sorgen. Der neue erste Mann am Herd ist für uns alles andere als ein Unbekannter, hat Tobias Eisele mit seinen Kochkünsten doch einst schon in Schreieggs Post in Thannhausen und dann während der letzten zwölf Jahre in Maximilians Restaurant in Oberstdorf regelmäßig überzeugt. Nun also sorgt er im Team von Gastgeber Alexander Lodner für Konstanz – und für ein hohes kulinarisches Niveau!

Im Gegensatz zur zuletzt relativ reduzierten Speisekarte im Maximilians gibt es in der Genusswerkstatt ein vergleichsweise breites Angebot, das von bodenständigen Mittagsofferten wie Kalbskutteln in Senfsauce, hausgemachte Kalbsmaultaschen mit Rosenkohl und Preiselbeeren oder Klassiker wie Rostbraten und Wiener Schnitzel bis hin zu einer drei Menüs und eine beachtliche Auswahl à la carte umfassenden Abendkarte reicht. Und damit sicher ein relativ breites Publikum anspricht. Mit diesem Pensum lassen sich die einzelnen Zubereitungen im Detail vielleicht nicht ganz so präzise und aufwendig ausarbeiten, wie wenn sich die Köche allabendlich auf nur ein Menü mit wenigen Alternativen konzentrieren können, dem Reiz von Eiseles Küche kann dies jedoch nichts anhaben.

Schon in den vergangenen Jahren hatte es sich zu einem gewissen Markenzeichen entwickelt, dass sehr viele Gerichte in Eiseles Kulinarium mit einer fruchtigen Komponente als Akzent aufwarten. Dies wird nun am neuen Herd in Lauingen fortgeschrieben. Und es gelingt dem Chef und seinem Team im Einzelnen zumeist sehr gut, diese fruchtigen und nicht selten süßen Elemente balanciert ins Geschehen einzubinden und so ausgewogene kontrastreiche Gerichte zu kreieren. In Summe allerdings könnte es bisweilen etwas redundant und ermüdend wirken, wenn sich die Geschmacksbilder in der Gesamtschau zu ähnlich sind. Wir hatten jedenfalls beim jüngsten Besuch ein wenig den Eindruck, dass viele Dinge trotz unterschiedlicher Aromen und Produkte relativ gleich aufgebaut waren.

Der Genussfaktor ist trotzdem äußerst hoch! Es begann nach sehr gutem Sauerteigbrot nebst Gewürzbutter mit einem Amuse um Blumenkohl in unterschiedlichen Zubereitungsarten von cremig bis knackig, die durch einen Grapefruitsud säuerlich-herb erfrischt wurden und in ihrer elegant zurückhaltenden Art ein sehr schöner Auftakt war. Eine qualitativ sehr gute Langustine aus den Tiefen der neuseeländischen Gewässer, die gleich mal unter Beweis stellte, dass hier an den Produkten keinesfalls gespart wird, bekam es bei einer der Vorspeisen mit fermentiertem Rotkohl zu tun und von Mandelcreme und Aprikosengel fruchtig-nussige Akzente zur Seite gestellt. À part in einem Schälchen wurde auch noch eine kleine Nocke intensives Eisenkrauteis mitgeliefert, die sich zwar relativ plakativ, aber als solches nicht unattraktiv ins Geschehen einbrachte.

Etwas eleganter wirkte das Zusammenspiel von Rosenkohl und geräuchertem Hüttenkäse zum formidablen Huchen, der leicht glasig, ebenso zart wie fest, und dabei herrlich reintönig im Geschmack, ebenfalls ein hervorragendes Hauptprodukt war. Hier setzten Granatapfelkerne den fast schon obligatorischen Fruchtakzent und fügten sich mit ihrer milden Säure und dosierten Süße perfekt ins rauchig-kohlige Geschmacksbild ein. Stark auch der fleischige Seeteufel mit Artischocke, Puntarella und einer Art „Risotto“ von Freekeh, unreif geerntetem und geröstetem Weizen, denen ein Blutorangensud nicht bloß mit einem knalligen Farbakzent zur Seite stand, sondern sich auch geschmacklich wieder sehr dynamisch und harmonisch einbringen konnte.

Bei den Fleischgängen wurde sowohl beim Hauptgang aus dem Menü „Kleiner Streifzug durch unsere kulinarische Werkstatt“, als auch bei dem der großen Menüvariante das jeweilige Hauptprodukt in unterschiedlichen Facetten präsentiert. Einmal die Ente aus der Bresse, von der Brust und Keule sowie die separat angekrosste Haut gemeinsam mit einer Entenjus viel Produktcharakter aufs Porzellan brachten – im anderen Fall das Bayrische Weidekalb, das „Von Kopf bis Fuß“, also vom rosa gebratenen Rückenstück, über zart und saftig Geschmortes, ein Stück vom goldgelb colorierten Kalbsbries, bis hin zu warmen Scheiben von der Kalbskopfterrine aufgeboten war. Letzteres begleitet von einer originellen Kraut-und-Rüben-Vielfalt (Haferwurzel, Schwarzwurzel, Kerbelwurzel, Schwarzkohl…), das Geflügel hingegen in Kombination mit Wirsing, Süßkartoffel und Heidelbeere.

Und weil mit einer herbstlichen Dessertvariation um Valrhona-Schokolade, Zwetschge und Hafer sowie einem Nachtisch von Birne, Walnuss und Eisenkraut auch zum Schluss auf unverkrampfte Art Originalität und generell hohes Niveau aufgeboten wurden, steigen wir mit unserer Bewertung guten Gewissens gleich hoch ein. Und sind uns sicher, dass die neue Küche der Genusswerkstatt mit ihrer substanzstarken, durchaus kreativen, aber auch recht bodenständigen Art bei den Feinschmeckern in der Region sehr gut ankommen wird. Dafür, dass auch die Gläser anspruchsvoll gefüllt sind, sorgt der weinverständige Gastgeber mit seinen Empfehlungen und auch die Weinkarte listet sehr viel Gutes aus ganz Europa.

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