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Fotos: Lodner Genusswerkstatt

Lodner Genusswerkstatt

Imhofstr. 6
89415 Lauingen
09072-95890

aktualisiert: 07 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di ab 18 Uhr, Mi-Sa von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 25-39 €,
Menüs: 75-129 €

Die Lodner Genusswerkstatt in Lauingen, seit vielen Jahren eine der wenigen herausragenden Genussadressen in der Region Donau-Ries, konnte bereits im letzten Jahr zeigen, dass hier auch nach dem Weggang von Tobias Eisele nicht weniger ambitioniert aufgekocht wird. Und an diesem Eindruck hatte sich auch beim aktuellen Testbesuch nichts geändert. Nach wie vor ist die Küche von Alexander Lodner und dessen Team geprägt vom mutigen und einfallsreichen Einsatz von Gewürzen, mit denen insbesondere im abends angebotenen, maximal sechsgängigen Menü teils ungewöhnliche Geschmacksmomente geschaffen werden.

Gäste mit konservativerem Geschmack finden dagegen à la carte ein gutes Dutzend ebenfalls souverän zubereiteter Alternativen, die von verschiedenen Pastagerichten bis zum luftig soufflierten Wiener Schnitzel reichen. So ist es ganz den individuellen Vorlieben überlassen, ob die Teller lieber leicht zugänglich und vertraut, oder unkonventionell und überraschend bestückt sein sollen.

Im letzteren Fall zeigte jüngst bereits das Amuse zum Auftakt, dass man hier gerne von ausgetretenen Pfaden abweicht, denn das Team kombinierte einen bildhübsch drapierten Salat von Urkarotte kontraststark mit Kohlrabi, der in Maracuja eingelegt worden war. Etwas Frischkäse und Pilze lockerten die Komposition auf und sorgten außerdem dafür, dass der recht säurebetonte Teller geschickt abgefedert wurde.

Der Linie mit recht experimentellen Einfällen blieb man fast über die gesamte Menüfolge hinweg treu – mal mit besserem, mal mit weniger überzeugenderem Ergebnis. Dabei sind die Ideen im Grunde durchweg gut und nachvollziehbar, nur die Umsetzung wirkt teilweise etwas unbeholfen und nicht so exakt, wie es für eine noch höhere Bewertung notwendig wäre. Ein Beispiel dafür war zuletzt auch die festfleischige, aber etwas trockene Wildgarnele im ersten Gang, die nicht nur mit Lachstatar, Mango und Avocado knallig umspielt, sondern auch noch mit Buttermilch als Aufguss und Eis recht massig überhöht wurde. Das erwies sich in Summe, trotz der vielen Komponenten, zwar noch als überraschend leicht und beschwingt, aber aromatisch dominierten hier die stark säurelastigen Komponenten und ließen speziell dem Lachs wenig Raum.

Deutlich fokussierter und weniger überladen geriet das folgende „Caprese“, wobei die klassische Tomate als obligatorische Komponente gegen Erdbeere ausgetauscht worden war, was für einen pfiffigen frühsommerlichen Effekt sorgte. Textur und Geschmack der Frucht fügten sich zwar nahtlos ein, dafür blieb das Ganze auf Dauer insgesamt etwas eindimensional-schlicht und hätte doch noch den einen oder anderen präzise gesetzten Akzent für mehr Abwechslung vertragen.

Zum Hauptgericht stellte die Küche mit dem Filet vom Schwertfisch ein eher seltenes Hauptprodukt in den Mittelpunkt, das sich zwar grundsätzlich als erfreulich saftig entpuppte, aber leider in der Entfaltung seines Eigengeschmacks von zu viel kräftiger Würze eingeschränkt wurde. Angerichtet war der pfeffrige, zart glasig gebratene Schwertfisch neben kräuterduftigen Bandnudeln und dem sehr knalligen Kontrast von betont säuerlicher Rhabarbersauce und in Malz marinierten Erdbeeren – was in Summe dann eher ein bisschen sperrig und überladen als fein ausbalanciert wirkte. Ganz unabhängig davon, dass der erneute Einsatz von Erdbeere als Fruchtkomponente an dieser Stelle etwas redundant war…

Dafür gab es dann beim Dessert besänftigend gefälligere Töne: Mit einer Komposition rund um Mango und Schokolade in verschiedenen Texturen setzte das Team vor allem auf die in beiden Fällen auffallend hohe Produktqualität und schaffte mit dem bewährten Kontrast aus dunklen Schokoladenaromen und exotischer Fruchtfrische zwar weniger Überraschungsmomente, aber dafür ein ausgewogeneres Gesamtbild.

Und genau das ist dann letztlich auch symptomatisch für die Küche von Alexander Lodner: Einerseits sind die Kreativität und der mutige Einsatz von Gewürzen lobenswert und machen ganz wesentlich den Reiz der Küche aus. Andererseits sorgt aber genau diese ungestüme Kreativität, immer dann, wenn es am nötigen Feinschliff fehlt, auch für die schwächeren Momente im Menü.

So überzeugen unterm Strich doch eher die etwas braver und geradliniger angelegten Gerichte. Aber: Wenn das Team den Blick auf Details noch etwas weiter schärfen und aromatisch genauer arbeiten würde, hätte der typische Lodner-Stil ganz klar auch das Potential für eine noch höhere Bewertung. Wir sind jedenfalls gespannt auf den nächsten Besuch und freuen uns schon jetzt auch wieder auf die mit viel Sachverstand von Alexander Lodner zum Menü empfohlenen Weine.

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