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Fotos: Lodner Genusswerkstatt

Lodner Genusswerkstatt

Imhofstr. 6
89415 Lauingen
09072-95890

aktualisiert: 04 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di ab 18 Uhr, Mi-Sa von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 25-39 €,
Menüs: 75-129 €

Es ist schon ein beachtliches Ensemble, das Alexander Lodner nach und nach im Herzen von Lauingen erworben und ausgebaut hat. Hier der Jugendstilbau mit seinen „Feinkost-Geschmackswelten“, dort das Hotelgebäude mit seiner wechselhaften Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht. Und mittendrin das Restaurant Genusswerkstatt mit einem Raum, der mit seinem hohen Gewölbe und Fischgrätparkett fast schon Schlosssaalcharakter hat.

Die Philosophie des Hauses aber ist, dass man hier ganz unkompliziert und ohne Schwellenangst genießen kann. Bereits die Mittagskarte hat allerhand zu bieten von confierter Garnele über hausgemachte Linguine bis zum Rib-Eye-Steak vom Hohenloher Weiderind. Abends gibt es außer den À-la-carte-Klassikern aber auch noch ein Menü in drei bis fünf Gängen, das den hohen Anspruch des Chefs, der nun wieder selbst am Herd steht, signalisiert – und auch einlösen kann!

Zuletzt grüßte die Küche mit einem Würfel vom gratinierten Schweinebauch. Obwohl Alexander Lodner grundsätzlich ziemlich Gas geben kann, war der etwas verhalten gewürzt. Viel Schwung aber gab es obenauf durch knackiges Kimchi mit Sesam, zuunterst, ebenso mit einer gewissen Schärfe, ein kreisrundes Gemüsetatar mit Gurke, Tomate, Avocado und Lauchzwiebel, das sich saftig und mit viel Schmackes ausbreitete. Auch schön: Zum hausgemachten Brot mit grasigem Olivenöl und cremiger Butter konnte das Haus danach mit gleich vier verschiedenen Salzen aus Lodners Gewürzmanufaktur zeigen, was es alles zu bieten hat.

Der erste Gang überzeugte mit der klaren Produktqualität von zweierlei Wagyu-Rind. Zum einen ein kurz gebratener Riegel mit zugleich Schmelz und Struktur: behutsam waren nur ein paar Salzkristalle draufgestreut, sodass dem Eigengeschmack viel Raum gelassen wurde. Deutlich mehr Würze und auch etwas Schärfe hinterließ eine kreisrunde Scheibe vom sauber von Hand geschnittenen Tatar, getoppt mit getrocknetem Eigelb, das zusätzlich als confierte Tropfen seinen kleinen Aufritt hatte. Prägende und sehr passende Begleiter zum Fleischgenuss waren ein vom Schärfegrad sehr gut austariertes Meerrettich-Eis sowie ein auch säurehaltiges Nest aus eingerollten Rettichstreifen, in dem kleine Mangostücke angemessen dosierte Fruchtmomente dazu gaben.

Beim „Mini Surf & Turf“ traten zwei Player gegeneinander an, ohne sich gegenseitig die Butter vom Brot zu nehmen. Wobei das „Mini“ hier bedeutete, dass immerhin vier Scheiben Entenbrust ins Rennen geschickt wurden, die zart und rosa in der Aromaintensität ein Gleichgewicht gegenüber zwei glasig-saftigen und stark gewürzten Garnelen herstellten. Als verbindendes Element gab es einen so körnigen wie cremigen Risotto, der durch eine Krustentiersauce viel Geschmackstiefe intus hatte. Auch herb-würzige Süßkartoffelchips passten gut zu diesem kräftigen, vielschichtigen, und stimmig austarierten Aromenwerk.

Als ein bisschen zu viel des Guten empfanden wir das Hauptgericht, allein schon in der Portionierung im Rahmen eines Vier-Gänge-Menüs. Aber auch sonst tat sich ziemlich viel um den Heilbutt, der nicht nur in einem Zucchinimantel mit sich dekorativ überkreuzenden grün-weißen Streifen steckte. Die recht große Tranche war zudem von einer mit Krustentiersauce getunten Fischfarce bedeckt, die dem mild gesalzenen Heilbutt aber mehr Halt gab. Der war nötig, denn dazu kämpften noch einige Beigaben um ihre Aufmerksamkeit: Ein Kartoffel-Lauch-Püree und Romanesco-Röschen hielten sich noch eher vornehm zurück, aber eine rote Erdnusssauce und sehr säuerlich gepickelte Rote Bete als Ragout drängten sich dagegen schon etwas zu sehr auf. Zudem gab’s auch noch würzige Kicks durch Grünkohlchips. Da wäre etwas weniger definitiv mehr gewesen.

Ähnlich wie bei der Vorspeise mit dem Wagyu waren zum Dessert die Mitspieler wieder räumlich voneinander getrennt, aber obwohl auf den Teller Spuren von Grapefruitgel und Orangencreme gelegt waren, wirkte die „Variation von Zitrusfrüchten“ ein bisschen trocken – was vor allem an zwei Stücken Zitronenkuchen und zwei etwas spröden Nocken Quarkmousse mit Zitrusfrüchteabrieb lag. Dennoch hatte der gar nicht so süße Abschluss durch marinierte Orangenfilets und den Säurefaktor eines Blutorangensorbets auch etwas ausgleichend Erfrischendes.

Erneut können wir den zugewandten und kenntnisreichen Service loben, der souverän mit Weinen umzugehen weiß. Die zum Menü vorgesehene Begleitung konnte an unserem Abend zu einem sehr gastfreundlichen Preis-Leistungs-Verhältnis mit ausschließlich österreichischen Besonderheiten punkten, mit denen das Haus auch flaschenweise überdurchschnittlich gut sortiert ist. Neben einigen bezahlbaren Alltagsweinen gibt es aber auch internationale Berühmtheiten bis hin zum Opus One.

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