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| Mi-Fr von 11.30-14.30 Uhr u. ab 18 Uhr, Sa ab 16:30 Uhr, So-Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 29-45 €, Menüs: 80-110 € |
Das charmante kleine Lokal von Anette Huber in der Stollbergstraße in München zählt schon so lang zu den lohnenden Genussadressen in der Münchener Innenstadt, dass man beinahe vermuten könnte, die Straße wäre nach dem Restaurant „Le Stollberg“ benannt und nicht andersherum. Was der Name aber in jedem Fall verrät: Die Besucher erwartet hier eine authentische Prise französischer Lebensart, gepaart mit bayerischer Gastlichkeit. Anette Huber hat ein besonderes Faible für die gehobene französische Bistro-Klassik, was auch charakterstarker Produkte wie verschiedenste Innereien oder Schnecken einschließt, an die sich viele ihrer Kolleginnen und Kollegen eher selten herantrauen. Sie bringt das alles in einem einerseits leicht zugänglichen und andererseits doch elegant verfeinerten Stil auf die Teller.
Im Le Stollberg steht alles ganz im Zeichen von entspannt unkompliziertem Genuss. Substanz und intensiver Geschmack kommen vor irgendwelchen Spielereien, und auch für all jene, die keine Fans von Innereien oder anderen etwas fordernden Produkten sind, gibt es viele reizvolle Optionen. Letztlich sind sogar die Mehrzahl der Gerichte auf der Karte deutlich „harmloser“ als beispielsweise die Linguine mit Bärlauch und Weinbergschnecken oder der Alltime-Klassiker von Anette Huber, die zart gebratenen Kalbsnierchen mit Kartoffelpüree und Rotweinsauce, die die allein wir uns immer wieder mit großer Vorfreude hierhin aufmachen.
Wer das Menü wählt, bekommt beispielsweise mit einem kleinen klararomatischen Lachstatar auf einer Spur Schalottencreme, das nebst grünem Apfel und Joghurtschaum angerichtet wird, einen betont frischen und beschwingten Starter. Gefolgt vielleicht von einer Vorspeise, die bei unserem jüngsten Besuch ebenfalls betont leicht und elegant daherkam: In einem lockeren, abwechslungsreichen Arrangement wurde hier in roter Bete gebeizter Saibling mitsamt seinem Kaviar neben verschiedenen Variationen vom Spargel platziert (knackig gegart, cremig, als luftiger Schaum), was in Kombination mit einigen feinbitteren Friséespitzen einen Auftakt schaffte, bei dem die Kombination Saibling und Spargel in immer wieder etwas anders schmeckenden Nuancen entdeckt werden konnte.
Noch stärker ist die Küche aber ganz klar, wenn Geschmackstiefe und Substanz eine größere Rolle spielen, wie es nur durch bestes klassisches Handwerk erzeugt werden kann. Das könnten dann beispielsweise eine zum schwelgerischen Löffeln einladende Kombination von saftig-zart geschmortem Ochsenfleisch mit luftigem Kartoffelschaum und knusprig auflockernden Kartoffelchips sein. Oder ein ebenfalls tipptopp zubereitetes Duo aus straff rosa gebratenem Rehrücken und zart geschmorter Rehkeule mit kleinen, sehr festen und aromatischen Pfifferlingen, knackigem Frühlingsgemüse, samtigem Kartoffel-Selleriepüree und herbfruchtigen eingelegten Zwetschgen. Selbstredend unterstützt von einer tiefschürfenden, natürlich-ausdrucksstarken Wildjus, denn für klassische lange Saucen hat die Chefin ebenfalls ein Händchen.
Das souveräne Handwerk schließt auch die Patisserie mit ein, ganz gleich ob die Wahl auf schlichtere Klassiker wie eine mustergültig zart gestockte und gleichmäßig dünn karamellisierte Crème brûlée mit Mango-Passionsfruchtsorbet fällt, oder auf etwas aufwändigere Kreationen wie die cremig verführerische Kombination von luftigem Mascarponeschaum und weißem Schokoladeneis, die von intensiven Erdbeer- und Rhabarberzubereitungen aufgefrischt wurde.
Außerdem höchst erfreulich: Nicht nur sämtliche Speisen sind auffallend fair und einladend kalkuliert, sondern auch die vielen hochwertigen Positionen in der umfangreichen Weinkarte, die in den Gläsern mindestens genauso viel Spaß und Genuss garantieren wie auf den Tellern.
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