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Fotos: Landhaus Tanner & Günter Standl

Landhaus Tanner

im Hotel Landhaus Tanner
Aglassing 1
83329 Waging am See (Aglassing)
08681-69750

aktualisiert: 03 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo ab 17 Uhr, Di-Sa ab 12 Uhr durchgehend, So Ruhetag
Hauptgerichte: 15-43 €,
Menüs: 65-75 €

Seit vielen Jahren ist das Landhaus Tanner eine lohnende Anlaufstelle für all jene, die im Chiemgau traditionelle alpenländische Küche auf hohem Niveau und mit zeitgemäßem Esprit zu schätzen wissen – und daran hat sich bis heute nichts geändert. Allerdings wurde in den letzten Jahren das Hotel umfassend saniert und erweitert, so dass der familiäre ländliche Charme jetzt von noch komfortableren Zimmern und einem größeren Wellnessangebot ergänzt wird. Gute Argumente also, um nicht „nur“ zum Essen einzukehren, sondern gleich etwas länger zu verweilen…

Wobei sich der Besuch auch rein für das kulinarische Angebot uneingeschränkt lohnt. Ganz gleich, ob einem der Sinn eher nach traditionellen alpenländischen Schmankerln in ausgezeichneter Ausführung steht, oder nach etwas kreativeren, dabei aber ebenfalls leicht zugänglichen Ideen. Denn wie wir in den vergangenen 20 Jahren immer wieder aufs Neue festgestellt haben, garantiert das Team um Franz Tanner in allen Bereichen höchst souveränes Handwerk und stellt dabei – ganz der „Slow Food“-Philosophie verbunden – jederzeit die Herkunft und Qualität der verwendeten Produkte in den Mittelpunkt.

Dass dieses Credo den Chef aber nicht streng dogmatisch auf die Region rund um den Waginger See einschränkt, zeigte beim letzten Besuch eine intensiv dunkelröstige Hummerschaumsuppe, die gleichzeitig kraftvoll und dicht daherkam. Mit knackiger Garnele und zarten Kürbisravioli als attraktive Einlage, deren feine Süße den Krustentiergeschmack bestens ergänzte, war das ein ausgezeichneter Einstieg in den Abend.

Eine etwas frischere Alternative bot die Kombination von im Ofen zart gegarter Rote Bete mit Ziegenfrischkäse und Mohn-Miso. Allein das war eine sehr reizvolle Verbindung von erdig-frischen sowie säuerlich-würzigen Aromen und dem verbindenden nussigen Umami der Misoschmelze. Dazu kamen aber auch noch säuerlich marinierter Grünkohl und zartbittere Trevisano-Spitzen, die beide für auflockernde Frische sorgten und den Teller komplettierten. Ganz typisch für die Küche war das im engeren Sinne nicht übermäßig kompliziert, setzte aber die natürlichen Eigenschaften der Produkte so geschickt ein, dass dennoch ein spannender Eindruck entstand.

Aus der Kategorie „Soulfood“ stammte dann – genau wie die in der Vorweihnachtszeit besonders häufig über den Küchenpass wandernden Enten und Gänse mit „Beifuß-Safterl“, Quittenchutney, Blaukraut und Kartoffelknödel – ein verführerisch duftender Pasta-Teller mit Hirschsugo. Dabei wurde der würzige Eigengeschmack des Wildfleischs sehr fein balanciert von einer ebenfalls dezent weihnachtlichen Gewürzwelt akzentuiert, mit feinem Zimtduft und warmer Pfeffrigkeit, während süßlich geschmorte Tropeazwiebeln und frisch gehobelter Parmesan den wohligen Charakter des Gerichts noch weiter verstärkten. Eigentlich ganz bodenständig, war das durch die komplexe Aromatik dennoch alles andere als simpel und wurde außerdem erneut sehr erfolgreich durch eine bittere Frische aufgelockert.

Für einen Fischgang ungewöhnlich, aber perfekt in die kalte Jahreszeit passend, wurde dann knusprig auf der Haut gebratener Kabeljau in ein mutig „braunwürziges“ Umfeld gestellt: einerseits durch ein Linsenragout, dessen erdig-nussiger Geschmack von Tomate und Petersilie aufgefrischt wurde, anderseits durch Senfkaviar und zarten Grünkohl. Durch das Braten auf der Haut und die entsprechenden Röstnoten konnte sich der Kabeljau überraschend gut in diesem herbstlich-erdigen Umfeld behaupten und blieb klar der Star auf einem erneut sehr souverän umgesetzten Teller.

Zum Abschluss führt hier eigentlich kein Weg an den perfekt flauschigen Topfenknödeln mit Nussbröseln, „Hollerkoch“ und Vanilleeis vorbei. Da wir deren Qualität und Vorzüge aber bereits von vorherigen Besuchen bestens kennen, wurde es diesmal zum Dessert eine nicht weniger überzeugende Kombination aus mildem Quittenmousse, überzogen mit weißer Schokolade und ergänzt von säuerlichem Quittenkompott, einem kleinen saftigen Nussküchlein sowie intensiv konzentriertem Preiselbeersorbet.

Abgerundet wird ein Besuch von einem ebenso herzlich wie kompetent agierenden Serviceteam und einer gut aufgestellten Weinkarte mit Schwerpunkt Deutschland, Österreich und Italien, die von attraktiven Einstiegsweinen bis zu hochwertigen Flaschen viele reizvolle Optionen bietet.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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