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Fotos: Landhaus Tanner & Günter Standl

Landhaus Tanner

im Hotel Landhaus Tanner
Aglassing 1
83329 Waging am See (Aglassing)
08681-69750

aktualisiert: 01 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo ab 17 Uhr, Di-Sa ab 12 Uhr durchgehend, So Ruhetag
Hauptgerichte: 15-43 €,
Menüs: 65-75 €

Auf die Küche von Franz Tanner, der hier seit vielen Jahren mit beeindruckender Konstanz das wohnlich-elegante Restaurant seines ruhig und idyllisch etwas außerhalb von Waging gelegen Landhauses bekocht, ist Verlass. Müssten wir ein Musterbeispiel für schwankungsfreies 6-Pfannen-Niveau nennen, könnten wir problemlos sein Restaurant nennen, das einen sehr reizvollen Spagat zwischen verfeinerter herzhafter Alpenkulinarik und mediterranen Inspirationen macht, gehobene Ansprüche verfolgt, aber wohltuend bodenständig auf dem Teppich bleibt.

Die Speisekarte ist nicht zu umfangreich, aber man hat trotzdem die schöne Qual der Wahl, weil es hier eben nicht bloß das „NaturGenuss Schmankerlmenü“ in fünf Gängen gibt, sondern auch eine mundwässernde Auswahl an Gerichten à la carte. Die reichen von exklusiveren, verfeinert rustikalen Dingen wie dem Duett von Steinbuttfilet und Blutwurst mit Weintrauben, Schwarzwurzeln und Kartoffel-Senf-Püree über traditionelle alpenländische Wirtshausküche wie Oma Loni’s Kalbfleischpflanzerl mit Kren und Kartoffel-Gurkensalat bis hin zu verschiedenen Steak-Cuts vom Chiemgauer Rind oder vom Mangaliza-Schwein mit klassischen Beilagen nach Wahl.

Zu ersterer Kategorie würden wir auch die Vorspeise rund um sehr guten, milden Matjes und zweierlei Schwarzwurzel zählen, die bei unserem jüngsten Testbesuch mit den relativ starken Aromen von eingelegtem Sanddorn, Meerrettichmousse und Soja-Marinade am Frisée kontrastreich zusammenspielten. Das war keineswegs unharmonisch, aber schon recht plakativ – also nichts für Freunde leiser Aromen, aber umso erfreulicher für Leute, die es mögen, wenn es auf dem Teller zupackend und ereignisreich zugeht.

Und dafür steht die Tanner-Küche, auch bei solchen Dingen der Vorspeise von Feld- und Kopfsalat mit Bio-Ziegenfrischkäse und Birne, die andernorts auch mal eher langweilig ausdruckslos sein können, hier aber schon aufgrund des sehr aromatischen Frischkäses weit davon entfernt war. Außerdem sorgten hier Granatapfelkerne, „Kerndl-Granola“ und ein herzhaftes Miso-Dressing für weitere bemerkenswerte Akzente.

Mit wieviel handwerklicher Sorgfalt und kompositorischem Feingespür hier auch ganz ohne Fine-Dining-Attitüde gekocht wird, bewies zuletzt vor allem auch der Fischgang, in dessen Mittelpunkt perfekt saftig-kross auf der Haut gebratene Bachforellenfilets eines ziemlich großen Fisches standen. Geschmolzene Tomaten, gebratene Artischockenherzen und wolkenzarte Ricotta-Gnocchi in stimmigen Proportionen sowie helle Weißwein-Schaumsauce und intensives Kräuteröl machten daraus eine lockerflockig arrangierte mediterrane Angelegenheit. Auch dafür hat Franz Tanner ein Händchen.

Regionalbetonter und aromatisch etwas zupackender, aber keinesfalls weniger attraktiv, kamen im Menü die schön gleichmäßig rosasaftigen Tranchen aus der Ottinger Damhirschkeule daher. Die teilten sich den Teller und den Saucenspiegel aus perfekt ausgewogener, nicht zu dichter, aber auch nicht zu seichter, mit Thymian aromatisierter Wildjus mit einem schön puren Selleriepüree, eingelegten schwarzen Walnüssen und scharf angerösteten Flower Sprouts.

Egal ob man das Menü nimmt oder à la carte wählt: die Portionen sind in jedem Fall so bemessen und es wird so leicht gekocht, dass man locker auch noch ein Dessert schafft. Und das ist auch gut so, denn ohne eine Nachspeise sollte man das Landhaus Tanner tunlichst nicht verlassen. Vor allem die in eine nussige Mohnschmelze gehüllten fluffigen Topfenknödel, die mit feinsäuerlichem Zwetschgenröster und üppig-cremigem Vanilleeis aufgetischt werden, sind immer eine Sünde wert. Zuletzt war das aber genauso auch der Dreiklang von Bratapfelmousse als Füllung eines imitierten Apfels aus Kakaobutter auf einem Lebkuchen-Sockel und einer glatt-schmelzigen Nocke Topfeneis.

Das alles hat ein ausgesprochen gutes Preis-Genuss-Verhältnis, was auch auf die gut bestückte Weinkarte mit Schwerpunkt Deutschland und Österreich sowie die lohnenden Empfehlungen im Offenausschank zutrifft.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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