Fachingen Top Level Banner
Die-Räucherei

???

Fotos: Hygge

Hygge

im Hotel Landhaus Flottbek
Baron-Voght-Str. 179
22607 Hamburg
040-82274160

aktualisiert: 10 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo-So ab 15 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 21-39 €, Menüs: 36-48 €

Bereits seit fast einem Vierteljahrhundert betreibt Inhaber Nils Jacobsen das bis weit über die Grenzen des Stadtviertels hinaus bekannte Landhaus Flottbek im Hamburger Westen, das er vor geraumer Zeit sogar gekauft und dann attraktiv umgebaut und modernisiert hat. In den ehemaligen Stallungen des stattlichen Anwesens residiert das großzügig angelegte Restaurant Hygge, dessen Name sich von dem dänischen Wort „hyggelig“ ableitet und so viel wie „gemütlich“, „angenehm“ oder „nett“ bedeutet. Und das ist in diesem Fall nicht einfach bloß irgendeine trendige Namensgebung, sondern durchaus stimmig, denn erstens hat der Gastgeber dänische Wurzeln und zweitens trifft der Name im Hinblick auf das weitläufige und trotzdem sehr stimmungsvolle Ambiente mit viel freigelegtem Holzgebälk, offenem Kamin und modern-rustikalem Einrichtungsdesign den Nagel auf den Kopf.

Doch auch aus kulinarischer Sicht ist es hier „angenehm“ und „nett“, denn das Team um Küchenchef Küchenchef Thomas Nerlich bietet ein entspanntes Programm, das von bodenständigen populären Klassikern wie Wiener Schnitzel, einer sehr guten Bouillabaisse oder einem Roastbeef-Burger bis zu schlankeren Gerichten in Menüform reicht. Und das sich in erster Linie durch überdurchschnittlich gute Produkte und eine solide, schnörkellose Zubereitung auszeichnet. Je kraftvoller und aromatisch zupackender, desto besser. So sind hier ganz besonders Dinge wie die mit Aprikosensenf und Spitzkohlsalat servierte Wildbratwurst von Stefan Runge, ein Lammragout mit Navetten, Bohnen, Pilzen und Bauchspeck oder die Gerichte für 2 Personen wie das dicke Kotelett vom Rhinluch-Kalb oder Ossobuco mit gegrillter Focaccia der Bringer.

Wir ließen den Küchenchef und sein Team einfach machen und wählten das Überraschungsmenü, das zunächst mit sehr gutem Brot und Butter, dann mit einer dicken Tranche vom mild gebeizten Lachs losging, der bereits solo durch seine gute Qualität zu gefallen wusste. Aber auch als Arrangement überzeugte diese Vorspeise, war relativ schlicht, aber schön natürlich und frisch. Den Fisch eskortierte etwas marinierter Fenchel (vielleicht ein bisschen dick gehobelt…), Kräutersalat und zwei verschiedene Cremes, von denen die eine ein säuerlich-herbes Zitronengel und die andere eine ebenfalls recht erfrischende Kräutermayo war.

Auch die sehr fluffigen und schön kartoffelig schmeckenden Gnocchi machten Spaß, wenngleich sie mit einem Schnitz vom gegrillten Kürbis und einer nicht zu dickflüssigen Kürbiscreme etwas breit und akzentfrei umspielt waren. Da hätte man auch mit relativ einfachen Mitteln einiges mehr herausholen können. Die Zubereitungen an sich sind aber generell eher einfacher gehalten und profitieren zumeist von den guten Hauptprodukten. So auch bei den zwar ziemlich kleinen und für ihre geringe Dicke auch recht lang gebratenen kanadischen Jakobsmuscheln, die mit ähnlichem mariniertem Fenchel wie zuvor der Lachs und zudem einer milden klassischen Brandade sowie einer hellen, rahmig-milden Schaumsauce aufgeboten waren. Ein grundsolider, wenngleich aber auch nicht sonderlich ausdrucksstarker Teller, bei dem uns in Hinblick auf eine höhere Bewertung ein wenig die Präzision bei den Garzeiten und der Pfiff beim Abschmecken gefehlt hat.

Sehr gut gefiel uns der Hauptgang um zwei sehr schöne Tranchen vom Rehrücken, die akkurat gleichmäßig rosa gebraten waren und mit viel Saft, zartem Biss und Geschmack zu überzeugen wussten – eben keine von diesen breiig mürben, kraftlosen Wildfilets aus dem Plastikbeutel, für die man kein Messer und keine Geschmackspapillen braucht. Das charakterstarke Fleisch kam mit zweierlei Pastinake (etwas rustikalere geröstete Wurzeln und ein Püree) sowie Preiselbeer-Jus und frittierter Petersilie ebenfalls eher schlicht und zupackend daher, aber hier passte das richtig gut.

Und auch der warme Schokoladenbrownie-Riegel, der als süßer Abschluss nebst eingelegten Brombeeren und Himbeersorbet aufgeboten wurde machte auf seine unkomplizierte Art Spaß – nicht nur wegen dem eher hellen, nussigen Port, der dazu aus der großformatigen Flasche ausgeschenkt wurde. Wein ist im Hygge ohnehin ein großes Thema und mit Lennart Wenk, den wir bereits aus dem Sylter Fährhaus und dem Philipp Soldan kennen, kümmert sein sehr guter Sommelier um die individuelle Beratung und um die Pflege des Repertoires, das mit unkonventionellen europäischen Gewächsen ausstaffiert ist.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.