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Die-Räucherei

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Fotos: Hygge

Hygge

im Hotel Landhaus Flottbek
Baron-Voght-Str. 179
22607 Hamburg
040-82274160

aktualisiert: 04 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 16 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 21-39 €, Menüs: 36-48 €

Wer bei dem Restaurantnamen und dem Konzept übertriebenes Hipstertum vermutet und gedanklich abwinkt, der war noch nicht da. Denn das „Hygge“ (gemütlich, behaglich…) schafft mit seiner aufgelockerten Raumgestaltung mit verschiedenen Sitzecken, bequemen Sesseln und Couches rund um prasselndes Feuer in einen verglasten Kamin eine ebenso heimelige wie stylische Atmosphäre, die nur bei vollem Haus auch mal etwas lauter und quirliger wird.

Dazu passt der unverkrampft anspruchsvolle Stil der Küche absolut perfekt. Man kann hier ganz nach Gusto nur eine Kleinigkeit zu gutem Wein oder Cocktails, ein größer dimensioniertes Gericht à la carte oder ein mehrgängiges Menü in angepassten Dimensionen wählen – und wird in den allermeisten Fällen von den handwerklich klar und präzise umgesetzten, mit originellen Ideen angereicherten Gerichten eher positiv überrascht als enttäuscht sein.

Insbesondere die Vorspeisen und Zwischengerichte können erstaunlich raffiniert und feinsinnig ausfallen. Wie beispielsweise ein Gang um Jakobsmuschel mit Muschelvinaigrette, Erbsen und Passepierre: Die dünnen, roh marinierten und als Carpaccio ausgelegten Scheiben von der Jakobsmuschel, die dergestalt ihre Qualität und Frische voll ausspielen konnten, waren hier nicht nur mit der annoncierten Muschelvinaigrette nappiert, sondern auch Unterlage für ein paar Schwert- und Herzmuscheln, die darauf verteilt waren. Von knackigen Passepierre-Quellern und frisch gepulten Erbsen grünfrisch eingefasst und durch eine jodige, vermutlich auch mit Passiepierre aromatisierte Mayonnaise mit wohldosiertem Schmelz versehen, war das eine äußerst attraktive Angelegenheit.

Den locker wirkenden, aber in den Details gut durchdachten Stil repräsentierte auch die gepökelte, schmelzend-zart gegarte und lackierte Kalbsbrusttranche ganz hervorragend, die unter salzig-würzigem Amaranth-Crunch mit geröstetem Brokkoli, frischgrüner Brokkolicreme mit getrockneten Champignonscheiben und einem dezent zitrisch hinterlegten Dashisud in der kleiner gewählten Portionsgröße eine animierende Vorspeise abgab.

An anderen Stellen triftet die Lockerheit ein klein wenig ins Grobe, Rustikale ab – allerdings dennoch mit kraftvoll-schmissigen Geschmacksbildern. So wie bei dem dünn und nicht zu plakativ mit einem rauchig-süßen Barbecue-Lack gebratene Seeteufel unter gerösteter Hanfsaat, bei dem eine konzentriert würzige Kürbiscreme und dunkel (beinahe bitter) geröstete Kürbisspalten etwas zu salzig-mächtig wirkten, was durch etwas Kräuteröl und eine mild-frische helle Fischvelouté teilweise, aber nicht in Gänze abgefedert wurde. Da wäre beispielsweise allein durch den Verzicht auf die brutzelig-röstwürzigen Spalten ein noch stimmigerer, eleganterer Eindruck möglich gewesen.

Die Gegensätze von glasig-frischem, angenehm zurückhaltend gewürztem Kabeljau und sehr milder Weißwein-Schaumsauce auf der einen Seite und grober, deftiger, rösch angerösteter Blutwurst und kraftvoll intensivem Schnittlauch-Kartoffelpüree auf der anderen Seite gingen bei einem weiteren Fischgang besser balanciert und harmonischer auf. Ein im Grunde ganz schlicht arrangiertes Gericht, das einmal mehr durch die gute Produktqualität, solides Handwerk und die zupackende Aromatik bestens funktionierte.

Die meisten Dinge bewegen auch ganz klar und unzweifelhaft auf 6-Pfannen-Level, so wie beim letzten Mal zum Beispiel auch das Dessert mit Schokolade und Brombeere, bei dem eine mit Brombeergel und Vanillecreme betupfte Schichtschnitte mit ihrem saftigen Bisquit und der schmelzig-festcremigen Ganache nebst aromatischem Brombeersorbet aus dem Pacojet, Schokoladenerde und dünnen Schokohippen einen niveauvollen Abschluss bescherte.

Das junge dynamische Team im Service hat das Geschehen (auch im vollen) Restaurant bestens im Blick und Griff, berät kompetent und weiß auch gut zu den Gerichten passende Weine aus der kleinen, aber feinen Getränkekarte zu empfehlen, in der es neben Wein auch lohnende Drinks von der Bar aus teils ausgefalleneren Produkten zu entdecken gibt.

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