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Fotos: H'manns

H'manns

Am Goldberg 2
67271 Neuleiningen
06359-5341

aktualisiert: 06 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Fr-Mo ab 18 Uhr, Di-Do Ruhetag
Menüs: 87-145 €

Nachdem bei allen vorhergehenden Besuchen in all den Jahren entweder das Wetter oder die Jahreszeit nicht mitgespielt hatten, waren wir heuer endlich mal auf der Terrasse des H‘manns zu Gast. Und dieser Freisitz ist nicht weniger idyllisch, als es die Innenräume sind, er bietet zudem einen großartigen Ausblick und ist erstaunlich ruhig, angesichts der Tatsache, dass Neuleiningen im Sommer nicht gerade von wenigen Touristen frequentiert wird. Doch die tummeln sich in aller Regel mehrheitlich im Ortszentrum und verpassen somit das etwas außerhalb am Hang angesiedelte Kleinod, das mittlerweile die zweifellos beste Küche der Gemeinde und darüber hinaus bietet.

In dem familiär geführten Restaurant fällt nicht nur die Kochkunst Chris Brigitte Hegmanns durch Persönlichkeit auf, auch der Service, der unter anderem durch Andreas Hegmann verrichtet wird, unterscheidet sich in seiner sehr persönlichen Art merklich von dem vieler anderer hochdekorierter Lokale. Die Weinauswahl sollte man unbedingt ihm überlassen, denn der Chef kennt sich nicht nur bei Pfälzer Rieslingen aus, sondern hat auch viele Spezialitäten aus anderen Anbaugebieten eingekauft.

Ein Herzensanliegen ist es ihm, nicht nur die Preise fair zu halten, sondern auch ein ungewöhnlich großes Sortiment an halben Flaschen anzubieten. Diese sind in den letzten Jahrzehnten bekanntlich mehr und mehr aus der Mode gekommen, und weil viele Weingüter mittlerweile darauf verzichten, trockene Weine in 0,375-Liter-Flaschen abzufüllen, muss Hegmann oft ganz schön nach den verbliebenen Anbietern suchen. Nicht wenige Gäste bestellen zu zweit erst mal eine halbe Flasche Weißwein und anschließend eine halbe oder eine ganze Flasche Rotwein.

Vorweg kommen zwei Sorten hausgebackenes Brot (Roggenbrot, Ciabatta), Salzbutter sowie ein knuspriges, saftiges Blätterteiggebäck. Die Trilogie von Appetithappen bestand diesmal aus Wachtelei in einer spicy Sauce, einem Mini-Flammkuchen und einem Spargelsalat und zeigte bereits, dass sich die Küchenchefin nicht scheut, kräftig abzuschmecken.

Die gebratene Entenstopfleber mit Balsamico-Schalotten und getrüffeltem Selleriepüree ist dann ein Gang, der zeigt, dass sich die Küchenchefin nicht im Geringsten um Moden kümmert – anders wo ist diese Spezialität ja längst von den Karten verschwunden. Hier allerdings findet man sie noch. Und wie! Ein Stück tadellos gebratene Leber, innen noch schön fest, außen knusprig; der Balsamicoessig setzt einen sehr erwünschten Kontrast. Man könnte allenfalls einwerfen, dass vom Selleriepüree zu viel auf dem Teller liegt, was diese Vorspeise doch zu einer mächtigen Angelegenheit macht.

Es folgt jedoch wie als Ausgleich ein schlankes, aber trotzdem aromatisches Süppchen von grünen Erbsen, optimal abgeschmeckt, verfeinert mit einer gebratenen Jakobsmuschel. Der Mecklenburger Zander schließlich wird mit einem Kräuterrisotto mit Shiitakepilzen und Beurre blanc serviert und ist nicht nur qualitativ, sondern auch handwerklich einwandfrei: knusprig und saftig zugleich. Ein hervorragendes Produkt, das gleich klarmacht, dass Chris Brigitte Hegmann zwar regionale Viktualien schätzt, aber durchaus auch solche von anderswo einkauft, wenn es Sinn ergibt. Auch das Zusammenspiel aus Risotto und Pilzen funktioniert hier ausgezeichnet und die Sauce ist für eine Buttersauce erfreulich leicht.

Der folgende Gang stammt aus dem vegetarischen Menü – einer der beiden in unterschiedlicher Länge zu wählenden Speisefolgen – und verbindet eine cremige Burrata mit Peperonata sowie einer Sauce, in der ein 25 Jahre gereifter PX-Essig den Ton angibt. Eine gute Balance zwischen Cremigkeit und Säure! Der Hauptgang des omnivoren Menüs schließlich handelte von Rinderrücken mit Pinienkruste, was schon vom ersten Geruchseindruck her als animierendes Essen zu erkennen war. Gut gereiftes und korrekt gegartes Fleisch, eine duftige, nicht zu knapp bemessene Pinienkruste, dazu eine sehr gut passende Miso-Hollandaise, regionaler Spargel (aus Erpolzheim) und schließlich noch die selbstgemachten, fluffigen Spargelgnocchi. Was will man manchmal mehr?

Das Dessert schließlich war zwar nicht gerade von der leichten Art, aber ebenfalls sehr ansprechend. Es drehte sich um ein Törtchen von Erdbeere, Pistazien und Schokolade, dem von marinierten Erdbeeren und einem Erdbeersorbet die notwendige Frische zuteilwurde. Ganz generell sollte man wissen, dass hier nicht extrem elaboriert, leicht oder puristisch gekocht wird, sondern gegenständlich, vollmundig, kraftvoll – aber eben immer auch mit Feingespür und der richtigen Balance. Man kann sich bei den Hegmanns mittlerweile blind auf sehr befriedigendes, weil qualitativ, handwerklich und geschmacklich rundum überzeugendes Essen freuen.

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