Perrier_Superbanner

???

Fotos: Das Ballenberger

Das Ballenberger

Gotthardtstr. 25/26
99084 Erfurt
0361-64456088

aktualisiert: 06 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo-Sa ab 9 Uhr durchgehend, So Ruhetag
Hauptgerichte: 28-36 €,
Menüs: 49-79 €

Beim dem nach seiner Gastgeberin Christin Ballenberger benannten Lokal, das im Herzen von Erfurt und dennoch idyllisch und ruhig liegt, handelt es sich um ein sehr attraktives, unkompliziertes und junges Gastrokonzept mit überdurchschnittlichen, aber nicht überzogenen Ansprüchen – also genau das, was man in den Restaurantszenen der deutschen Innenstädte so oft vermisst. Man kann hier zum ausgiebigen Frühstück erscheinen, oder einfach, um den aus der Schweiz gelieferten Jumi-Käse und andere Delikatessen aus der gut bestückten Feinkosttheke zu erwerben. Man kann allerdings auch richtig gut essen, auch mehrere Gänge, mittags wie abends. Und das alles zu Preisen, die auch häufige Besuche erlauben.

Vorweg gab es in unserem Falle qualitativ gutes Baguette und eine mit Kreuzkümmel gewürzte Kichererbsencreme. Die geeiste Suppe war dann abgestimmt auf die zumindest ansatzweise sommerlichen Temperaturen und nahm offensichtlich Bezug auf ähnliche Rezepte aus Spanien. Statt der dort verbreiteten Mandeln gab es hier allerdings Cashewnüsse, der Knoblauch war nicht zu derb und gut eingebunden, Basilikum und Pfirsich trugen Würze und Frucht bei, und die als Einlage vorgesehenen halbierten Weinbeeren ergänzten die cremige Fülle mit knackiger Frische. Das war süffig und durchdacht, weder zu scharf noch zu süß: eine animierende Vorspeise mit überschaubarem Wareneinsatz.

Sowohl zu diesem Gang als auch zu allen anderen Vorschlägen der Karte wurden die passenden Weine respektive alkoholfreie Drinks im glasweisen Ausschank genannt; ein leider in der Gastronomie viel zu selten zu findender Kniff. Zu den beiden dicken, saftigen Garnelen hätte es etwa einen trockenen Bacchus vom Weingut Pawis im Anbaugebiet Saale-Unstrut gegeben. Man setzt bei den Weinen gern, aber auch nicht immer auf Regionalität, und die häufig mediterran inspirierten Speisen werden durch die heimischen Gewächse aus dem thüringischen Anbaugebiet gut ergänzt.

Die rötlichen, an Kalamata erinnernden Oliven, die hauchdünnen marinierten Fenchelscheiben und eine Art Kartoffelcreme fügten sich dann im folgenden Zwischengang mit gebratenen Garnelen zu einem überzeugenden unkomplizierten Ganzen zusammen. Im Hauptgang folgte Flanksteak vom Rind mit Karotte und Aprikose, was de facto auf einige saftige Tranchen eines gut gereiften und gegarten Fleischs sowie Karotten in Stücken sowie als Püree hinauslief. Das Aprikosengel steuerte eine passende, fruchtig-süßliche Note bei, die das cremig-erdige Püree gewinnbringend ergänzte. Die Jus war zwar nur recht sparsam dosiert vorhanden, aber das was da war, schmeckte tadellos, war handwerklich gekonnt reduziert.

Und auch für Süßes hat das Team ein Händchen: Zitronenkuchen und Lemon Curd wurden zu einem schön saftigen Dessert kombiniert, dem frische Erdbeeren und ein Erdbeergel neben dem Geschmack auch noch weitere fruchtige Noten beisteuerten und die Sache rund machten. Der ebenfalls angekündigte Rooibos war indes geschmacklich kaum wahrnehmbar, wurde aber auch nicht vermisst. Die doppelte Baiser-Spirale auf dem Kuchen hätte es eigentlich auch nicht gebraucht, gestört hat sie aber nicht. Auch in diesem Falle wäre eine Spätlese aus der Region die Empfehlung gewesen, glasweise kann man hier aber auch gut ausgewählten Sherry oder Madeira bekommen – was ja immer noch alles andere als selbstverständlich ist in der deutschen Gastronomie.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.