Perrier_Superbanner

???

Fotos: Brasserie Colette Tim Raue

Brasserie Colette Tim Raue

Klenzestr. 72
80469 München
089-23002555

aktualisiert: 05 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 31-51 €,
Menüs: 99-135 €

Tim Raue, der als Küchenchef in seinem eigenen Gourmetrestaurant in Berlin genauso erfolgreich ist wie als Unternehmer, zeichnet bereits seit der Eröffnung der exklusiven Seniorenresidenzen der Tertianum-Gruppe in München, Berlin und Konstanz für die Konzeption der hier beheimateten Colette-Outlets verantwortlich. Und wie bei allen gastromischen Projekten, an denen der auch medial sehr präsente und erfolgreiche Chef beteiligt ist, ging es auch hier darum, die Grundidee „Brasserie“ mit der typischen Tim-Raue-Handschrift zu signieren, die sich in ganz unterschiedlichen Kontexten, vor allem aber durch den markanten Einsatz von Säure und Schärfe auszeichnet.

Zu Beginn lag der Schwerpunkt in den grundsätzlich mit einer identischen Karte agierenden Colette-Destinationen noch deutlicher auf behutsam modernisierten französischen Brasserie-Klassikern. Mittlerweile hat sich das etwas mehr in Richtung der weltoffenen, vor allem asiatisch inspirierten Stilistik verschoben, mit der Tim Raue bekannt geworden ist. Insbesondere im saisonal wechselnden Menü „La sélection de Tim Raue“ finden sich überwiegend Gerichte, die mehr von Kreativität und Moderne geprägt sind als von Brasserie-Tradition.

Das allerdings ist im Grunde nur eine zarte stilistische Verschiebung über längere Zeit hinweg, und an der Identität der Küche sowie am Reiz des gesamten Konzeptes ändert das auch das nichts. Vor allem in der Kunst, mit eigentlich verhältnismäßig einfachen Mitteln sehr viel Finesse auf den Tellern zu erzeugen, ist die Colette-Küche unverändert und ausgesprochen stark. Außerdem stehen die wichtigsten Signature Dishes wie die „Bouillabaisse à la Tim Raue“, die mit drei Dips servierte Artischocke, oder auch der Thunfisch Niçoise mit Artischocke, grüner Bohne und Sardellenmayo, nach wie vor als À-la-carte-Offerten in der Karte.

Bei unserem letzten Besuch der Münchener Brasserie Colette, die in einer der typischen kleinen Straßen des lebhaften Glockenbachviertels liegt, waren wir allerdings vor allem neugierig auf die neuen Raue-Kreationen. Etwa auf die Verbindung von knackigem grünem Spargel mit einem zartsäuerlich duftigen Rhabarber-Holunderfond und zarten Tapiokaperlen. Den entscheidenden Twist bekam diese zunächst sehr zurückhaltend, beinahe ein bisschen verloren wirkende Kombination durch drei Tupfer von Crème fraîche mit Imperial Kaviar, die jeweils cremigen Schmelz und üppige Jodigkeit beisteuerten und so doch für einen starken Auftakt sorgten.

Von vornherein deutlich charakterstärker anmutend, folgte ein kross und saftig gebratenes Filet von der Rotbarbe, das mit knusprigen Chorizowürfeln als zusätzliche Würze in einem beinahe surreal türkisgrünen Kräutersud mit knackigen Fava-Bohnen und einer aufgeschäumten Beurre blanc angerichtet wurde. Einziger kleiner Schönheitsfehler war hier, dass die Sauce in ihrer aufgeschäumten Luftigkeit etwas flüchtig ausfiel und den annoncierten Vin Jaune nur in Nuancen erahnen ließ.

Ein echtes Produkthighlight folgte mit einer gigantischen argentinischen Garnele (250g pro Stück!) die inklusive ihres Kopfes gebraten und mit einer feurigen Krustentiermayonnaise sowie Kartoffelcrunch bedeckt, auf dem Teller landete. Zusätzlich verstärkt von einer Bouillabaisse-Reduktion, bekam diese geballte Krustentierpower von zitrusduftigem weißem Spargel mit Kumquat und einem kräuterfrischen Estragonpüree zwei ausgleichende, aber ebenfalls charakterstarke Begleiter an die Seite – und zeigte die Colette-Küche damit von ihrer besten Seite.

Was im Grunde genauso auch für den süßen Abschluss galt, der auf eigentlich simple und doch raffinierte Art und Weise cremig aufgeschlagenen, leicht gesüßten Fromage blanc mit der Frische von Blaubeeren und Zitronenmyrte sowie kleinen flauschigen Madeleines kombinierte. Das alles wird von einem gleichermaßen ungezwungen-locker wie charmant-aufmerksam agierenden Serviceteam und einer kleinen, aber feinen Auswahl qualitativ guter Weine zu moderaten Preisen perfekt ergänzt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.