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Fotos: Bavarie

Bavarie

Am Olympiapark 1 (BMW Welt München)
80809 München
089-358991818

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo von 12-15 Uhr, Di-Sa von 12-15 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Fei Ruhetag
Hauptgerichte: 29-37 €,
Menüs: 89 €

Das ebenso schlichte wie stylisch gestaltete und nur durch Raumteiler von den unendlichen Weiten der futuristisch anmutenden BMW-Welt abgetrennte Brasserie-Restaurant, das genau wie das darüber gelegene Gourmetrestaurant The Cloud by Käfer schon seit vielen Jahren erfolgreich von der Feinkost-Käfer-Gruppe betrieben wird, ist ein unkomplizierter Ort für eine anspruchsvolle Art der Brasserie-Küche. Und das längst nicht nur für Leute, die primär der Automobile wegen hierherkommen und im Anschluss nur unkompliziert eine Kleinigkeit essen wollen, sondern auch für den gezielten kulinarischen Besuch.   

Das offen gestaltete Lokal profitiert grundlegend von der futuristischen Architektur des Gebäudes, mit Blick in die von Stahl, Glas und Beton geprägte Halle oder durch die große Fensterfront auf den gegenüberliegenden Olympiapark. Besonders schön sitzt es sich im Sommer auch auf der großzügigen Terrasse. Die Karte offeriert dazu ein mehrheitsfähiges kulinarisches Programm, das von Klassikern wie Wiener Schnitzel und Rinderroulade bis zu kreativeren Eigenkompositionen reicht. Letztere werden auch in einem Gourmetmenü gebündelt, das vier reguläre Gänge hat, aber mit verschiedenen Kleinigkeiten davor, dazwischen und danach über fast zehn Etappen geht.

Einem dem Geschmacksbild der traditionellen thailändischen Tom-Kha nachempfundenen Fingerfood-Snack als Knuspertouile und einem mit Chili moderat angeschärften Mango-Shot folgten als weitere Küchengrüße eine Entenleber-Ente in einer fragilen Tartelette und eine „Feige Sau“, namentlich ein mit Pulled Pork gefüllter Doppelkeks in Schweineform, appliziert mit Feigengel und unterfüttert mit Kräutercreme. Und auch die Vorspeise folgte diesem Spieltrieb, indem ein falscher, weil aus Topinamburmousse nachempfundener kleiner, längs halbierter Knochen mit einer Morchel-Buchweizencreme als Füllung aufs Porzellan geschickt wurde, der unter anderem mit Morchel-Ringen, Mini-Radieschen und Erbsen appliziert war. Zusammen mit einer gut abgestimmten Johannisbeervinaigrette grundsätzlich eine stimmige Sache, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die Morchel aromatisch nicht sonderlich präsent war, weil im Urzustand leider recht trocken und als Püree geschmacklich dumpf und diffus.

Ein Exkurs in die À-la-carte-Sparte bescherte uns eine zwar sehr schmackhafte, aber im Vergleich zu den Menügängen eher simpel gestrickte Vorspeise rund um Burrata von „Büffel Bill“, Grapefruitfilets, Brotwürfeln und verschiedenen Salatspitzen, die mit einer Vinaigrette aus gereiftem Balsamicoessig angemacht wurde. Eine ganze Stufe raffinierter wirkten dagegen die „Meeresfrüchte Bavarie“, unter denen die Riesengarnele glatt ein kleiner Hummer war, der Oktopus optimal in Fleisch und Saft stand, nur die Jakobsmuschel sich als recht weich und eher passabel als begeisternd präsentierte. Aber auch sonst machte das Gericht mit Tomaten-Fregola, Fenchel und aufgemixter schaumiger Hummerbisque mit ausgewogenem natürlichem Geschmack viel Spaß.

Aus dem Menü wiederum war die ganz klassisch zubereitete, perfekt glasig gegarte, vermutlich confierte Bayrische Lachsforelle sehr gut, die in zart aufblätternder Idealform zusammen mit ihrem schön knackig-frischen Kaviar und etwas Blattspinat auf einem Bett aus seidiger Petersilienwurzelcreme angerichtet wurde. Auch dank einer mit Verjus säuerlich-fruchtig angespitzen Beurre blanc, die dem Gericht noch den nötigen Drive mitgab und zudem erkennen ließ, dass sich das Team um den langjährigen Küchenchef Henning Aldag auf fundiertes Saucenhandwerk versteht.

Das offenbarte auch der Menü-Hauptgang, der sich um Poltinger Lammfleisch drehte. Und der uns nicht bloß wegen der kraftvollen und zugleich schön transparenten, so präsent wie möglich, aber so zurückhaltend wie nötig mit der orientalischen Gewürzmischung Zatar abgeschmeckten Lammjus rundum überzeugen konnte. Rosa gebratene Tranchen vom Rücken und eine kleine, aus dem Bauch zubereitete Rollbratenscheibe in Begleitung einer gebackenen Lila-Kartoffel-Praline und aromatischen Artischocken ergaben auch in der Gesamtschau ein rundum gelungenes Gericht auf überdurchschnittlichem Niveau.

Nach einem leider viel zu süßen, sulzigen Schaumweinsorbet auf Grapefruitfilet zeigte die Patisserie danach mit ihrem Dessert „Griechischer Joghurt mal anders“, dass sie grundsätzlich an diesem Niveau anknüpfen kann. Damit präsentierte sich die gesamte Performance in dieser Testsaison wieder deutlich stärker als in den beiden Vorjahren, was uns gerade deshalb sehr freut, weil die Brasserie Bavarie auch ein beliebter Ausbildungsbetrieb für den dringend benötigten Köche-Nachwuchs ist. Zuvorkommender Service, preiswerte Weine solider Qualitäten glasweise sowie kostenlose Parkplätze in der Tiefgarage sind weitere schlagende Argumente für einen Besuch.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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