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Fotos: freistil.

freistil.

im freistil. boutiquehotel.
Schweineberg 20
87527 Ofterschwang
08321-3509

aktualisiert: 03 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 14-36 €,
Menüs: 39-75 €

Zwischen den vielen ländlichen, eher traditionell und behaglich gestalteten Hotels und Restaurants im Oberallgäu sticht das Kiehnes Freistil mit seinem geradlinig-puristischen Design auf erfrischende Art heraus. Mit viel hellem Holz und punktuellem Dekor bleiben zwar sowohl das in den letzten Jahren modernisierte Hotel als auch das Restaurant klar alpenländisch – aber eben auf zeitgemäß moderne Art. Dazu passt dann auch die Küche von Constantin Kiehne ganz hervorragend, der einerseits ein pfiffig-bodenständiges Angebot von originellen Bowls über den „Wild Hot Dog“ mit Wildbratwurst und Meerrettichmayonnaise bis zum Bio-Backhendl mit Kürbiskernmayonnaise und Kartoffelsalat bietet, andererseits aber auch zwei Menüs (eins vegetarisch) mit kleinen feinen Gerichten, in denen sich der Chef etwas kreativer und akkurater auslebt.

Das Rüstzeug dazu stammt unter anderem noch aus seiner Zeit bei Johannes King im Söl‘ring Hof auf Sylt, allerdings ist Constantin Kiehne abgeklärt genug, um hier in Ofterschwang nicht überambitioniert ans Werk zu gehen. Seine Gerichte bleiben grundsätzlich einfach gestaltet, leben aber von gewitzten Ideen und der Fähigkeit des Chefs, auch mit wenigen Handgriffen schmissige Pointen zu setzen.

Ein gutes Beispiel dafür lieferte zuletzt eine Vorspeise aus einer üppig fluffigen, zart angerösteten Briochescheibe neben etwas Kürbiscreme und Kürbiskern-Mayonnaise, die mit einem satten Topping aus grob geschnittener klararomatischer Lachsforelle, kleinen Kürbiswürfelchen und Crème fraîche belegt wurde. Das Ergebnis war so eine Art pfiffiges „Fischbrötchen Deluxe“. Obwohl der kleine getöpferte Teller, auf dem der Gang angerichtet wurde, im ersten Moment etwas karg wirkte, entstand ein saftig-süffiges Gesamtbild, das vor allem durch die Säure in der Mayonnaise ganz entscheidend belebt wurde.

Generell kann man sich hier drauf verlassen, dass die natürlichen und klaren Aromen der Produkte mit dem richtigen Feingefühl arrangiert werden. Sei es bei einem reintönig-tiefen Wilddashi mit Wildtatar, zartem Eierstich und Kräuterseitlingen als Wohlfühl-Intermezzo, oder bei der sanft gegarten Seeforelle, die, warmwürzig von Blutwurst unterstützt, mit geschmeidigen Linguine und einem fokussiert straffen Lauchschaum kombiniert wurde.

Auch die schmalen Tranchen von saftig knuspriger Entenbrust, die neben einer üppigen Kuppel gezupften Keulenfleischs, einer fruchtig konzentrierten Rotkohlcreme und klassischem Rotkohl mit zartem Biss angerichtet waren, konnten in dem für die Küche Kienes typischen, aufgeräumten Stil überzeugen. Der wohlproportionierte Hauptgang bekam zwar durch die krachend kross frittierten – und ebenfalls mit Entenfleisch angereicherten – Ecken aus Kartoffelknödelteig einen etwas rustikalen Anstrich, machte aber auch auf diese Art viel Freude. Nicht zuletzt durch die voluminöse, natürlich aromatische Entenschmorjus, die dazu angegossen war.

Und auch der knusprig-luftige Kaiserschmarrn mit intensiven herben Rumtopffrüchten in einem kleinen Glas gelang souverän, zumal es dazu mit einem mustergültigen, kompakt cremigen Topfeneis in bester Pacojet-Manier auch noch eine kongeniale Erfrischung gab. Für die passende Begleitung in den Gläsern steht eine kleine individuelle Auswahl an Weinen aus Deutschland, Österreich und Italien parat, die zwar keine qualitativen Spitzen, aber viel Trinkspaß und ebenso faire Preise wie auch bei den Speisen bietet.

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