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Fotos: Zur Malerklause

Zur Malerklause

im Hofecken 2
54413 Bescheid
06509-558

aktualisiert: 06 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Fr u. Sa ab 18 Uhr, So von 12-13.30 Uhr, Mo-Do Ruhetag
Hauptgerichte: 32-46 €,
Menüs: 89-134 €

So sehr wir moderne Gastro-Konzepte und kreative Küchenstile schätzen, so gerne mögen wir auch die tradierten Gasthäuser – sofern dort, wie im Falle der Malerklause in Bescheid, köstlich aufgetischt wird. Dass die Gerichte des souverän altmeisterlich kochenden Chefs Georg Lorscheider, der das Lokal als Family Affair zusammen mit Ehefrau Beate und Sohn und Gastgeber Mario betreibt, passend zum Ambiente ebenfalls im besten Sinne altmodisch daherkommen, macht das Gesamtpaket rund und alles andere wäre an diesem Ort auch nicht denkbar.

Die Tomatenmousse mit einem Klecks Tomatenkonfitüre auf Kräuterschmand machte als betont schlichter, aber sehr schmackhafter Gruß bereits zu Anfang offenbar, dass der Chef mit leichter Hand und sicherem Gespür kocht. Noch mehr konnte man allerdings an der Miniatur von Tafelspitzsülze und Kartoffelsalat erkennen: die Sülze selbst angenehm temperiert, schön schmelzig und natürlich aromatisch, der Kartoffelsalat erfrischend säuerlich und schlotzig, aber trotzdem mit zartem Biss, und die Remouladensauce daneben wirkte ebenfalls hausgemacht.

Wie sorgfältig und exakt der alleinkochende Chef arbeitet, wurde exemplarisch auch beim mit mediterranen Kräutern gebratenen Wolfsbarschfilet in der Vorspeise deutlich: die Haut des Fischs präzise eingerautet und sehr kross ausgebraten, das Fleisch darunter maximal saftig, zart und nur behutsam gewürzt. Aber auch das Begleitensemble aus Zucchinisalat, Peperonata, halbgetrockneter Tomate, Gemüsevinaigrette, Olive, Pesto und grünem Spargel, aus dessen mediterranem Kontext nur die süßsäuerlich marinierten Rettichwürfel ausscherten, ließ in seiner Feinabstimmung in jedem Detail keine Zweifel am hohen Niveau der Küche aufkommen.

Die folgende Tiefseegarnele war als Produkt ebenfalls von weit überdurchschnittlicher Qualität und mit Sorgfalt auf den Punkt gebracht. Puristisch begleitet von ausdrucksstarkem Krustentierschaum und etwas Ratatouille in einem dünnen Knusperteigschälchen, auch das eine sehr gelungene Sache.

So wie der sous-vide gegarte wildgefangene Zander schwedischer Provenienz im nächsten Gang. Und vor dem Hintergrund dessen ansprechender hellaromatischer, weiß-grüner Begleitung in Form zweier perfekt gegarter weißer Spargelstangen, etwas Blumenkohl, Erbsenschoten, einer Art Kräutersalsa und stoffig-gehaltvoller Weißburgundersauce, war es fast etwas schade, dass ebendieses von einem auf den herrlich glasig-blättrigen Fisch geklecksten tomatisierten Schmorgemüse ein wenig konterkariert wurde. Allerdings konnte das den Genuss auch in keiner Weise ernsthaft trüben und letztendlich fügte sich natürlich auch jenes tomatenintensive würzige Püree irgendwie harmonisch ins frühlingshafte Geschmacksbild ein.

Dass Meister Lorscheider ein Mann der schlagkräftigen, beherzten Aromen ist, er damit aber nicht übers Ziel hinausschießt, sondern souverän die Balance hält, verdeutlichte zudem der Hauptgang rund um Entenbrust, Rotkohl, sautierte Waldpilze, Kartoffelmousseline und knusprig gratinierte Grießschnitte, die von ihm mit einer leicht gebundenen hellbraunen Geflügeljus mit starkem Rückgrat ins Rennen geschickt wurden. Besonders markant stachen aus diesem Ensemble die mit einer eleganten alkoholischen Note abgerundeten Rotweinschalotten heraus, die sich dergestalt aber ebenfalls sehr gut ins Geschehen integrierten. Das für unseren Geschmack in diesem Kontext viel zu dünn aufgeschnittene Fleisch selbst war in seiner etwas matten, trockenen Art allerdings nicht ganz optimal.   

Kein Leisetreter und ebenfalls auf angenehme Art markant alkoholisch präsentierte sich das mit Grand Marnier abgeschmeckte und schön schmelzig zarte Parfait, das von aromatischen marinierten Erdbeeren, Vanillecreme und Buttercrumbles umgeben war – und die anderen Mitstreiter der Dessertvariation, in deren Rahmen es aufgeboten wurde, glatt in den Schatten stellte.

Wer so wie wir mehr als drei Gänge essen möchte, dem sei der bis zu sechsgängige Menüvorschlag als Herz gelegt, bei dem die Portionen entsprechend der Gangzahl angepasst werden. Es gibt aber diese und darüber hinaus noch ein paar weitere Gerichte auch à la carte und zudem eine gute Weinkarte in gastfreundlicher Kalkulation mit ansprechenden regionalen und internationalen Offerten.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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