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Fotos: Edelwirtshaus Zur Golden Kron

Edelwirtshaus Zur Golden Kron

Alt-Eschersheim 58
60433 Frankfurt am Main
069-95106886

aktualisiert: 07 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Sa ab 17 Uhr, So ab 12 Uhr durchgehend, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 36-69 €, Menüs: 89-195 €

Wenn sich ein sehr erfahrener Küchenchef, der in seiner Karriere nicht nur unter Top-Köchen an vorderster Front gedient hat, sondern auch höchstselbst und in eigenem Namen schon zu einigem Renommee gekommen war, irgendwann dazu entschließt, der kulinarischen Glitzerwelt adieu zu sagen und stattdessen ein Wirtshaus für Feinschmecker zu eröffnen, dann klingt das für uns ganz besonders reizvoll. Routinier Alfred Friedrich, einst Souschef im Restaurant Aubergine bei Eckart Witzigmann, dann Küchenchef unter Jörg Müller und später unter Heinz Winkler, schließlich noch selbstverantwortlich erfolgreich mit dem Marcobrunn im Hotel Schloss Reinhartshausen, dem Zarges, dem Gourmetrestaurant im Tigerpalast und dem Lafleur, zog es 2017 mit eben diesem Ansinnen in eines der ältesten Gasthäuser Frankfurts, um dort hinter 350 Jahre alten Fachwerkmauern ein „Edelwirtshaus“ zu etablieren.

Seitdem sind nun schon fünf Jahre vergangen und dieser Hort der völlig unkomplizierten und schnörkellosen, aber nach allen Regeln der Kochkunst und mit hohen Qualitätsstandards zubereiteten Küche boomt. Es gibt also in Frankfurt durchaus eine Vielzahl an Feinschmeckern, die zum kulinarischen Glück keine aufwändigen Basteleien, keine überbordende Kreativität und keine technischen Mätzchen brauchen und trotzdem bereits sind, für einen Hauptgang mit Fisch oder Fleisch, etwas Gemüse und Sauce deutlich über 50 Euro hinzulegen – was hier aufgrund der teils hervorragenden Edelprodukte in großzügiger Portionierung und ihrer sogfältigen Zubereitung auch durchaus gerechtfertigt ist. Zuletzt etwa gab es ein Prachtstück von St. Pierre aus dem Atlantik mit gebratenen Artischocken, einer mit Bärlauch aromatisierten Kartoffelmousseline und Taggiasca Oliven als Hauptgang für gute 60 Euro und einen Zwischengang mit Wildfang-Garnelen, ebenfalls französischer Provenienz, für nur knapp darunter. Aber wie gesagt: man bekommt etwas für sein Geld.

Und so gibt es hier auch überhaupt keine Diskussionen, dass das Wiener Schnitzel, das der gebürtige Österreicher in Seelenruhe à la minute erst nach der Bestellung klopft und in locker-wellig soufflierter Idealform zusammen mit Kartoffel-Vogerlsalat und herben Gebirgs-Preiselbeeren aufs Porzellan bringt, die 30-Euro-Marke übersteigt. Dieses aus dem Kalbsrücken geschnittene Paradebeispiel ist der Renner im Programm! Grüße aus der Küche gibt es übrigens keine vorweg, aber das sehr gute Weißbrot mit lockerer Krume und röscher Kruste nebst Butter tröstet noch jedes Mal darüber hinweg. Zumal dann, wenn man einen österreichischen Schaumwein oder alternativ einen guten, nicht zu süßen alkoholfreien Aperitif im Glas hat und vielleicht im Sommer noch auf der lauschigen Innenhofterrasse sitzt.

Das Produkt ist hier ganz unangefochten der Star auf jedem Teller. So auch die Glen Douglas Lachsforelle mit krosser Haut und perfekt glasigem, butterzartem Fleisch mit feinem Schmelz, die für uns ganz puristisch nur mit knackigem gebratenem grünem Spargel, ein paar Wildkräutern und einer kraftvollen, aber für den feinen Fisch nicht zu dominanten Vinaigrette auf Basis von Kalbsjus daherkam. Beachtung verdient in der Golden Kron unbedingt auch die sehr gute Weinkarte mit programmatischem Schwerpunkt Deutschland und Österreich, aus der Mundschenk Vincenzo Ferro kompetent und leidenschaftlich empfiehlt. Gastgeberin ist die herzensgute Frau Friedrich, die uns auch zu der folgenden Erbsencremesuppe geraten hatte, die dann tatsächlich mit feiner, samtiger Konsistenz und viel purem Geschmack begeisterte, der nicht durch viel Sahne, Crème fraîche oder ähnliche Weichspüler „verwässert“ wurde. Darin schwammen maximal minimalistisch etwas Erbsenkresse sowie glasig-knackiges Fleisch von roten Garnelen mit ganz sauberem, süßlich-jodigem Geschmack und einer leicht schmelzigen Textur.

Spaß machten auch die saftig-zarten Tranchen vom Kalbstafelspitz mit Saft und viel Eigenaroma, welches auch dank ein wenig schmelzigem Fett am Rand transportiert wurde. Dazu gab es gebratenen weißen Spargel und eine sehr gute Sauce Gribiche mit Tiefe und eleganter Säurestruktur, was jetzt auf dem Teller gar nicht so übermäßig berauschend ausgesehen, aber eben toll geschmeckt hat. Und wer mal so etwas wie einen High-End-Zwiebelrostbraten erleben will, ist bei Alfred Friedrich ebenfalls an der richtigen Adresse. Der Chef nimmt dafür Prime-Beef vom Black Angus aus den USA und liiert die saftige Lende mit Dillfisolen und einem obszön nussbuttrigen Kartoffelpüree. Als Österreicher hat Alfred Friedrich natürlich auch ein Händchen für die Süßspeisen. Egal ob der mit karamellisierten Strudelblättern im Glas geschichtete Apfelstrudel mit Vanille-Panna-Cotta und zimtwürzigem Apfelkompott oder ein mit Brioche gefertigter Scheiterhaufen auf Rhabarberkompott nebst à part gereichtem Erdbeersorbet mit vollreif-natürlicher Aromenwucht: ein Dessert ist in der Golden Kron Pflicht! 

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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