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Fotos: Gasthof Zum Rebstock

Gasthof Zum Rebstock

Kutzendorf 1
77876 Kappelrodeck (Waldulm)
07842-9480

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Fr ab 17.30 Uhr, Sa u. So u. Fei von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 29-36 €,
Menüs: 47-99 €

Häuser wie den malerischen „Rebstock“ in Waldulm meinen wir, wenn wir uns nach Landgasthöfen sehnen, wie sie in der Folge des „Deutschen Küchenwunders“ der 70er-Jahre vor allem im deutschen Südwesten entstanden: Adressen, in denen ein bestens ausgebildeter Küchenchef nach einer Zeit in der großen weiten Welt – vorzugsweise in Frankreich oder bei einem der hierzulande prägenden Köche der Zeit – zurück an den heimischen Herd kehrte und dort ganz selbstverständlich die große klassische Küche mit der regionalen Tradition verband.

Im stolzen Fachwerkhaus der Familie Hodapp, das seit fast drei Jahrhunderten im Familienbesitz ist, findet man bis heute ein Musterbeispiel solcher Gastronomie. Karl Hodapp realisiert hier – nach frühen Stationen bei Josef Viehhauser, in Eckart Witzigmanns Münchner „Aubergine“ und gar im legendären „Windows on the World“ im New Yorker World Trade Center – eine handwerklich souveräne, bodenständig-ambitionierte, badisch-französisch geprägte Küche mit Anspruch (Schneckenrahmsüppchen! Cordon bleu vom Kalbsrücken!). Wir sind uns seit Jahren in unserer Einschätzung völlig einig mit zahlreichen Stamm- und Feriengästen, die hier eine Ortenauer Idylle vom Feinsten erleben.

Das beginnt mit den sorgfältig eingedeckten Tischen in den schönen Stuben oder auf der lauschigen Sommerterrasse und endet noch lange nicht mit der eleganten Möglichkeit, mit einem Schluck regionalen Pils aus dem Champagnerglas in den Abend zu starten – begleitet von einem als „Aufmerksamkeit des Hauses“ bezeichneten federleichten Amuse in Form eines reintönig-aromatischen Tomatenschaums auf einem kleinen Ratatouille-Salat. Deutlich substantieller dann die folgende Vorspeisenvariation, die ein luftiges Süppchen von gelber Paprika mit einer ein wenig fest geratenen und kräftig gesalzenen, aber sehr natürlich und klar schmeckenden Roulade vom rosigen Wachtelbrüstchen im Blutwurstmantel mit Bühler Zwetschgensenf verband, sowie – unser Highlight – eine enorm aromatische Terrinenscheibe von geliertem Sommergemüse mit einem ausgezeichneten marinierten Ziegenkäsebällchen sowie einigen Tranchen „Roastbeef vom Lamm“ mit einer Schnittlauchremoulade. Sehr schön!

Etwas weniger überzeugend erschien uns dann das folgende gebratene „Gänseleberle“ in mehreren dünnen und sehr weit gegarten Scheiben, die stark gesalzen auf einer eher kompakten Scheibe vom Hefegugelhupf platziert waren und deren etwas mastigem Eindruck auch die sehr dosierte Beigabe eines fruchtigen Marks von der Brennkirsche nicht wirklich abhelfen konnte.

Luftig-leicht, wenn auch einen Hauch grisselig und diesmal deutlich unterwürzt, empfanden wir anschließend die klassischen badischen Lachs-Zander-Klößchen, angerichtet auf sehr weichen Tagliatelle mit Spinat. Da wir sie nur als kleine Probierportion bestellt hatten, beschränkte sich das annoncierte „Schaumsößle“ auf zwei kleine Tupfen. Das war schade, denn wir wissen natürlich, welche begnadeten Saucen Karl Hodapp zu kochen versteht. Und er zeigte es im dann folgenden Hauptgang auch wieder eindrucksvoll, indem er seinen Klassiker – saftig gefülltes und zugleich wunderbar krosses elsässisches Perlhuhnbrüstchen aus dem Ofen – mit einem kastanienbraunen Schnittlauchrahmsößle von einer Tiefe und Sämigkeit an den Tisch bringen ließ, die uns ungeachtet des bereits üppigen Menüs mehrfach dazu verführte, zu den goldgelben, selbstverständlich handgeschabten Spätzle zu greifen.

Und ebenso selbstverständlich verzichteten wir auch nicht auf ein Dessert, das sich spiegelbildlich zum Einstieg als Variation präsentierte und eine luftig-intensive Mousse au chocolat im Gläschen mit fruchtigem Kirschenkompott, einem zarten Eisparfait von Ortenauer Erdbeeren im Baumkuchenmantel und einem frischen Himbeersorbet vereinte.

Dies alles, zusammen mit der nach wie vor außerordentlich interessant sortierten Weinkarte des Hauses, veranlasst uns, ungeachtet des ein oder anderen kleineren Wacklers, weiterhin fest zu unserer Bewertung zu stehen – und vor allem: uns auf unseren nächsten Besuch in der schönen Ortenau zu freuen.

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