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| Mi-Fr ab 17.30 Uhr, Sa u. So u. Fei von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 29-36 €, Menüs: 47-99 € |
Selten wird es einem so leicht gemacht wie hier, die Welt um sich herum für ein paar Stunden komplett zu vergessen. Das malerisch in die tiefen Täler der Ortenau eingebettete Fachwerkhaus befindet sich seit fast drei Jahrhunderten im Familienbesitz und wird liebevoll in Schuss gehalten. Schon allein atmosphärisch hat der Rebstock unglaublich viel zu bieten, ganz gleich, ob das Mahl nun auf der erhöhten Sonnenterrasse mit Blick in die umliegenden Weinberge oder in der heimeligen Stube serviert wird, die nicht typischer für den Schwarzwald sein könnte. Ein herzlicher und zugewandter Service sorgt für perfekte Rahmenbedingungen und nährt den verständlichen Wunsch der vielen Stammgäste, hier in schöner Regelmäßigkeit einzukehren.
Auch wir schätzen uns immer wieder glücklich, hier vorbeischauen können, was natürlich auch nicht unwesentlich mit der klassisch geprägten Regionalküche von Karl Hodapp zu tun hat, der das Rad nicht neu erfindet, aber mit substanzstarken Traditionsgerichten und heutzutage teils raren Spezialitäten vor allem die Erwartungshaltung einer kulinarisch im besten Sinne konservativ geprägten Gästeklientel bedient. Man kann hier zwischen zwei unterschiedlich langen Menüfolgen und etlichen Gerichten à la carte wählen, so dass Abwechslung zu jeder Zeit garantiert ist.
Nach der Brotauswahl mit Oliven, Kräuterquark und Kürbiskernaufstrich gab’s zuletzt als kleinen Gaumenkitzler ein gläsernes Schälchen mit mariniertem Spargel in cremigem Spargelschaum. Dass danach eine weiße Spargelcremesuppe mit Einlage von weißem Spargel folgte, war nicht sonderlich originell und abwechslungsreich, aber für sich genommen konnte auch diese leicht süßlich abgeschmeckte und sehr gehaltvolle Suppe rundum überzeugen.
Ein Vorspeisenklassiker aus der Küche von Karl Hodapp ist die augenzwinkernde Eigeninterpretation eines Vitello tonnato, bei dem Spanferkelrücken anstelle des beim italienischen Original obligatorischen Kalbfleischs und anstatt des Thunfischs eine aromatische Räucherforellencreme zum Einsatz kommt. Ein weiterer Evergreen aus dem Repertoire des Chefs sind die fluffigen Fischklößchen von Lachs und Zander in opulent cremiger Weißwein-Schaumsauce, aber auch die Wachtelbrust im Blutwurstmantel mit Zwetschgensenf oder gebratene Gamba auf einem gewürfelten Kartoffel-Gurken-Salat mit rahmig-kräuterwürziger Vinaigrette – beides gibt es hier auch als „Versucherle“, wie im Rebstock die Petitessen im Tapas-Format heißen, die man entweder einzeln oder als Quartett ordern kann.
Einen weiteren unangefochtenen Klassiker des Hauses ließen wir uns diesmal zum Hauptgang nicht nehmen: das unerhört saftige gefüllte Perlhuhnbrüstchen begeisterte mit viel Saft und Kraft und wurde in altmeisterlicher Perfektion auf den Teller gezaubert. Drapiert auf gedämpften Blattspinat waren die vier saftigen Tranchen stilecht mit von Hand vom Holzbrett geschabten Spätzle, Karottenpüree und einer Schnittlauchrahmsauce in bester Wirtshausmanier begleitet. Immer wieder gelingt es Karl Hodapp seine Gäste mit solchen unaufgeregten und zeitlosen Gerichten zu begeistern, an denen man die lange Erfahrung des Chefs, der seinerzeit länger bei Eckart Witzigmann gearbeitet hat, einfach anmerkt. Es mag wie ein Allgemeinplatz klingen, aber hier besinnt sich ein Koch ganz einfach auf seine Stärken und überzeugt damit auf ganzer Linie.
Für das Dessert wurde ein Rhabarberparfait mit Baumkuchen ummantelt und von Himbeersorbet in einem separaten Schälchen begleitet, wobei sich zum Sorbet lediglich noch ein paar Geltropfen von Himbeere und Minze gesellten. Und man kommt nicht umhin, auch hier festzustellen, dass Handwerk und Optik wie eine versteckte Referenz an die Zeit wirken, als der Chef in der Münchner Aubergine ausgebildet wurde und die Desserts im Vergleich zu heute oft weniger raffiniert wirkten, aber geschmacklich keinesfalls schlechter waren.
Seinen exzellenten Ruf in der Region und darüber hinaus verdankt der Rebstock aber nicht nur der guten Küche und der in Breite und Tiefe beachtlichen Weinkarte, sondern auch der familienfreundlichen Atmosphäre und den überaus kulanten Preisen.
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