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| Do-Mo von 11.30-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Di u. Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 38-49 €, Menüs: 90-120 € |
Auf der einen Seite ist dieses Gasthaus im beschaulichen Nack, ganz im Süden von Baden-Württemberg, ein echtes Kuriosum – denn trotz seiner abgelegenen Lage an der deutsch-schweizerischen Grenze schafft es das Team um Gastgeber und Küchenchef Gerd Saremba, auch unter der Woche und außerhalb der Saison mittags wie abends den Gastraum zu füllen. Gleichzeitig überrascht das kaum, weil hier sehr vieles einfach stimmt: Das Ambiente ist sehr gepflegt, schlicht und doch elegant, der Ton im Service herzlich und unkompliziert. Vor allem aber ist es die nicht nur durch ihr bemerkenswertes Preis-Genussverhältnis äußerst attraktive Küche, die sowohl die Eidgenossen scharenweise über die nahe Grenze pilgern lässt als auch uns immer wieder mit großer Vorfreude hierherlockt.
Es ist ein sehr zugänglicher Küchenstil zwischen herzhafter Regionalität und beschwingt leichter Mediterranità, den der Chef hier seit so vielen Jahren in bemerkenswert beständiger Art und Weise auf die uneitel und trotzdem immer sehr sorgfältig angerichteten Teller bringt. Sehr präzises fundiertes Handwerk, hinterlegt mit viel Substanz, zubereitet aus konsequent hochwertigen Produkten. Mehr Sein als Schein: Gerichte, die grundsätzlich durch ihren Geschmack und ihre Qualität überzeugen und nicht durch überbordende Kreativität oder Exklusivität.
Saremba kocht seit jeher mit stark südländisch-mediterranem Einschlag, manche Gerichte gehen aber auch in eine verfeinerte gutbürgerliche Richtung der regionalen Art. In erstere Richtung tendierte zuletzt beispielsweise ganz klar der optimal auf den Punkt gebrachte, zunächst butterzart gegarte und dann beherzt angegrillte Oktopus, der somit perfekt knusprig-zart auf dem Teller der Vorspeise lag, den er sich mit schön dünn gehobeltem Orangen-Fenchelsalat und knackigen streifen von breiten Bohnen teilte. Die zitrusfruchtigen Akzente, die einerseits von einer Orangencreme, andererseits von einer Limonenvinaigrette ins Spiel kamen, ließen den Auftakt dynamisch, frisch und leicht wirken.
Beispielhaft kann das von Hand geschnittene Rinderfilet-Tatar mit markantem Senfeis und vielsortigem Kräutersalat als regionalbetonte Spielart der Küche aufgeführt werden, während jene Vorspeise von hausgeräucherter Wildschwein-Coppa nebst bunten aromatischen Sommertomaten-Varietäten und duftigem Basilikum-Pesto von Sarembas Faible für einfallsreiche authentische italienische Küche zeugte. Harmonisch verbunden vom laktischen Schmelz cremig fließender Burrata und aufgelockert von knusprigem Röstbrot, wurde auch hier auf ganz unkomplizierte aber sehr sorgfältig umgesetzte Art wieder bodenständige Raffinesse ins Spiel gebracht.
Einerseits herzhaft und zupackend, andererseits sehr leichtfüßig sind auch die meisten Hauptgerichte. Fischgerichte, wie der ausnahmsweise mal eher fernöstlich inspirierte gegrillte Thunfisch, der gemeinsam mit gebratenen Crevetten auf mit frischem Koriander aromatisierten asiatischen Nudeln, Senfkohl und Miso-Schaum zum Besten gegeben wurde, sowieso. Aber auch der rosasaftige Lammrücken nebst wolkenzarten Gnocchi, mit ätherischem Minzhauch akzentuierter Erbsencreme und Speckcrunch, der auf einem Saucenduett aus unaufdringlich mildem hellem Knoblauchschaum und dunkler, tiefer, aber nicht zu dichter Portweinjus daherkam, war genau von dieser Art.
In der Weinkarte findet man längst nicht nur die Klassiker der Umgebung, wie etwa die Gewächse vom hervorragenden und nur einen kurzen Spaziergang entfernt gelegenen Weingut Clauss, sondern auch spannende italienische und französische Weine. Auch im Offenausschank hat das äußerst freundlich und engagiert auftretende junge Serviceteam immer lohnende Offerten in der Hinterhand.
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