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| So-Di u. Do u. Fr von 11.30-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, Sa ab 18 Uhr, Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 18-36 €, Menüs: 35-50 € |
Dompropst-Chef Christian Birtel, der sich über Wadern hinaus nicht nur als Koch, sondern auch mit seiner eigenen Feinkost-Linie, zu der Gewürzmischungen, Essige, Öle und Saucen gehören, einen guten Namen gemacht hat, sorgt in seinem sympathischen kleinen Lokal am Marktplatz von Wadern für eine ansprechende Küche für jeden Tag. Nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes mit den wirklich günstigen, täglich wechselnden Mittagsgerichten, sondern auch sprichwörtlich mit den sehr zugänglichen, nicht übertrieben artifiziell oder exklusiv konzipierten Offerten auf der normalen Karte.
All das gibt es entweder im Sommer auf der Terrasse vor dem Haus oder ganzjährig in einem mit schwarzweißem Fliesenboden, Wandspiegeln und roten Polstern auf schwarzem Gestühl an ein klassisches Bistro mit Patina erinnernden Gastraum. Von Birtels Ehefrau Saskia und ihren Mitarbeiterinnen werden dort Gerichte serviert, mit denen spürbar mehr Anspruch erhoben wird, als bei der regionalen Konkurrenz, die aber meist nicht mehr sein wollen, als sie sind.
Das Einzige, was wir beim klassischen Rindercarpaccio als verbesserungsbedürftig empfanden, war die Temperatur der dünn aufgeschnittenen Scheiben, die noch sehr kalt an den Tisch kamen. Ansonsten war hier nicht nur die Qualität des schön marmorierten dunklen Rohfleischs sehr gut – es wurde mit einem nussigen Rucolapesto, saftig-aromatischen eingelegten bunten Cherrytomaten und natürlich gehobeltem Parmesan auch noch ansprechend bespielt.
Auch an einer weiteren Vorspeise, einem Avocadotörtchen mit gebratenen Garnelen, wäre unserer Ansicht nach nur eine Kleinigkeit zur Verbesserung nötig gewesen: nämlich irgendein herzhaft-würziger Ausgleich für die bei diesem aus schmelzigen Avocadostücken, Mozzarella, Basilikumpesto und Mangochutney geschichteten Törtchen fast schon etwas plakativ vorherrschende fruchtige Süße. Denn ansonsten war hier von den glasig-knackigen Krustentierchen mit schön klarem Geschmack über den Reifegrad der Avocado und die Proportionen bis zur Idee alles sehr solide.
Solide waren ganz ohne Frage auch die beiden leider nur nicht ganz so sorgfältig auf der Haut gebratenen, qualitativ ordentlichen Wolfsbarschfilets, die mit ihrer Begleitung aus Schmortomaten, Artischocken und gekochter Quinoa auf einer zwar konsistenten, aber leider aromatisch relativ schmalbrüstigen Safransauce angerichtet waren. Die dazwischen eingestreuten Balsamico-Perlen hätte es nach unserem Dafürhalten eigentlich nicht gebraucht – gestört haben sie aber auch nicht. Mehr nach vorne gebracht hätte dieses Gericht aber definitiv eine ausdrucksstärkere Safrannote in der Sauce, zumal Christian Birtel ja gewissermaßen an der Quelle sitzt.
Unter den allesamt recht braven Desserts hat uns beim jüngsten Besuch das karamellisierte Erdbeerparfait am meisten angesprochen, was sich auf dem schwarzen Teller als recht üppige Portion drei auf der Schnittfläche gezuckerten und im Stil einer Crème brûlée abgeflämmten Schnitten präsentierte, die dort mit eingelegtem Rhabarber und frischen Erdbeeren zu einem schlichten, schmackhaften Grundakkord ohne weiterführende Anklänge zusammenfanden. Die kleine, solide bestückte Weinkarte bietet von einfachen Schoppen bis zu den Erzeugnissen renommierter Winzer von Saar und Mosel wie Markus Molitor, Van Volxem oder Nik Weis ein attraktives Spektrum zu moderaten Preisen.
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