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Fotos: Zum Dückerstieg

Zum Dückerstieg

Dückerstieg 7
25554 Neuendorf-Sachsenbande
04823-92929

aktualisiert: 06 / 2023
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi u. Do ab 17.30 Uhr, Fr-So von 11.30-13.30 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 10-37 €,
Menüs: 50-72 €

Die Lage an der Ortsdurchfahrt der Gemeinde in der beschaulichen Prärie des Landkreises Steinburg, die Architektur des Gebäudes, die Logos unterschiedlicher Brauereien auf Fahnen, Leuchten und Windfang, sowie das traditionelle Ambiente der Gasträume – all das passt perfekt in das Bild eines norddeutschen Landgasthofs. Doch der Blick in die Speisekarte verrät, dass die Ambitionen der Küche deutlich über Schnitzel Wiener Art oder Steakpfanne hinausgehen. Die gibt es hier zwar auch, daneben aber mehrheitlich durchaus einfallsreiche und weltoffene Gerichte. Etwa Vorspeisen wie karamellisierter Ziegenfrischkäse mit Quitte oder geräucherte Entenbrust mit Apfel, Rotkohl und Nüssen, oder der Hauptgang des viergängigen Menüs, ein mit einer Kruste von fermentiertem Knoblauch gratinierter Lammrücken nebst sautiertem Spitzkohl, Kartoffelkrapfen und Bärlauchsauce.

Eine sehr attraktive Vorspeise war zum Beispiel auch das Dreierlei von der Lachsforelle mit Gurke und Senf. Weil hier zum einen der Fisch von der optisch sehr schön in Szene gesetzten gebeizten Variante über eine kaltgeräucherte abgeflämmte Tranche bis zu warmgeräucherten Stücken und dem eigenen Kaviar qualitativ sehr proper daherkam. Und weil er zum anderen mit einem akkurat als Ring arrangierten Gurken-Kräutersalat, der von einer erfrischenden, aromatisch ausgewogenen marmorierten Kräutervinaigrette und einem punktuell eingesetzten Zitronengel auf zeitgemäße Art, frisch und leicht umspielt wurde, auch als Komposition niveauvoll arrangiert war.

Der Chef weiß nicht nur, wie man stimmige Kombinationen zusammengestellt, er hat auch das Know-how, sie sehr schmackhaft zubereiten zu können und außerdem ein gutes Gespür dafür, wie man sie wohlproportioniert auf den Teller bringt. All das zeigte nämlich auch der Zwischengang um schön prall und saftig mit geschmortem Ochsenschwanzfleisch gefüllte Ravioli, die mit verschiedenen süßsauer eingelegten bunten Gemüsen, die hier Dynamik und auflockernde Frische ins Spiel brachten, auf etwas Selleriecreme angerichtet waren. Und die durch ein Saucenduett aus heller milder Schaumsauce und reduzierter Kalbsjus zu süffigem Soulfood wurden.

Gehobenen Anspruch an die Produkte und ein feines Händchen für perfekte Garzeiten ließ dann auch die eindrucksvoll saftig zart auf den Punkt gebrachte, qualitativ sehr gute und frische Tranche vom Adlerfisch erkennen, weshalb es hier auch überhaupt nicht ins Gewicht fiel, dass die gebratene Haut des Fisches nicht mehr kross war. Und auch wenn der Adlerfisch ein relativ robuster Fisch ist, hätte der Kürbis-Graupenrisotto, auf den er zusammen mit Blattspinat gebettet war, als Beilage schnell zu breit und zu mächtig für ihn werden können. Doch auch das war eine locker-flockige Angelegenheit: der fein gewürfelte Kürbis hatte noch Biss, war eher fruchtig und nussig und bekam durch die Säurestruktur eines konsistenten Weißburgunderschaums mit Sprenkeln von Kürbiskernöl, die das Nussige noch unterstrichen, eine lebhafte Sauce zur Seite.

Für Freunde des gepflegten variantenreichen Fleischgenusses fährt die Küche beispielsweise rosa gebratenen Rücken und geschmorte Haxe vom Holsteiner Kalb auf und liiert sie mit getrüffeltem Wirsing, Sesam-Kartoffeltalern und einer mit weißem Port abgeschmeckten Jus. Und zum Nachtisch legt sie ganz überraschend nochmal eine Schippe drauf und präsentiert verschiedene allesamt beeindruckend gut auf den Punkt gebrachte Spielarten von Blutorange, die von glatt-schmelzigem weißem Schokoladeneis, etwas weißer Luftschokolade und Mousse von in diesem Kontext ebenfalls sehr gut korrespondierender Ruby-Schokolade sanft umschmeichelt wurden. So hatten wir es mit einem rundum harmonischen Abschluss geschmeidig ineinanderlaufender Komponenten zu tun, der sich eigentlich fast schon auf 7-Pfannen-Niveau bewegte.

Und weil das alles zu einem sehr günstigen Preis-Genuss-Verhältnis zu haben ist und von sehr aufmerksamen und sympathischen Servicemitarbeiterinnen aufgetragen wird, macht eine kulinarische Landpartie nach Neuendorf-Sachsenbande gleich noch mehr Spaß.

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