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| Täglich von 12-14.30 Uhr u. ab 17.30 Uhr, kein Ruhetag |
| Menüs: 66-126 € |
Wer beim Namen „Zum Adler“ verständlicherweise an eine Traditionswirtschaft mit nostalgischem Flair denkt, wird im Falle des Adlers im Zentrum von Bünde erstaunt sein, sich in modernen, hell und stilvoll gestalteten Räumen wiederzufinden. Eigentlich geht die Geschichte des Restaurants aber tatsächlich bis ins späte neunzehnte Jahrhundert zurück, allerdings musste das alte Adler-Gebäude abgerissen werden. Doch an gleicher Stelle wurde vom Architektenehepaar Nuray und Peter Hartmann, die zugleich die heutigen Gastgeber sind, ein fünfstöckiges Eckgebäude errichtet, in dessen Erdgeschoss wieder engagiert bewirtet wird.
Der neue Adler ist ein zeitgemäßes, stilvolles Gasthaus mit viel Glas, Licht und einer vom L-förmigen Gastraum einsehbaren Küche. Ein Ort, in dem es leichtfällt, sich wohlzufühlen. Ein Steckenpferd des Teams ist hochwertiger Fleischgenuss, teils roh, etwa als Carpaccio oder Tatar, primär aber als Steak-Varietäten vom bis zu 800 Grad heißen Grill, vom Black Angus bis zum Wagyu und in verschieden Cuts. Es gibt aber immer auch mindestens ein Fischgericht als Tagesempfehlung und für Vegetarier und sogar Veganer eine eigene Karte mit originellen Offerten, die von der Ratatouille-Interpretation bis zum Risotto mit Pfifferlingen, Haselnüssen, Granatapfelkernen und Pilzjus reichen.
Auch ein bis zu fünf Gänge umfassendes omnivores Menü wird geboten, Fisch und Krustentier spielen aber grundsätzlich eine eher untergeordnete Rolle im Programm. Man kann zum Beispiel Riesengarnelen als maritime Einlage in ein Süppchen wie das von Kürbis und Orange eintauchen lassen, oder sie mit verschiedenen Beilagen nach Wahl anreichern und zum Hauptgang essen. Und natürlich als optionales Add-on zu den diversen Steaks für ein amtliches Surf-and-Turf.
Daneben gibt es aber immer auch einen Fang des Tages, der mündlich vom Service angepriesen wird, zuletzt ein Filet vom weißen Heilbutt, das ebenso zurückhaltend subtil gewürzt und auf den optimalen Garpunkt gebracht wurde und von ebenso überdurchschnittlicher Qualität war, wie es hier auch sämtliches Fleisch ist. Dass Wert auf hohe Produktqualität gelegt wird, merkt man aber auch schon beim Brot vorneweg und beim hervorragenden Olivenöl, das mit seinem markanten Geschmack auch den Fisch und das Grillgemüse als Sauce bestens begleitete – nicht nur mangels adäquater Alternative.
Aber klassische Saucen scheinen ohnehin nicht die allergrößte Stärke des Teams zu sein, wie an der plakativen Pfeffersauce zum sehr guten, perfekt gleichmäßig rosa gegarten Rinderfilet zu schmecken war: unausgewogen viel säuerlich-scharfe grüne Pfefferaromen und kaum Substanz im Hintergrund ergaben ein eher unharmonisch kratziges, kraftloses Bild ab. Optionale Beilagen wie der etwas feiste, mit Parmesan vermengte Kartoffelstampf oder recht blasses Grillgemüse, weitgehend ohne Röstnoten, Kräuterwürze oder sonstige Aromaten, waren zwar schmackhaft, aber nicht sehr raffiniert.
Die 5 Pfannen sicherten die generelle Produktqualität, aber auch Vorspeisen wie ein klassisches Carpaccio vom Rind mit Parmigiano oder von Hand geschnittenes Rindertatar, das mit Onsen-Ei und einer Nocke Dijon-Senf offeriert wird. Ein Klecks von mit Kräutern vermengte Schmandcreme und lockeres dunkles Knusperbrot für belebenden Texturkontrast sind da auch mit an Bord, das Tatar selbst wird dafür eher zurückhaltend gewürzt. Und auch wenn das „Onsen-Ei“ genau genommen gar kein solches ist, sondern ein wachsweiches, vermutlich confiertes oder sous-vide gegartes Eigelb, pimpt es mit seinem Schmelz zusammen mit den anderen Komponenten das Rohfleisch ebenfalls attraktiv auf.
Eine pfiffige Idee der Küche ist auch der westfälisch interpretierte Mini-Burger als Vorspeise, für den Rindfleisch-Patty, Salat und Rotkohlkompott statt zwischen des sonst obligatorischen Brot-Buns zwischen zwei runden Scheiben Kartoffel-Pickert stecken. Und auch im süßen Finale zeigt das Team mit Variationen von der Aprikose von Mousse über Espuma bis zu gedörrten Früchten im Zusammenspiel mit Marzipan und Valrhona-Schokolade einfallsreich und geschmackssicher.
Beim Blick in die Getränkekarte erfreut nicht nur ein äußerst umfangreiches glasweises Angebot an attraktiven europäischen Weinen, sondern auch sonst sehr viel gute Auswahl an verschiedensten alkoholischen und alkoholfreien Getränken.
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