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Zeller Restaurant

im Hotel Zeller
Aschaffenburger Str. 2
63796 Kahl am Main
06188-9180

aktualisiert: 12 / 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 16-42 € , Menüs: 22-60 €

Ein erfolgreicher gastronomischer Auftritt beginnt immer mit einer realistischen Selbsteinschätzung. Und genau zu dieser konnten wir dem Familienbetrieb im Kahler Ortskern in den letzten Jahren schon häufiger gratulieren: Das Küchenteam im Restaurant des gleichnamigen Hotel Zeller weiß nämlich genau was es kann und konzentriert sich bewusst auf die eigenen Stärken, ohne damit eintönig zu wirken. Es füllt die Karte des mit hellem Holz und rustikaler Stubenromantik heimelig gestalteten Gastraums überwiegend mit regional inspirierten Kreationen, die neben dem ein oder anderen importierten Edelprodukt vor allem heimische Viktualien gekonnt in Szene setzen.

So brauchte es für einen gelungenen ersten Gruß aus der Küche heuer dann auch nicht mehr als ein paar marinierte Nordseekrabben, die mit geviertelten Kapernäpfeln garniert nebst einer schmelzig-spitzen Limetten-/Ingwer-Sauce auf einem Barlöffel platziert waren. Die feine Brotauswahl, die zuvor schon mit luftig aufgeschlagenem Gänseschmalz aufgetragen wurde, unterstrich ebenfalls das sympathische kulinarische Credo: Gute Viktualien, ohne großes Tamtam sauber auf den Punkt gebracht.

Auch bei der schön zartfleischigen, nur minimal zu kalt servierten Roulade vom Perlhuhn arbeiteten ein fein abgeschmecktes süß-säuerliches Dressing zum Feldsalat-Bouquet und eine mit Trüffelstückchen durchzogene Mayonnaise den mit gemüsiger Farce gefüllten Geflügelscheiben gewinnbringend zu. Dass man zudem noch eine großzügig portionierte Haube von frisch gehobelter schwarzer Trüffel als aufpreisfreies Teller-Upgrade spendiert bekam, machte die Sache umso attraktiver.

Als kleiner Gruß an die hessischen Nachbarn konterte ein kräuterwürziger Grüne-Soße-Schmand im Anschluss die gegrillten Riesengarnelen mit vegetabiler Frische und seidigem Schmelz, während ein Salat vom süß-sauer eingelegten Kürbis das Ganze kongenial erfrischte. Das war genauso klar abgesteckte Drei-Komponenten-Küche wie die hausgemachten Kräutergnocchi mit blanchierten Kürbiswürfeln und Ziegenfrischkäse, die zeigten, dass man auch mit wenigen Dingen viel Substanz auf den Teller legen kann.

Und auch wenn der Kürbis bei unserem letzten Besuch vielleicht ein wenig zu viel Raum auf der Speisekarte einnahm, passte das mit blanchierten Lauchzwiebeln und frittierten Petersilienblättern akzentuierte Kürbis-Graupenrisotto natürlich bestens zum blütenweißen Zanderfilet mit röscher Haut, das ebenso perfekt auf den Punkt gebracht war wie der geschmorte Frischlingsnacken im Hauptgang. Zu diesem sorgten letztlich der kurz blanchierte Rahmwirsing und die zarten, leicht angebräunten Haselnuss-Schupfnudeln genauso für authentisches Heimatfeeling wie die schön zimtwürzige weiße „Bayrisch Creme“ mit Zwetschgen-Ragout und Mandelcrumble für den gelungenen süßen Abschluss.

Sommelière Ute Wiedenhöft, die schon seit über 15 Jahren die Weinkarte hegt und pflegt, kann hier auf einen gut gefüllten Keller zurückgreifen, der mit sehr vielen deutschen Erzeugnissen bestückt ist, daneben aber auch zahlreiche internationale Kreszenzen für jeden Anlass und für jedes Budget bereithält.



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