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| Mi u. Fr ab 17 Uhr, Do u. Sa von 12.30-14.30 Uhr u. ab 17 Uhr, So-Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 29-39 €, Menüs: 65-85 € |
Während die bekannte Köchin Julia Komp eine Tür weiter in ihrem Gourmetrestaurant Sahila mit den Gästen auf kulinarische Weltreise geht und der stark von ihren Reisen geprägte Inspirationsradius quasi keine Grenzen kennt, taucht man nebenan in ihrem als „Mezze Bar“ titulierten Restaurant Yulia ganz spezifisch in ein 1001-Nacht-Erlebnis ein. Denn das ebenfalls sehr geschmackvoll in Naturfarben gestaltete Lokal, das sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Yunus Özananar betreibt, stellt in zwei Menüvarianten die synchron aufgetischten Mezze in den Mittelpunkt des Geschehens – entweder als „Starter“-Kit mit der Mezze Platte zum Teilen und danach einem Hauptgericht zur Wahl, oder dem Mezze „Menü“ in vier Gängen, das ebenfalls mit dem fulminanten Reigen unterschiedlichster Mezze beginnt, der danach noch drei Tellergerichte folgen.
Ein Karottentatar mit Kapern, das mit einem ausgewogenen Spiel von Säure, Schärfe und Süße durchaus interessant abgeschmeckt war, läutete zunächst im Kleinen das ein, was danach in großer Vielfalt aufgetischt wurde: insgesamt 14 pikante orientalische und mediterrane Kleinigkeiten, mal milder, mal deftiger, die durch neun Länder im Nahen und Mittleren Osten führten. Da gab es Gewöhnlicheres, aber in feiner Ausführung, wie beispielsweise Mini-Börek mit Schafskäsefüllung, eingelegte Kalamata-Oliven oder eine türkische Feta-Creme, aber auch nicht alltägliche und überdies raffiniert abgeschmeckte Kleinigkeiten wie die Gelbe Bete mit Orangenblüte, eine iranische Linsencreme mit Orange, syrischen Estragon-Joghurt oder die rauchige Auberginen-Joghurtmousse mit Granatapfelkernen und Linsencrackern.
In einer ebenfalls mit einem warmwürzigen orientalischen Touch abgeschmeckten Karottensuppe schmolz im Anschluss an die Mezze-Parade eine geeiste Ziegenkäsecreme für einen milden laktischen Temperaturkontrast, was das grundsätzliche Prinzip der Yulia-Küche, nämlich mit verhältnismäßig einfachen Mitteln für Raffinesse auf den Tellern und in den Schälchen zu sorgen, ebenfalls sehr gut aufgehen ließ. Da wird kein großes Brimborium veranstaltet, sondern einfach mit pfiffigen Aromenakzenten und sich auch haptisch gewinnbringend ergänzenden Produkten auf ganz gegenständliche und zugängliche Art etwas Überdurchschnittliches gekocht.
Im Hauptgang des viergängigen Menüs bekamen wir es mit einem als Tajine bezeichneten Gericht zu tun, das sich um perfekt gleichmäßig rosasaftig gegartes Kalbsfilet vom Blonde d‘Aquitaine, der französischen Blondvieh-Rinderrasse drehte, das zwar vermutlich nicht in dem traditionellen marokkanischen Schmortopf zubereitet wurde, aber vielleicht deshalb als Tajine bezeichnet war, weil das Fleisch schonend im eigenen Saft garen konnte. Und natürlich wegen der nordafrikanischen Würze, die hier nicht nur von der Salzzitrone in der Jus herrührte, sondern auch den Couscous und das aus Karotte, Zucchini und Erbsen bestehende Gemüse zart umwehte. Hier war dann bereits deutlich zu erahnen, dass das Team nicht nur bodenständige orientalische Küche kann, sondern auch Gourmet-Skills draufhat.
Von persischen Havij-Desserts inspiriert kam zum süßen Abschluss eine kunstvoll arrangierte Nachtisch-Kreation an den Tisch, die sich auf dem ersten Blick in ihrer handwerklich elaborierten Art auch nebenan im Sahila nicht hätte verstecken müssen. Typischerweise Karotte (Havij), aber auch Pistazie und Rhabarber sowie die Aromen von Orangenblüte und Kardamom wurden hier akkurat und wohlproportioniert vom Törtchen über Sorbet und Gel bis zur Mousse in verschiedenen Aggregatzuständen durchdekliniert und harmonisch zusammengelegt. Da tendierte die Küche dann, genau wie zuvor beim Hauptgang, schon fast in Richtung 7 Pfannen.
Die Weinkarte hat ihren thematischen Schwerpunkt in Deutschland und Österreich, macht aber auch spannende Exkurse nach Ungarn, in die Türkei oder den Libanon. Außerdem gibt’s überdurchschnittlich viele gute alkoholfreie Getränke, etwa von Jörg Geiger oder Peter van Nahmen.
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