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Fotos: Weinstall

Weinstall

Schlossplatz 3
97355 Castell
09325-60110

aktualisiert: 01 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do ab 17.30 Uhr, Fr-Mo von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 12-32 €,
Menüs: 30-69 €

Ganz offensichtlich war es für das Weingut des Kurfürstlich Castell’schen Domänenamts eine sehr gute Entscheidung, den direkt in das eindrucksvolle Anwesen von Schloß Castell integrierten „Weinstall“ nach langjähriger Verpachtung in die eigenen Hände zu nehmen. Denn das junge und zugleich erfahrene Team um Matthias Schäfer und Dave Metz, das hier in Küche und Service in den historischen Gemäuern zwischen freigestelltem Fachwerk und reduziert-modernen Akzenten seit geraumer Zeit am Start ist, konnte uns auch beim zweiten Besuch mit seinem Konzept überzeugen und sich unübersehbar auch sonst über rege Nachfrage freuen.

Kein Wunder, denn mit dem Fokus auf ausgewählte heimische Produkte, sei es aus regionaler Jagd oder von anderen Produzenten der Umgebung, die weitestgehend schlicht und schnörkellos, aber dafür handwerklich blitzsauber und mit dem einen oder anderen pfiffigen Akzent präsentiert werden, ist man hier einerseits absolut mehrheitsfähig und bietet andererseits ein Niveau, das alles andere als selbstverständlich ist. In der bewusst sehr übersichtlich gestalteten Karte finden sich sowohl ganz traditionell gehaltene Gerichte als auch der eine oder andere kreativere Einwurf. Und wofür man sich letztlich entscheidet, bleibt nicht nur den persönlichen Vorlieben überlassen, sondern ändert auch nichts am Niveau, denn das ist in beiden Fällen gleich hoch.

So sind auf die eher rustikale Art beispielsweise die feinwürzigen Wildbratwürste mit Sauerkraut und Landbrot oder die Weinstallvesper mit (unter anderem) Rehschinken, Wildsalami und Leberwurst jederzeit eine Empfehlung wert. Genauso lohnte sich aber zuletzt auch die moderne Präsentation von festfleischig mildem Matjes nebst hauchdünn geschnittenem Fenchelsalat, Brombeeren und Nocken von Blumenkohl-Confit mit pfeffriger Würze, die zwar auf den ersten Eindruck ein wenig sperrig anmutete, sich dann aber aromatisch doch gut balanciert zwischen ätherischen, würzigen und säuerlich-fruchtigen Noten zeigte.

Weniger kreativ, aber beinahe noch überzeugender, gelang der saftig-zarte Wildschweinbraten, der ganz klassisch und traditionell mit herbfruchtigem Rotkohl, lockerem Serviettenknödel und einer tiefgründigen Schmorsauce serviert wurde. Und der auf diese Art schon die Vorfreude auf die kalte, winterliche Jahreszeit weckte, in der hier beispielsweise Ente und Gans in ebenso souveräner, fachlich fundierter und unverkünstelter Machart einen Besuch lohnen. Aber auch wer kein Fleisch mag, findet stets lohnende Alternativen, sei es rein vegetarisch oder mit einem heimischen Fisch im Mittelpunkt des Geschehend, wie beispielsweise einem saftigen Wallerfilet mit Hirse, Spitzkohl und Birne als eine der kreativeren Optionen.

So oder so lohnt es sich, zum Ende hin noch etwas Appetit aufzusparen, denn mit einem Dessert wie dem von Honig-Crème-brûlée mit Honigeis (beide mit markant dunklem und würzigem Grundton), die von saftigen eingelegten Zwetschgen und einer frisch-grünen Sauerampfer-Espuma aufgelockert wurden, gab es zuletzt einen der stärksten Eindrücke des Besuchs.

Dazu gibt es begleitend in den Gläsern neben frisch gezapftem regionalem Bier, das zu den rustikal zupackenden Gerichten ganz prima passt, natürlich auch das gesamte Sortiment der Castell’schen Weine, darunter die meisten auch im offenen Ausschank und zum Mitnehmen für daheim.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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