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| Mo-Sa ab 12 Uhr durchgehend, So Ruhetag, |
| Hauptgerichte: 32-45 €, Menüs: 69-98 € |
Wer bei einem Besuch der Münchener Innenstadt unkomplizierten und dennoch anspruchsvollen Genuss in authentisch historischem Gasthausambiente sucht und gleichzeitig den „Touristenfallen“ erfolgreich aus dem Weg gehen will, der ist im Weinhaus Neuner an genau der richtigen Adresse. Die nostalgischen Räume des Stadtgasthofs mit Kreuzgewölbe, Fischgrätparkett und kunstvoll verzierter Holztäfelung, haben viel behagliches Flair, im Sommer locken draußen sogar Terrassenplätze. Und das Ganze wird von einem ebenso erfahrenen wie fähigen Team getragen.
Mit Frank Glüer als Geschäftsführer, Gastgeber und Sommelier wird garantiert, dass man dem Namen „Weinhaus“ auch mit anspruchsvoll gefüllten Gläsern gerecht wird. Und mit Benjamin Kunz steht ein echter Könner am Herd, der in der Vergangenheit unter anderem im Schwesterbetrieb Les Deux gekocht hat. Mit dem dortigen dezidierten Fine Dining Programm hat das Angebot im Weinhaus Neuner natürlich nicht wirklich viel gemeinsam. Hier liegt der Fokus ganz klar auf geradlinigen bodenständigen Gerichten. Aber wenn ein Profi da Hand anlegt, können wenig überraschend auch scheinbar simple Sachen zu anspruchsvollen Schmankerln werden.
Bestes Beispiel: Der nur auf den ersten Blick profane, zuletzt als Küchengruß servierte Semmelknödel, der nicht nur ausgezeichnet in das traditionsreiche Ambiente passte, sondern in seiner perfekt flaumigen Konsistenz mit einer kräutergrünen Schalottenvinaigrette auch erfolgreich Lust auf mehr machte. Und das können dann bei weitem nicht nur Traditions-Klassiker wie das Wiener Schnitzel vom Kalb nebst Kartoffelsalat mit Speck und handgerührten Preiselbeeren sein. In der Karte finden sich nämlich immer auch etwas ausgefallenere Optionen, die auf die gleiche klare bodenständige Art spannende Eindrücke liefern.
So wie zuletzt ein Salat aus knackigem weißem und grünem Spargel, der wie schon beim Küchengruß mit feiner Schalottenwürze hinterlegt und zusätzlich von Kräutern, Sprossen und einer nussig-röstwürzigen Hippe aufgelockert wurde. Vor allem aber stellte der Spargel ein hervorragendes Tableau für die zarten Tranchen von der Lammzunge dar, die darauf drapiert waren, und die mit ihrem feinwürzig unterlegten Eigengeschmack begeisterten.
Wie handwerklich souverän das Team hier arbeitet, zeigte dann auch der sanft pochierte Saibling, der neben einer (etwas breit daherkommenden) Erbsencreme und knackigen frischen Erbsen, recht spitz säuerlich glasierten Rüben-Scheiben, und einer vollmundig-dichten, von vibrierend feiner Säure getragenen Sauce angerichtet wurde. Das hätte zwar mit einigen Handgriffen und veränderten Proportionen durchaus sogar noch eleganter gestaltet werden können, lag aber insbesondere durch die ausgezeichnete Sauce letztlich ebenfalls auf dem aktuellen Bewertungsniveau.
Und auf dem präsentierte sich auch ohne jeden Zweifel die zum Dessert servierte Tarte aus nussig-dunklem Mürbteig, die mit cremig fließender Salzkaramell-Füllung, überglänzt von dunkler Schokolade, aufgefrischt von vollreifer Mango (als Streifen, Gel und Sorbet) kombiniert wurde. Die exotische Frucht schaffte hier einen betont markanten, aber zugleich fein balancierten Kontrast, und damit einen sehr gelungenen Abschluss.
Im Übrigen lohnt sich ein Besuch auch dann, wenn man den Schwerpunkt gar nicht auf die gute Küche, sondern lieber auf den hervorragend gefüllten Weinkeller legen möchte. Das Sortiment bietet von anspruchsvollen Einstiegsweinen bis zu großen Gewächsen renommierter Erzeuger vor allem aus Deutschland und Frankreich viele spannende Entdeckungen und lohnt definitiv einen genaueren Blick in die Karte – oder den Dialog mit dem kompetent Serviceteam.
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