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| Do-So von 12-15.30 Uhr (kleine Karte) u. ab 17 Uhr, Mo-Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 24-30 €, Menüs: 48-72 € |
„Italy meets Franken“ wäre eine durchaus passende Headline für das mitten in der Altstadt von Ochsenfurt gelegenen Weinhaus Dehner. Denn es wird von Gastgeber und Küchenchef Domenico Allegretta nicht nur authentisch italienisch geführt, sondern bietet mit seinem schlicht rustikalen Charme und dem einladend zwischen hochwertiger Feinkost, einigen anspruchsvollen Gerichten und vielen trinkanimierenden Weinen angelegten Programm auch sonst ein gewisses mediterranes Flair. Auf jeden Fall ist das kleine, versteckt in einer der Altstadtgassen von Ochsenfurt gelegene Weinhaus ein Ort, an dem es sich wunderbar unkompliziert und entspannt genießen lässt.
Am Mittag gibt es dafür täglich wechselnde, etwas schlichter gehaltene Tagesgerichte, oder einfach die mediterrane Käseauswahl, ein paar sehr gute Oliven, oder die „Tagliere“ mit Prosciutto, Salami, Taleggio, Scarmorza und eingelegtem Gemüse mitten auf den Tisch. Am Abend dagegen bietet der Chef außerdem eine kleine Auswahl etwas anspruchsvoller und mit einfachen Mitteln kreativer gestalteter Gerichte.
So wie zuletzt den zarten Schweinebauch in Kombination mit einer glasig-knackigen, markant abgeflämmten Garnele als Zentrum des ersten Gangs. Flankiert wurde das Duo von einer Art Salsa aus Gurke, Ananas und Salzzitronenstreifen, befeuert von Ingwerschärfe und geröstetem Sesam – und blieb damit insgesamt in einer eher hellen und leichten Aromenwelt, die zwar nur bedingt italienisch anmutete, aber in jedem Fall einen gelungenen Auftakt bereitete.
Nochmal deutlich eins draufsetzen konnte der Chef mit seinem „Catch of the day“, der in diesem Fall ein Skrei war, welcher knusprig auf der Haut gebraten und zart aufblätternd mit knackig sautierten Salatherzspalten, Roter Bete (als Creme, und süß-säuerlich marinierte Stücke) sowie einem deutlich von straff einreduzierter Säure getragenen Graupenrisotto angerichtet wurde. Gemeinsam mit einer stoffig-cremigen Sauce, die belebend mit Kräuteröl marmoriert war, ergab das ein sehr fein proportiertes und ausdrucksstarkes Gericht, das ganz besonders von den unterschiedlichen, gekonnt integrierten Säuregraden profitierte.
Überhaupt zeigt der Chef vor allem bei den kraftvollen Hauptgängen sein Können und bewegt sich mit Gerichten wie dem saftig-zartrosa gebratenen Lamm mit der markant kontrastreichen Begleitung durch Pistazie, Sardine, Amalfi-Zitrone, Polenta und Wildbrokkoli durchaus auch mal souverän auf 6-Pfannen-Level.
Der süße Abschluss konnte da zuletzt nicht ganz mithalten, weil die Küche hier zwar ebenfalls ihr Können demonstrierte, letztlich aber in jeder Hinsicht etwas übers Ziel hinausschoss. Denn die Kombination aus üppig in Rum getränktem Hefe-Baba mit einer eher nussig als süß wirkenden Kokosauce, säuerlicher Tamarindencreme, geflämmten Avocadospalten und einem cremig kühlenden Avocadoeis fiel unterm Strich einfach eher sperrig als harmonisch aus.
Über solche kleinen Ausnahme-Wackler in einem ansonsten rundum stimmigen und ansprechenden Konzept trösten aber nicht nur die frappierend einladend kalkulierten Weine im offenen Ausschank leicht hinweg, sondern auch der charmante Service.
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