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| Do-So von 12-15.30 Uhr (kleine Karte) u. ab 17 Uhr, Mo-Mi Ruhetag |
| Hauptgerichte: 24-30 €, Menüs: 48-72 € |
Recht unscheinbar mitten in den alten Gassen von Ochsenfurt liegt das Weinhaus Dehner, das mit dem Zusatz „by Allegretta“ schon einen ersten Hinweis gibt, dass es sich um ein bisschen mehr als ein Altstadtwirtshaus handelt. In dem schlichten Gastraum ist an einer großen Schiefertafel dann der zweite Hinweis zu sehen: Mit „unser Weindreieck“ wird der Verlauf des Mains und der naheliegenden Güter skizziert. Daneben sind die passenden Weine zu den nicht einmal zehn Gerichten von Domenico Allegretta gelistet. Nach einer längeren Zeit als Küchenchef bei Reisers am Stein in Würzburg hat sich der Enddreißiger hier 2024 niedergelassen, um sein eigenes kulinarisches Konzept zu verfolgen. Ab 12 Uhr gibt es einen kleinen Mittagstisch mit wechselnden Gerichten oder die italienische Brotzeit Tagliere. Abends eine kleine Karte, aus der man sich auch ein Menü in drei oder vier Gängen zusammenstellen kann, das nicht ausschließlich italienisch sein muss.
So kam bei unserem jüngsten Besuch nach Brot mit Balsamico-Zwiebel-Butter eine Vorspeise, die schon mal die Spur für einen ziemlich orientalischen Weg legte. Dies wirkte aber in der Summe überhaupt nicht aufgesetzt, sondern die mitunter sehr prägnanten Aromen wurden souverän miteinander ins Spiel gebracht, ohne sich gegenseitig zu torpedieren. In der Vorspeise waren zwei Tranchen vom gebeizten Saibling zwar so geflämmt, dass sie schon einen Tick zu trocken wirkten. Die Aromatik aber war kräftig zupackend, zumal obenauf durch Saiblingskaviar noch eine spritzige Frische und durch geriebenen Meerrettich noch eine ätherische Schärfe hinzukam. Die Tranchen waren auf einen wirklich sehr deutlich orientalisch angehauchten Rotkohlsalat gesetzt, in dem neben Minze, Petersilie und den süß-säuerlichen Impulsen von Granatapfelkernen vor allem Kreuzkümmel für den Twist sorgte. Ganz geschmeidig war noch italienischer Mandelnougat eingesetzt und zum Abmildern ein leicht schaumiger Naturjoghurt um den Aufbau herum.
Noch weiter Richtung Orient ging das vegetarische Zwischengericht mit geschmorten Blumenkohlröschen und Kichererbsen als Creme und Ragout. Für insgesamt mehr Würzdichte gab es auf dem Blumenkohl eine Mayonnaise mit schwarzem Knoblauch. In dem komplexen Gericht kamen drei weitere Kombinationen zum Einsatz: eine Salsa aus Koriander, Petersilie, Minze und Rauchmandel, verstärkt mit dem nussigen und crunchigen Faktor von kandierten Haselnüssen; aber auch eine Kokos-Balsamico-Jus und ein Mango-Chili-Chutney konnten kleine Akzente setzen, letzteres mit durchgehender, aber nicht überpräsenter Schärfe bis zum sanften Nachhall.
Als Hauptgang machte für uns der „Catch of the Day“ das Rennen gegen Backe & Nuss vom Bioschwein, denn es handelte sich um Skrei, zwei gut gewürzte, sehr kross gebratene, aber immer noch saftige Tranchen in einem Umfeld, das jetzt auch einen indischen Touch hatte. Nicht zuletzt durch ein kreuzkümmeliges und mit Datteln gekochtes Rote-Linsen-Dal. Obendrauf gab es als fruchtigen Pushfaktor eine Marmelade aus Chicorée, der herzhaft gebraten und mit Blutorange verfeinert auch neben dem Fisch platziert war. Eher unauffällig war noch Pak Choi im Spiel, eine feinherbe Bereicherung aber war ein Hibiskus-Purple-Curry-Schaum.
Wie fast alle Gerichte an unserem Abend war auch das Dessert recht kompakt angerichtet, aber unter einer nicht gerade leichten Zitronen-Minz-Buttercreme konnten sich spannende Aromen bemerkbar machen. Eine weiße Schokoladen-Ganache mit Zitronengras und ein Clafoutis, also Eierteigboden, gaben den Zusammenhalt für den Aufbau, aus dem Passionsfrucht kräftig säuerliche Impulse herausschoss. Milder war das daraus entstandene Sorbet obenauf, umzingelt von gegrillten Ananasstückchen. Auch hier also wieder – ganz schön exotisch!
Manchmal könnte in den komplexen Kreationen etwas weniger vielleicht auch bisschen mehr sein, aber wir sind beeindruckt, dass sich in dem sehr soliden Handwerk dann doch vieles stimmig zusammenfügt. Überraschend in diesem internationalen Konzept mit an unserem Abend wenig italienischen Momenten ist auch, wie eindeutig dann doch das Bekenntnis zu fränkischen Weinen ist, von denen vom freundlich zugewandten und kundigen Service viele offen angeboten werden.
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