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Fotos: Weinforum Franken

Weinforum Franken

Hauptstr. 37
97246 Eibelstadt
09303-9845090

aktualisiert: 11 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-So ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 26-49 €,
Menüs: 56-74 €

Das kleine Hotel mit Gastronomiebetrieb und Vinothek am Marktplatz von Eibelstadt ist, wie schon der Name unschwer verrät, nicht nur eine Repräsentanz der regionalen Winzerschaft, sondern auch ein ambitioniertes Restaurant. Was das Team um Küchenchef Rainer Trautenbach in dem gemütlich und individuell gestalteten Wohnzimmerlokal auf der abwechslungsreichen und nicht zu umfangreichen Speisekarte offeriert, hebt sich deutlich vom Durchschnitt ab, gibt sich aber auch nicht zu exklusiv.

Hier wird einerseits Steakkultur gepflegt, mit verschiedenen, im eigenen Dry-Ager gereiften Cuts vom Husumer Salzwiesen-Rind, die mit klassischen Beilagen nach Wahl zur Disposition stehen. Anderseits gibt es aber auch ein viergängiges Feinschmeckermenü mit durchaus originellen Einfällen. Und dazwischen ein knappes Dutzend Gerichte à la carte, die von der traditionellen Bouillabaisse über den „Fang des Tages“ bis hin zu kreativen vegetarischen Optionen reicht.

Daraus kann man sich auch selbst eine individuelle Speisefolge basteln und zum Beispiel mit sehr gutem handgeschnittenem Rindertatar beginnen, das zugunsten des ausgeprägten Rindfleischgeschmacks nicht übermäßig würzig angemacht, aber mit einer dienlichen subtilen Schärfe hinterlegt war. Das stand im Zentrum eines mit knackigen grünen Bohnen, Birnenscheiben, Walnusskernen und einer Creme von fermentiertem schwarzem Knoblauch leicht und frisch gestalteten Umfelds, das gut damit harmonierte.

Die vom Chef zusammengestellte Menüempfehlung begann mit einer Vorspeise vom ebenfalls im Dry-Ager trockengereiften Thunfisch, von dem Tranchen aus in Sesam gewälztem und ringsum ganz kurz im Tataki-Stil angebratenem Rückenstück und dünne Scheiben einer Art Thunfisch-Schinken aufgeboten waren. Zusammen mit Lotuswurzel-Chips, geschmorter roter Paprika und einem etwas wässrigen, jedenfalls nicht sonderlich aromatischem grünem Gazpacho-Püree überzeugte uns das als Komposition nur bedingt, zumal der vor allem in der Schinken-Variante etwas säuerlich-metallisch schmeckende Thunfisch hier eher wie ein Randdarsteller wirkte.  

Die meisten Gerichte sind von guten, kreativen Ideen geprägt, aber nicht bei allen wirken die Ideen ganz stringent umgesetzt. Hier und da vermisst man auch schon mal den roten Faden, oder es wirkt ein Teller schlicht etwas überladen und unruhig. So wie beispielsweise die Komposition rund um eine auf der Haut gebratene Schnitte vom (zuvor ebenfalls trockengereiften) Lachs, die es hier mit Kartoffelcreme, warmem geröstetem sowie dünn gehobeltem und kalt mariniertem Fenchel, gebratenen Römertomatenscheiben, Nektarinen-Spalten und einer aufgemixten rahmigen Fischsauce zu tun bekam. Auch das war nicht unharmonisch, wirkte aber etwas sperrig, die Konsistenzen vom etwas feisten Püree über die naturbelassen schmeckenden Nektarinen bis zur recht zähen Haut des Fischs auch nicht optimal.

Ab und zu wäre weniger einfach doch mehr. So empfanden wir auch das Wildgericht mit sehr gutem rosa kurzgebratenem Rücken und saftig-zarten Schmorstücken vom Hirsch samt entsprechendem hell-dunklem Saucenduett trotz des thematisch ja durchaus stimmigen Zusammenspiels mit Rosenkohl und Petersilienwurzel in verschiedenen Texturen von cremig über knackig bis knusprig sowie gebackene Kroketten ziemlich überladen. Und die Anrichteweise, im Grunde ein wildes durcheinander aller Viktualien, trug das Ihre dazu bei. Da hätte man unserer Ansicht nach mit den identischen Produkten schon allein mit einer klareren, aufgeräumten Tellersprache und weniger Komponenten noch mehr Wirkung erzielen können.

Aber das alles soll nur konstruktive Kritik mit Blick auf eine höhere Bewertung sein. Denn rein qualitativ und was das solide Handwerk angeht, gibt’s nur wenig zu mäkeln. Auch an den Desserts, wo allenfalls die zusammen mit marinierten Beeren, einem rahmigen Passionsfrucht-Eis und Crumbles servierte Crème brûlée etwas arg flüssig daherkam, oder das kreative Mais-Dessert (sehr gutes Popcorn-Rahmeis!) durch die säuerlichen, vermutlich mit Himbeeressig marinierten geflämmten Zuckermais-Kölbchen doch ein klein wenig kantig und experimentell gewirkt hat.

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