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Fotos: Weinbistro George

Weinbistro George

im Hotel Weinhaus Uhle
Schusterstr. 13
19055 Schwerin
0385-48939430

aktualisiert: 02 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 12 Uhr durchgehend, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 19-29 €,
Menüs: 50-65 €

Die charmante Mischung aus Weinfachgeschäft und Bistro im Herzen von Schwerin gehört zum Hotel Weinhaus Uhle und ist quasi deren täglich mittags und abends geöffnetes Hotelrestaurant. Aber eben eines, in dem nicht einfach bloß solide Grundverpflegung auf dem Programm steht, sondern mit überdurchschnittlich gehobenem Anspruch, was sich schon beim Blick in die Karte andeutet, deren Angebot bewusst knapp ist, sehr gute heimische Produkte protegiert und attraktive Offerten birgt. Die gut sortierte und kuratierte internationale Weinauswahl nicht zu vergessen.

Klar, dass es hier auch hier ganz klassische, bodenständige Gerichte wie einen Kalbfleischklops mit Bete, Apfel und Sellerie in Rieslingsauce oder Schnitzel mit Kartoffeln gibt – doch letzteres wird mit Meerrettich-Aioli und Grünkohlsalat eigentlich auch schon wieder recht originell begleitet. Wie auch die meisten anderen Offerten in der Karte in ihrer leicht zugänglichen und damit ein breites Publikum ansprechenden Art immer mit irgendeinem unkonventionellen Twist oder einer verfeinerten Komponente aufwarten.

Das Tatar vom Bio-Kalb mit Rote Bete und Meerrettich beispielsweise durch die Ergänzung mit schmelzigem Eigelb und geräuchertem Schmand, die mit Sherry abgeschmeckte Consommé durch die gewinnbringende Entenpraline oder das Rehragout in Kombination mit sublimem Kartoffelschaum. Es gibt zudem auch immer einige kreative vegetarische Gerichte in der ansprechenden Karte.

Etwa die Vorspeise von Selleriemousse, verschiedenen eingelegten Pilzen, einer Nocke Estragoneis, Brotchips und feinsäuerlicher, mit Kräuteröl marmorierer Vinaigrette. Sehr apart und gourmet-like arrangiert, nur mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass die Aromen von Sellerie und Estragon nur sehr dezent anklingen durften und die dadurch recht sahnemild schmeckende Komposition an sich auch tendenziell zu süß war. Mit dem Gegenpol einer salzig-würzigen Komponente und vielleicht noch klarer herausgearbeiteten Aromen von Sellerie und insbesondere Estragon hätte man da auch noch höher einsteigen können.

Von Natur aus deutlich herzhafter war das pochierte Bioland-Ei, dessen flüssiger Dotter sich nach dem Anschneiden über der darunterliegenden würzigen Schmorzwiebelcreme ergoss und im kontrastiven Zusammenspiel mit knusprigen Röstzwiebelsegmenten und krossen Hippen-Chips aus Deichkäse sowie auflockernden jungen Spinatblättern (wohl statt des annoncierten Mangolds) ein ausgewogenes Zwischengericht abgab. Auch die angenehm dezente Chilischärfe machte sich hier im Hintergrund sehr gut und verlieh dem Gang fast schon so etwas wie eine weitere Dimension.

Weil hier nicht nur überdurchschnittlich gute Produkte verwendet werden, sondern auch sehr sorgfältig und seriös gearbeitet wird, gelingen auch ganz unspektakulär klingende Gerichte wie der Kalbstafelspitz mit Karotte, Meerrettich und Serviettenknödel oftmals attraktiver als gedacht. Hier war bereits das rosasaftige, nicht nur zarte, sondern auch eigenaromatische Fleisch bemerkenswert, aber auch die locker-fluffigen angebratenen Scheiben vom Serviettenknödel, die punktgenau gegarten und prononciert gewürzten Karotten sowie die ausgewogene Jus. Das gänzlich fehlende Meerretticharoma untermauerte unsere jüngste Feststellung, dass die in der Karte angekündigten Aromenpointen oft auf dem Teller nicht so richtig zünden, weil sie nur zaghaft angedeutet werden oder gar nicht auszumachen sind.

So wie auch der kaum wahrnehmbare Anis-Geschmack im Eis beim Dessert rund um eine festcremige Mousse (eher eine Ganache) von Original Beans fruchtiger bolivianischer „Beni Wild“- Schokolade mit Apfel (als eingelegte Würfel und Sud) sowie Hafercrunch. Da könnte das Team durchaus noch etwas beherzter und mutiger sein und die Gerichte dadurch noch etwas spannender werden lassen. Aber auch so gibt es in diesem Jahr eine verdiente Aufwertung auf 6 Pfannen, weil es die Qualität der Produkte, die handwerklich fundierte, sorgfältige Zubereitung und die gut proportierte Art der Gerichte einfach hergeben.

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