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Die-Räucherei

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Fotos: Wein- & Tafelhaus

Wein- & Tafelhaus

Moselpromenade 4
54349 Trittenheim
06507-702803

aktualisiert: 12 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Sa ab 18.30 Uhr, So von 12-13.30 Uhr u. ab 18.30 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 45-50 €, Menüs: 99-145 €

Das Refugium von Familie Oos, das in unmittelbarer Moselnähe Gourmetrestaurant, Weinbar und Gästehaus unter einem Dach vereint, ist ein wunderbarer Platz für gepflegte Gastlichkeit. Vom Restaurant aus, das sich in einem modernen kubischen Anbau mit Glasfront nach zwei Seiten befindet und einerseits modern und schlicht, andererseits auch sehr behaglich anmutet, genießt man direkten Ausblick auf die berühmte Weinlage „Trittenheimer Apotheke“, die sich imposant auf der gegenüberliegenden Moselseite auftut. Und auf den Tellern die schnörkellos klassische, vollkommen unverkünstelte Küche von Alexander Oos, der hier seit vielen Jahren so zuverlässig und sorgfältig kocht, wie nur wenige andere in dieser Region.

Seit gut zehn Jahren – so lange kommen wir schon regelmäßig hierher – erleben wir das Tun von Daniela und Alexander Oos immer als sehr ambitioniert und anspruchsvoll, aber immer bescheiden und bodenständig. Die äußerst sympathische Gastgeberin stammt gebürtig aus Österreich und kann von sich behaupten, einst den Grünen Veltliner aus ihrer alten Heimat an die Mosel gebracht zu haben, der dort fortan in der Trittenheimer Apotheke von einem befreundeten Winzer kultiviert und exklusiv für das Wein- & Tafelhaus ausgebaut wird – und sehr überzeugt! So wie auch das Begrüßungs-Trio aus der Küche ihres Mannes: ein mit steirischem Kürbiskernöl aromatisiertes Blumenkohlsüppchen, etwas Wildmousse mit Johannisbeergelee zwischen zwei Deckeln aus Haselnuss-Knusperbrot und ein sehr saftiges Stück Saibling mit Avocadocreme und Sushireis-Knusper.

Es gibt hier ein festes Menü, das zuletzt in maximal sechs Gängen angeboten und von einer Kleinigkeit aus Rote Bete, Birne und Ziegenfrischkäse eingeläutet wurde – von der Machart her sehr einfach, keine kochtechnische Zauberei, aber sehr schön balanciert und schmackhaft. Dank ausschließlich sehr guter Produkte war auch der „Meeresfrüchte-Salat“, mit dem unser Menü dann endgültig startete, eine wirklich feine Sache. Hier waren mundgerechte Stücke vom europäischen Hummer, von Kaisergranat und Garnele zusammen mit einer prallen Jakobsmuschel, Scheibchen von Schwertmuscheln sowie einer flockig panierten und knusprig frittierten Meeresfrüchte-Praline auf Artischockenwürfeln und Orangenfilets ausgebreitet. Etwas Zitrusfrüchte-Gel und eine entsprechende Vinaigrette brachten weitere Frischemomente ins Spiel und so war das ein schönes Beispiel für maritime Produktküche auf einem attraktiven Niveau.

Ähnlich gegenständlich aber deutlich zupackender folgten im nächsten Gang zwei recht große Würfel vom zart geschmorten und final kross angebratenen Bauch eines Landschweins aus der Eifel mit Ingwer, einer kraftvollen Kümmeljus und luftigem Pfefferschaum auf geschmortem Spitzkohl. Hervorragender Zander, wie man ihn wirklich nur selten bekommt – dick, saftig, festfleischig-blättrig unter seiner krossen Haut, vor allem aber mit herrlich klarem, sauberem Eigengeschmack – kam danach ganz puristisch in Begleitung von etwas sautiertem Pak-Choi und einer kleinen Frühlingsrolle auf einem mutig scharfen Kokos-Thaicurrysud angeschwommen. Beide Zwischengerichte waren beispielhaft für den Stil von Alexander Oos‘ Küche.

Im Hauptgang hatten wir es mit der Brust einer Challans-Ente zu tun, wie man sie sich als Produkt und von der handwerklichen Umsetzung her kaum besser wünschen kann. Petersilienwurzel als geschmorte Stücke und als Püree sowie keine Semmelknödel-Zylinder waren deren unaufgeregte Begleitung – letztere erwiesen sich als äußerst willkommene Saucenschwämme für die balanciert fruchtig-würzige Brombeerjus. Und die wiederum korrespondierte bestens mit der von Daniela Oos dazu empfohlenen Rotweincuvée von Lenz Moser, die sich hier mit genügend Tanninstruktur und Säure entgegenstellte, aber auch nicht zu dicht und kantig präsentierte.

Beim Dessert kam das herbstliche Duett von Walnuss und Zwetschge ganz ähnlich wie im letzten Jahr als ein mit karamellisierten Walnüssen getoppter Walnussmousse-Riegel und ein kleiner Zwetschgenstrudel in Kombination mit einer erfrischenden Sauerrahmeis-Nocke auf etwas Zwetschgenröster daher. Und auch hier war nichts gebastelt und es diente nichts der Show – schlichtweg ein gediegener Nachtisch auf hohem Niveau mit tollem Geschmack der einzelnen, sauber auf den Punkt gebrachten Komponenten und deren harmonischem Zusammenspiel. Und apropos Zusammenspiel: beim Wein lohnt sich natürlich immer der Blick in die gut bestückte Karte, man kann aber auch getrost einfach die Chefin machen lassen, denn die gibt zu den einzelnen Gängen ihres Mannes stets auch glasweise mit viel Schachverstand und Aromengespür ausgewählte Tropfen ins Glas.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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