Perrier_Superbanner

???

Fotos: Vinothek

Vinothek

im Hotel Das Achental
Mietenkamer Str. 65
83224 Grassau
08641-4010

aktualisiert: 11 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 12 Uhr durchgehend kein Ruhetag
Hauptgerichte: 29-46 €

In den sehr großzügig und weitläufig angelegten Gastronomiebereichen des luxuriösen Achental-Resorts findet sich – fast schon etwas versteckt hinter einer langen Bar mit großer Lounge – das Restaurant Vinothek, in dem täglich ab dem Mittag durchgehend anspruchsvoll und zugleich unkompliziert aufgetischt wird. Im für das gesamte Haus typischen mondän-alpinen Look gestaltet und von einer gläsernen Weinklimaschrankwand als Raumteiler vom Barbereich getrennt, bietet sie einen stilvollen Rahmen für eine mehrheitsfähige Küche, die möglichst viele Bedürfnisse abdecken und trotzdem alles andere als beliebig oder gar durchschnittlich sein soll.

Dieses Bestreben, den Gästen auch im zugänglichen À-la-carte-Restaurant für jeden Tag eine nicht alltägliche Kulinarik bieten zu wollen, wurde zuletzt schon allein dadurch nochmal dick unterstrichen, dass als neuer Küchenchef mit Gregor Goncharov ein höher veranlagter ehemaliger Mitarbeiter aus dem Team von Edip Sigl (siehe auch Restaurant Es:senz unter dem gleichen Dach) gewonnen werden konnte. Einer, der auch schon selbst als Küchenchef überzeugte. Uns zuletzt mit 7 Pfannen im mittlerweile geschlossenen Restaurant Portun in München.

Dort zeichnete er für gehobene „Alpe-Adria-Küche“ verantwortlich – in der Vinothek des Achental-Resorts ist der Kurs ebenfalls klar mediterran, aber noch konkreter „italienisch“, hier und da nur mit kleinen Anleihen aus dem Französischen. Man kann es hier ganz produktpuristisch angehen lassen, erst mal eine hochwertig bestückte Antipasti-Variation oder Jahrgangssardine mit Röstbrot schnabulieren, sich von der dekorativ im Raum stehenden roten Berkel-Aufschnittmaschine San Daniele Schinken frisch von der Keule schneiden lassen, oder gleich eine der verschiedenen hochklassig belegten Pizzen ordern.   

Es gibt aber auch Offerten, die noch mehr kochtechnisches Zutun erfordern. Und am Vitello Tonnato beispielsweise konnte man sehr gut sehen und schmecken, dass dieser traditionelle Klassiker der Piemonteser Küche, den es hierzulande gefühlt in jedem italienischen Ristorante gibt, hier wahrscheinlich besser als in 95 Prozent davon ist. Das rosasaftige Kalbfleisch, das locker als Ring hindrapiert war, stammte vom aromatischen Tafelspitz, der Thunfisch fand nicht nur in der cremigen, aber elegant dünnflüssigen und mit mildem Schnittlauchöl marmorierten Sauce statt, sondern auch als dunkelfleischige, schmelzig-zarte Würfel vom Rücken eines Balfegó-Thunas, und die obligatorischen Kapern, deren Aroma ebenfalls in der Sauce auszumachen war, tummelten sich auch noch als Kapernäpfel und als knusprig frittierte Exemplare im Geschehen. Als Komposition nichts Außergewöhnliches also, aber eben eine außergewöhnlich präzise und feinfühlige Umsetzung des Klassikers.

Auch der sehr zarte, mit einer süßlich-würzigen Lasur glasierte und mit Zitronenschalenabrieb akzentuierte Pulpo, der in dem kleinen tiefen Teller eines Zwischengerichts auf einer köstlichen Melange aus grünen Bohnen, Taggiasca-Oliven, intensiven kleinen geschmorten Datteltomaten und einer Art Gremolata angerichtet war, repräsentierte anspruchsvolle schnörkellose Mittelmeerküche. Leicht und natürlich, aber süffig und mit Tiefgang, was auch durch den subtanzstarken transparenten Sud unterstrichen wurde, mit dem das Gericht hinterlegt war.

Überhaupt lässt sich hier sehr gut an den voll aufgeladenen, aber sehr ausgewogenen Saucen und Fonds die Qualität der Küche erkennen. So wie auch an der Bisque, die mit eleganter Süße, aber auch Krustentierschalen-Röstwürze und Tiefe die hausgemachten Spaghetti mit Edelfischen und Meeresfrüchten transportierte. Die Pasta optimal fest-elastisch und mit perfektem Biss, die maritime Einlage von Sepie und Calamaretti über Jakobsmuschel, Garnele und Pulpo bis hin zu kleinen weißfleischigen Fischtranchen sehr vielseitig, alles überraschend proper und schön auf dem Punkt, dazwischen auch ein paar der süß-säuerlichen, konzentrierten kleinen Datteltomaten. Kann man auf dieser Basis wirklich kaum besser machen! Allenfalls statt des hier vielleicht etwas unpassenden Schnittlauchs hätten wir uns in diesem mediterranen Geschmacksbild einen optimaleren Griff in den Kräutergarten vorstellen können…

Auf der nicht zu umfangreichen Karte mit einem halben Dutzend Vorspeisen und in etwa ebenso vielen Zwischengerichten und Hauptgängen, unter denen zuletzt auch eine geschmorte Lammhaxe mit Cremepolenta, Perlzwiebeln und Karotte zu finden war, gibt es immer auch zwei Desserts. Zuletzt etwa ein ringförmig gefrorenes Kaffee-Parfait in dessen Mitte feinsäuerliches Aprikosenconfit, schmelziges Mohneis und hauchdünne Kakakohippen zu einer sich mit dem herben Parfait gut gegenseitig ergänzenden Melange zusammenkamen. Und dass es in einem renommierten Haus wie dem Achental-Resort auch zum Füllen der Weingläser jede Menge anspruchsvolle Optionen gibt und zudem der Service sehr zuvorkommend agiert, muss eigentlich kaum extra erwähnt werden. Genau wie die Tatsache, dass sich das Preisniveau auch hier eher im gehobeneren Bereich abspielt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.