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| Mo-Sa ab 16.30 Uhr, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 23-79 € |
Die Vineria ist nicht weit mehr als nur ein Restaurant, sie ist auch eine Weinhandlung und eine gut gebuchte Eventlocation. Mit über 200 Gästen kann man dort in stilvollem Rahmen Firmenevents feiern und auch zu privaten Festivitäten einkehren. Das erklärt ein Stück weit die Lage in einem Vorort von Nürnberg zwischen Industriegebiet und Wohnviertel mit sehr guten Parkmöglichkeiten.
Trotzdem gelingt es bestens, die Randlage vergessen zu machen. Denn sowohl indoor als auch outdoor ist es durch holzvertäfelte Wände und offene Weinschränke beziehungsweise eine hochgewachsene Pergola deutlich gemütlicher, als es auf den ersten Blick in dieser Ecke Nürnbergs zu vermuten wäre. Naheliegend ist auch die große Speisenkarte, die neben zahlreichen italienischen Klassikern auch eine große Steak-Auswahl und sogar Wiener Schnitzel bereithält.
Den Gruß aus der Küche konnten wir uns auch gut als Teil eines Buffets vorstellen. Auf einem Holzspieß wurden eine schwarze Olive, eine halbierte Kirschtomate, eine Gurkenscheibe und ein Mozzarella-Würfel aufgespießt. Verfeinern könnte man diesen Klassiker noch, indem man ein cremigeres Stück Käse verwendet hätte. Hier handelte es sich eher um härteren Mozzarella, der auch zum Gratinieren verwendet wird, roh aber eher gummiartig gerät. So lässt sich die Speise natürlich besser vorbereiten, doch die Sinnhaftigkeit eines Amuse-Gueules, nämlich mit frischen Aromen den Appetit anzuregen und Lust auf mehr zu machen, wurde so untergraben.
Besser wurde es mit Schwertmuscheln, die mit Knoblauch und Schnittlauch in der Schale gebraten wurden und sich in eine à part gereichte Weißweinsauce dippen ließen. Dass ein solches Produkt hier überhaupt auf der Karte steht, unterstreicht den Anspruch der Vineria. Zwar hätte sich mit dem Garpunkt noch etwas spielen lassen, um ein zartfleischigeres Mundgefühl zu hinterlassen, insgesamt hinterließ der mediterrane und in Deutschland nicht ganz alltägliche Gang aber einen positiven Gesamteindruck.
Weniger überzeugen konnte uns eine Auster mit Kapern und Pesto, die wir aus Neugierde auf die ausgefallene Kombination bestellt hatten. Am Gaumen wirkte das für uns allerdings eher wie eine übers Knie gebrochene „Italisierung“, denn das Pesto ließ die Auster sehr fischig wirken. Das Produkt selbst erwies sich eher als glibberig und sehnig, ohne die pralle Textur, die exzellente Austern mitbringen.
Mehr Genuss versprach ein Hauptgang aus der Pasta-Auswahl, die hier in der Regel immer sehr zuverlässig ist. Al dente gekochte Spaghetti wurden in einer gelungenen Tomatensauce serviert, die appetitlich mit Petersilie, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und zur Bindung vermutlich auch ein wenig Parmesan abgeschmeckt wurde. Auch an den vom Produkt her simplen, aber sehr appetitlich gegarten Garnelen war nichts auszusetzen.
Überzeugen konnte uns zum Abschluss ein Mango-Tiramisu, das in großzügiger Portionierung und mit fluffiger Textur auf den Tisch kam und mit einem guten Verhältnis aus Süße und Frische glückte.
Lobend hervorzuheben ist auch die Weinauswahl von Geschäftsführer und geprüftem Sommelier Peter G. Rock, die neben zahlreichen deutschen Weinen guter Erzeuger auch einige namhafte italienische und spanische Weingüter in verlockender Jahrgangstiefe beinhaltet, zum Beispiel einen 2015er Rioja von Muga oder mehrere gereifte Barbaresco vom Piemont-Starwinzer Angelo Gaja.
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