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Fotos: Vilotel

Vilotel

Eugen-Bolz-Platz 2
73447 Oberkochen
07364-955540

aktualisiert: 04 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo-Sa ab 17.30 Uhr, So Ruhetag
Hauptgerichte: 17-55 €, Menüs: 44-80 €

Ein größer dimensioniertes Hotelrestaurant mit einem Misch-Angebot für Hotelgäste und Gourmets anspruchsvoll und ansprechend zu gestalten, ist keine einfache Aufgabe – wird hier im Vilotel in Oberkochen aber sehr souverän gelöst. Der „Trick“: insgesamt ein hoher Anspruch an eine frische, natürliche Zubereitung, auch bei den unkompliziert pfiffigen Gerichten à la carte, bei denen es dann beispielsweise einen Entenburger mit Rotkohl, Apfel-Preiselbeere und selbst geschnitzten Pommes oder Cuts vom Wasserbüffel mit Kräuterbutter und Senf-Zwiebel-Paprika Chutney gibt. Außerdem aber eben auch ein ebenfalls nicht überambitioniertes Gourmetmenü, quasi als „best of“ in angepassten Proportionen.

Der Kopf hinter dem Konzept und gleichzeitig die Exekutive am Herd ist Johannes Bischof, der bei Stationen unter anderem bei Andreas Caminada, Jörg Sackmann und Heinz Hanner sicherlich nicht die schlechteste Grundlage mitbekommen hat. Ganz im Gegenteil, man merkt sie den Gerichten durchgängig an, auch wenn die hier natürlich deutlich schlichter gehalten werden als bei den großen Lehrmeistern. So beispielsweise auch in diesem Jahr bei einem farben- und aromenfrohen Kalbstatar, das in pikanter (beinahe süß-saurer) Aromatik mit süßlich-würzigem rotem Zwiebelkompott, gebeiztem Eigelb, knackigem Kopfsalatherz, hauchdünnem Brotcrunch und etwas Frischkäsecreme zu einem abwechslungsreichen Auftakt arrangiert wurde.

Demgegenüber wirkte die folgende Bouillabaisse deutlich simpler – und im Grunde maximal weit entfernt vom namensgebenden Original. Umgesetzt wurde der südfranzösische Klassiker hier in Gestalt eines tiefen, runden Fischfonds mit zarten Stücken von Forelle und Zander, einer (nur durchschnittlichen) Garnele und knackig naturellen Stücken von Karotte und Fenchel. Das überzeugte durch die tiefe Klarheit des Fonds und die guten Süßwasserfische durchaus, hätte aber mit wenigen Handgriffen auch noch markanter und spannender gestaltet werden können.

Das galt auch für das „Millesfeuilles“ aus Blumenkohl-Tempura, Kräuterseitlingen und Knollensellerie-Scheiben, das mit reichlich Kürbispüree geschichtet und einer tomatigen Rauchpaprika-Sauce (mit gewisser Nähe zu Barbecuesauce) zu einer ziemlich mampfig-üppigen Angelegenheit wurde. Die einzelnen Bestandteile waren zwar souverän und natürlich zubereitet, an der Gesamtwirkung änderte das aber genauso wenig wie das Kressebouquet oben auf dem Schichtwerk. Hier wären deutlich weniger Püree und eventuell eine schaumige Beurre blanc anstelle der Tomaten-Paprikasauce mögliche Ansatzpunkte gewesen, um einen etwas eleganteren Eindruck zu erzeugen.

Wie das aussehen könnte, zeigte das Team dann gleich selbst bei den zart kross gebratenen Saiblingsfilets auf frischgrünem Erbsenpüree, einigen sautierten Kürbiswürfeln und Kräuterseitlingen, die von einer luftigen Beurre blanc mit reichlich flirrender Säure eingerahmt wurden. Hier stimmte, bis auf trotz allem etwas zu viel Püree und Cremigkeit, dann wieder alles.

Da die Portionen zwar durchaus auf das Menü abgestimmt sind, aber nicht gerade zierlich ausfallen, braucht es einen insgesamt guten Appetit bis zum Dessert. Mit diesem macht aber beispielsweise ein halbflüssiger Schokoladenkuchen mit Glühweinsorbet, Vanillesauce und Mandarine genauso unkompliziert Freude wie der Rest des Angebotes. Und im Notfall kann man auch einfach auf eines der selbst hergestellten, zartcremigen Sorbets ausweichen.

Begleitend gibt es eine kleine individuelle Auswahl biologisch erzeugter Weine, bei denen zwar der Highend-Bereich fehlt, dafür wird aber ein gute und fair kalkulierte Auswahl im Einstiegssegment geboten und auch glasweise flexibel und gastorientiert ausgeschenkt.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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