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| Mo-Fr von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Sa ab 18 Uhr, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 39-52 €, Menüs: 53-100 € |
Das schmucke Anwesen und die regelmäßig davor parkenden Nobelkarossen lassen schon auf den ersten Blick erkennen, dass die Villa Patrizia eines der ersten Häuser am Platz ist. Die kleine Villa mit ihren geschmackvollen Räumen ist ein adäquater Rahmen dafür, wenngleich der Restaurantbetrieb nach unserer Erfahrung über die letzten Jahre hinweg überwiegend in einem großen, hellen, mit weißen Korbsesseln und elegant gedeckten Tischen überraschend edel und einladend gestalteten Außenzelt stattfindet. Dort herrscht nicht zuletzt dank Luftaustauscher und flackerndem Ofenfeuer ganzjährig eine ausgesprochen angenehme und ebenfalls sehr repräsentative Atmosphäre.
Hier sorgen die Gastgeber Patrizia und Nico Bodean mit ihrer charmanten Art seit Jahren dafür, dass sich Stammgäste wie Erstbesucher umgehend wohlfühlen – der Chef als Patron mit einnehmender Gentilezza im Gastraum, die Chefin mit am Herd mit verlässlich guter Küche. Sie steht mit ihren klassischen Gerichten für eine mediterran-italienische Aromenwelt mit gehobenem Anspruch, die bisweilen raffiniert, aber nicht übertrieben kompliziert daherkommt. Sie verleiht dem Kulinarium authentischen Cucina-Casalinga-Flair mit starker Substanz.
Und immer auch mit einer Prise unkonventioneller Raffinesse, was zuletzt beispielsweise ein klassisches Carpaccio vom Chianina-Rind durch die Ergänzung mit Zucchiniwürfeln und die aromatische Akzentuierung durch ätherischen Minzhauch und die herbfrisch-säuerliche Limettennote wieder schmackhaft belegte. Oder auch die unkonventionelle wie unaufgeregte Liaison von Pfirsich als kalte Suppe mit Tomaten, Burrata und Basilikum. Nach zwei Sorten sehr gutem italienischem Landbrot mit Thunfischcreme als Aufstrich und feinstem Olivenöl unterschiedlicher Provenienz (zuletzt aus Sizilien), mit denen ein Mahl hier grundsätzlich beginnt, gibt‘s nie dieselben traditionellen Langweiler, die in fast jedem gehobenem italienischen Lokal auf der Karte stehen.
Gilt auch für die Pastagerichte, die oft auf Basis von hausgemachter, in jedem Fall aber immer aus hochwertig arbeitenden Manufakturbetrieben stammender Teigware zubereitet werden. Die verführerisch mit Albatrüffel veredelten gefüllten Gnocchi, die zuletzt in einem herzhaften und doch elegant leichten Ragout von Salsiccia und Morcheln baden durften, wären zum Beispiel so ein Gericht, für das allein wir immer wieder gerne hierherkommen würden.
Bei allen Fragen rund um tagesaktuelle Produkte, aber insbesondere bei den Fischgerichten im Hauptgang, verlässt man sich am besten auf die Empfehlungen des emsigen Gastgebers. Denn der preist hier nicht an, was weg muss, sondern offeriert glaubhaft das jeweils Interessanteste vom aktuellen Einkauf und kann nebenbei auch noch Wissenswertes dazu zum Besten geben, wie bei der zum mit Basilikum feinwürzig aromatisierten Kartoffelcreme nebst mediterranem Gemüsebouquet und Weißweinsauce die per Leinenfang in der Bucht vor San Remo gefangene, von seiner Frau schön saftig auf den Punkt gebrachte Zahnbrasse.
Auch sonst wird hier viel Wert auf hohe Produktqualität gelegt: Sylter Deichlamm als kräuterwürziges Kotelett oder Piemonteser Fassona-Rind als Tagliata vom Rücken, die zuletzt mit sautierten Pfifferlingen aus Südtirol nebst mediterranem Gemüse und kraftvoll reduzierter Jus aufgefahren wurden. Die mit fettem, komplexem Aceto Balsamico Tradizionale gefüllte Himbeere auf dem Gourmetlöffel ist vor dem Hauptgang genauso gesetzt wie ein in italienisch-schlichter Art präsentierte Dolci, etwa eine originell sommerlich frisch mit Limoncello abgeschmeckte Tiramisu.
Fazit einmal mehr: Die Villa Patrizia ist und bleibt eine lohnende Adresse für italienisches Lebensgefühl und Genuss auf gehobenem Niveau. Vor allem dann, wenn scheinbar rustikalere Pasta- oder Schmorzubereitungen mit einigen raffinierten Twists und in akkuraten Proportionen auf die Tische kommen. Ebenfalls lohnend sind die flexibel von Nico Bodean zu einzelnen Gerichten aus der Küche seiner Frau empfohlenen Weine verschiedenster italienischer Anbaugebiete.
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