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| Di-Fr ab 12 Uhr durchgehend, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 12-45 €, Menüs: 45-55 € |
Auch wenn der Name dieses sympathischen Lokals im Hotel am Ochsentor, das sich mittlerweile „Ai Pero PURS Authentic italian Trattoria“ nennt, etwas sperrig und kompliziert klingt – das Konzept, das dahintersteckt, ist nach wie vor das Gegenteil davon: unkompliziertes italienisches Gasthaus mit zugänglicher, authentischer italienischer Küche. Und zu der gehört auch ein holzbefeuerter Pizzaofen, der nicht nur überdurchschnittliche Pizzen im eher römischen, als neapoletanischen Stil hervorbringt, sondern für den im folklorefreien Trattoria-Stil gestalteten Gastraum auch gleich einen verführerischen Duft produziert.
In der Hauptsache steht hier aber nicht unbedingt Pizza, sondern Cucina casalinga auf dem Programm. Mal ganz klassisch, mal etwas abgewandelt. Man kann als Vorspeise zum Beispiel Arancini con Melanzane wählen, also knusprig ausgebackene Reisbällchen mit Aubergine, die von Büffelmozzarella und einer Kräutercreme auf Ricotta-Basis genügend süffigen Schmelz zur Seite haben, oder ein mit Kapern-Mayonnaise und Fichtensprossen zu Parmesan, Rucola und Pinienkernen originell abgewandeltes Carpaccio di Manzo.
Wir starteten mit verschiedensten gegrillten Frutti di mare und Pesce, die allesamt qualitativ recht proper und handwerklich gut auf den Punkt gebracht waren und zusammen mit gegrilltem Fenchel, geschmorten Kirschtomaten und Safran-Aioli eine ansprechende Vorspeise abgaben. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass das in der Karte außerdem annoncierte Basilikum auf dem Teller junger Blattspinat war. In ganz ähnlicher Form hätte man die Fische und Meeresfrüchte auch als Pasta-Gericht zusammen mit Tortelloni (mit Ricotta-Spinat-Füllung), Fenchel, gerösteten Pinienkernen und Safransauce haben können.
Als weitere teils saisonale Offerten in der „Primi“-Spalte standen etwa Rigatoni al cacio e pepe, Risotto alla zucca oder Paccheri al ragù di cervo, zur Disposition. Letztere gute Pasta mit ordentlichem Biss, die zusammen mit sehr saftig und zart geschmortem Hirschragout und Cranberrys in eine sehr natürlich und zurückhaltend mild schmeckende, cremige Steinpilzsauce eingelullt waren. Etwas feine Würze kam noch durch ein klein wenig geriebenem Hartkäse hinzu – dem feinsäuerlichen Geschmack nach Pecorino.
Dass der „Pesce del giorno“, also gewissermaßen der „Fang des Tages“, zum Zeitpunkt unseres Besuchs ein wenig mediterraner Lachs war, wurde sogleich durch den Umstand wieder wett gemacht, dass dieser – abgesehen von minimalem Eiweißaustritt – wirklich beachtlich gut auf den optimalen Punkt gebracht war. Mit nahezu kartoffelchipkrosser Haut auf saftigem, nicht zu stark gewürztem Fleisch lag die Tranche zusammen mit ein paar Salicornes und dünnen Kohlrabistiften auf einem Bett aus mildwürzigem Zwiebelrisotto, der wiederum von einer samtigen Safransauce eingefasst wurde. Eine komplett runde, sehr schmackhafte Sache.
Als Fleisch-Hauptgang wären eine knusprige Entenkeule nebst Spitzkohl, karamellisierten Pflaumen, Maronensauce und Gnocchi oder Tagliata vom Roastbeef mit Brokkoli, Rauchmandel und Trüffelpolenta zur Wahl gestanden. Und Polenta war auch das Thema bei unserem Dessert, das den kleinen Schönheitsfehler hatte, dass der im Schälchen gestockte Maisbrei, auf der Quittenragout, Stücke von Mandarinenfilets, Tupfen einer Mandarinencreme und Schoko-Crumbles ausgebreitet waren, sich weniger cremig und fluffig präsentierte als gehofft (und versprochen). So war es eine etwas plumpe Masse, die zumindest in kleinen Mengen zusammen mit den anderen Ingredienzen eine durchaus ansprechende Melange ergab. Entsprechend cremiger und softer hätte das aber sogar ein recht raffinierter Abschluss werden können!
Aber das soll und konnte nicht den wieder sehr guten Gesamteindruck schmälern, den diese einfallsreiche bodenständige italienische Küche auch bei unserem jüngsten Besuch wieder hinterließ. Und die lässt sich im Sommer übrigens auch auf einer lauschigen Innenhofterrasse genießen, die das mediterrane Feeling nochmal steigert.
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