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| Di ab 17 Uhr, Mi von 12-15 Uhr u. ab 17 Uhr, Do-Sa ab 17 Uhr, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 24-45 € |
Dieses stilvoll modern eingerichtete Bistro mit offener Küche, Barbereich, einigen Hochtischen und normalen Sitzplätzen in einem lichten Wintergarten-Anbau, das im Parterre eines Eckhauses in einem Wohnviertel der Östlichen Vorstadt jenseits der gastronomischen Zentren Bremens liegt, ist ein Lokal ganz nach unserem Geschmack. Hier wird nämlich ambitioniert bewirtet und gekocht, aber nicht krampfhaft auf Fine Dining gemacht. Das Topaz ist so etwas wie ein Nachbarschaftslokal, in dem man sich ungezwungen wohl fühlen und ganz nach eigenem Gusto essen kann: Kein fester Ablauf, keine vorgegebene, unveränderbare Menüfolge, keine preistreibenden Verfeinerungsexzesse auf den Tellern, wohl aber überdurchschnittliche Produktqualitäten, fundiertes Handwerk und weiterführende Finessen.
Küchenchef Fynn Fabian und sein Team kochen auf bodenständige Art durchaus originell und kreativ. Mit ihren Motti „Heimatküche - mit kulinarischem Blick in die Ferne“ und „Lieblingsgerichte aus aller Welt zu Hause neu interpretiert“ beschreiben die Gastgeber ihr Kulinarium selbst schon sehr treffend, ohne mit Superlativen um sich zu werfen. So ist das, was im Topaz geboten wird, im Grunde mehr Sein als Schein. Es gibt zwar auch blitzsauber gekochte traditionelle Klassiker wie das Wiener Schnitzel mit Gurkensalat und Bratkartoffeln oder die Hummercremesuppe, die mehr den konservativen Geschmack nach Bewährtem bedienen – mehrheitlich lockt die Speisekartenlektüre aber mit Dingen wie sautierter Grünkohlsalat mit frittierten Schwarzwurzeln, Himbeere und Sesamcreme oder ein mit Leber, Herz, und Magen von der Ente fabrizierter Semmelknödel in einer mit Schnittlauchöl marmorierten Entenbrühe. Gerichte, die nicht abgedreht klingen, aber auf bodenständige Art originell.
Optisch wie geschmacklich markant und ausdrucksstark, sehr leicht und frisch, präzise und schlicht in der handwerklichen Umsetzung, präsentierte sich der geflämmte Hamachi mit Ananas, Ingwer, Chili und Schalotte auf Hibiskussud. Der in dickeren Tranchen angerichtete, nur sehr kurz ringsherum abgeflämmte Fisch war tadellos frisch und klar im Geschmack, die Ananas gepickelt, die Schalotten mit Chili etwas an Kimchi erinnernd und der Hibiskussud keck mit Ingwer aromatisiert, was insgesamt ein sehr dynamisches Geschmacksbild mit gut korrespondierenden unterschiedlichen Säuren sowie unaufdringlicher Süße und Schärfe entstehen ließ – und die Gelflossenmakrele nicht überhöhte.
Die Labskaus-Dumplings waren so etwas wie eine dekonstruierte oder zumindest neu interpretierte Version des bodenständigen norddeutschen Traditionsgericht, bei dem das gezupfte Fleisch der gekochten Rinderbrust als Füllung der dünnteigigen, angebratenen Teigtaschen, die Rote Bete als püreeartige Sauce, die Kartoffel als dünne knusprige Sticks, Eigelb gebeizt als fein mit der Microplane über das Gericht gehobelte Flocken und (optional) saurer Hering als schön mild eingelegte Filets zugegen waren. Der ebenfalls annoncierte „Gewürzgurken-Dust“ war nicht explizit wahrnehmbar – was die Komposition noch weiter nach vorne gebracht hätte, wäre allerdings noch etwas mehr Süffigkeit als verbindendes Element gewesen, etwa ein Sud oder ein saucenähnlicher Fond.
Wie gut sich das Team nämlich auf gehaltvolle elegante Saucen versteht, verdeutlichte einmal mehr das maßvoll mit grünem Curry abgeschmeckte rahmig-schaumige Fluidum zum auf japanischer Holzkohle gegrillten Kabeljau. Der mit seinem festen, aber soft in die einzelnen Lamellen aufblätternden Fleisch begeisternde Fisch wurde begleitet von naturbelassenem und deshalb solo etwas langweiligem, aber eben mit genannter Sauce sehr gut korrespondierendem Jasminreis. Außerdem war da noch ein mit Minze ätherisch frisch angespitzter grüner Apfelsalat, der dem Gericht nicht nur Saftigkeit und Frische, sondern auch einen originellen Twist gab.
Wer sein Mahl mit einem pfiffigen Fleischgericht krönen will, kann das zum Beispiel mit dem geschmorten Lammnacken mit Einkorn, rauchiger Soja-Aubergine, Labneh, Chili und dem verwegenen Flavor der nordafrikanischen Gewürzmischung Zatar machen. Und wer auch zum Dessert ein bissen Lust auf Exotik verspürt, der nimmt statt der klassischen Crème brûlée die „Tutti Frutti“ getaufte Kreation mit falscher Baby-Banane aus Zitronen-Langpfeffer-Parfait mit gelber Kakaobutterhülle, echter Banane als Creme, marinierter Papaya und Mango-Passionsfruchtgel auf Kokossauce – ein gut aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel.
Dass auch das Zusammenspiel zwischen Essen und Wein gut aufeinander abgestimmt werden kann, ist durch das kleine, gut ausgewählte und qualitativ anspruchsvolle internationale Weinsortiment mit typischen Vertretern ihres Landes, der Region oder jeweiligen Rebsorte gewährleistet. Und auch ein paar alkoholfreie Alternativen jenseits gängiger Säfte oder Softdrinks gibt es.
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