Perrier_Superbanner

???

Fotos: Titus im Röhrbein

Titus im Röhrbein

Joachimstr. 6
30159 Hannover
0511-835524

aktualisiert: 05 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 26 €, Menüs: 78-108 €

Großzügig, modern und stylisch ist es geworden, das „neue“ Titus in der Galerie Luise, mitten im Zentrum von Hannover. Damit ging zwar der nostalgische Understatement-Charme der vorherigen Location verloren, die nach vielen erfolgreichen Jahren als Gourmetdestination der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist – die gute Nachricht ist aber, dass das neue Ambiente noch mehr Komfort und eine auch bei vollem Haus heiter entspannte Atmosphäre bietet. Und das passt ganz ausgezeichnet zur ebenfalls entspannt-eleganten Küche von Dieter Grubert.

Der hat im Übrigen – so viel gleich vorab – während des Umzugs keineswegs das Kochen verlernt und bietet nach wie vor gewohnt hohes Niveau. Wie gehabt kann man immer wieder aufs Neue nur staunen, was der allein in seiner Küche arbeitende Chef so alles in wohlproportionierter und durchdachter Form auf die Teller zaubert. Dank eines ausgefeilten Mis en place, der klug übersichtlichen Karte mit zwei sich überschneidenden Menüs und dem Verzicht auf jegliche überflüssigen Spielereien schafft Dieter Grubert damit das, was anderen Teams auch mit viermal so vielen Händen nicht unbedingt gelingt.

Ganz im gewohnten Duktus aromenfroher, markanter Eindrücke ohne unnötiges Drumherum stimmte der Chef dann auch mit einem subtil chilischarfen Tom-Kha-Gai-Shot neben einem eher mediterran sommerlichen Paprika-Tomatenconfit mit Feta, Raukeöl und zart angekrossten Lachsfarce-Bratlingen erfolgreich auf den Abend ein. Ähnlich farben- und aromenfroh ging es auch bei den zarten, mild süßsauer eingelegten Spargelstangen weiter, die ergänzt von einer fruchtig scharfen Aprikosen-/Chili-Vinaigrette, eher süßfruchtigen Granatapfelkernen und etwas Kräuteröl die Basis für luftig-zarte Seeteufel-Piccata stellten. Die hauchdünne Parmesan-Eihülle um den Fisch war dabei sicher keine Variante, um die Qualität des Seeteufels besonders klar freizustellen – erkennbar war diese aber auch so. Und ansonsten lebte der Auftakt vor allem vom knalligen Zusammenspiel aller Komponenten.

Dichter und fokussierter aufs Hauptprodukt ausgerichtet wurde dagegen der folgende, als dickes Carpaccio geschnittene Lachs präsentiert: sanft in einer – bei aller Üppigkeit – ätherisch und säurerfrisch wirkenden Estragonbutter gargezogen, genügten dem zarten Salmoniden einige enthäutete Trauben und grüne Sojakerne als Topping. Und ebenfalls ätherisch-bissfeste Kohlrabi-Juliennes als Fundament für einen harmonischen Gesamteindruck, der einmal mehr unter Beweis stellte, wie gut Dieter Grubert mit wenigen cleveren Handgriffen für Spannung zu sorgen vermag.

Beim Helgoländer Hummer dagegen begeisterte vor allem dessen Qualität und süßlich-nussiger Geschmack, der von fleischigeren Pulpostücken (ebenfalls sehr gut!) ergänzt und von einer sanft röstwürzigen Hummersauce verstärkt wurde. Dazu lieferten sautierter Blattspinat und Belugalinsen grüne Bitteraromen und erdig-nussige Noten als eher klassische, aber erneut harmonische Ergänzung.

Ebenfalls eher klassisch, aber dank genau abgezirkelter Proportionen dennoch elegant und feinsinnig, kam im Hauptgang eine Tranche von straffem rosazartem Kalbsfilet mit Rotweinzwiebel-/Morcheljus neben gebratenem weißem Spargel, Kartoffel-/Bärlauchpüree und Bärlauchöl auf den Teller. Ein gelungener Frühlingsgang, bei dem der Bärlauch gekonnt dosiert und gezähmt nur als feine Würze zur Geltung kam. Im Mittelpunkt stand das feinwürzige Kalbfleisch zwischen dem Kontrast aus fruchtig-süßlicher Zwiebel, erdig-tiefer Morcheljus und nussig-feinbitterem Spargel.

Und weil auch am Ende mit dem bildhübschen Dessert aus herbem säuerlichem Rhabarber, Himbeeren, weißem Schokoladencrunch und üppigem Vanilleeis unter einer soften Meringehaube mit abgeflämmten Spitzen ein bestens zwischen Süße und Frische balancierter Abschluss auf den Tisch kam, bleibt es bei der gewohnt hohen Bewertung und einem rundum stimmigen Gesamteindruck. An dem hat natürlich ganz wesentlich auch Gastgeber und Sommelier Pascalé Pietruschka seinen Anteil, der auf souverän-charmante Art und mit immer spannenden und bestens korrespondierenden Weinempfehlungen durch den Abend geleitet.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.