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Fotos: Theodor's

Theodor's

Friedrich-Breuer-Str. 98
53225 Bonn (Beuel)
0151-70367408

aktualisiert: 12 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Sa ab 18 Uhr, So von 12-13.15 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Menüs: 110-170 €

Die recht zentrale Lage im Bonner Stadtteil Beuel, das repräsentative Gebäude, das schicke moderne Ambiente, und nicht zuletzt natürlich die ambitionierte gehobene Küche, machen das Restaurant der Geschwister Jana und Fritz Benson zu einem echten Hotspot für Genießer. Hier sitzt man an in weitem Abstand zueinander aufgestellten Tischen und wird vom jungen Serviceteam um die Gastgeberin sehr zuvorkommend umsorgt. Aus der gläsernen Kochwerkstatt von Chef Fritz Benson und seinem Team kommt allabendlich ein für alle Gäste einheitliches Menü in regulär sechs Gängen. Und mit zwei zusätzlich à la carte offerierten Signature Dishes kann man diese Speisefolge bei Bedarf auch noch ein wenig variieren.

Der Stil des ehemaligen Souschefs von Thomas Schanz in dessen Spitzenrestaurant in Piesport an der Mosel ist grundsätzlich sehr frankophil und konsequent klassisch, er meidet kühne Aromenexperimente und Showeinlagen, bewegt sich mit seinen Tellern aber dennoch auf der Höhe der Zeit. Eine mit Rauchaal und Kalbstatar gefüllte und mit Kalbscarpaccio umhüllte Petitesse auf knusperdünnem Boden, ein mit Tatar und Kaviar von Lachsforelle saftig beladener fragiler Croustade-Zylinder aus Kartoffelteig, insbesondere aber seidenzarter Pfifferlings-Eierstich mit säuerlich eingelegten Bärlauchknospen unter schaumiger Beurre blanc ließen gleich im Aufwärmprogramm des Abends bemerkenswertes handwerkliches Finetuning erkennen. Kompositorisch gediegen und in der Ausführung state of the art.

Ein sehr filigran und gestaltungsfreudig umgesetztes Gericht war auch der erste offizielle Beitrag des Menüs, der von einen mit Rindertatar gefüllten und mit einer mayonnaiseartigen Creme lasierten Knuspercanellono handelte. Dieser teilte sich den Teller mit feinstreifigen Stiften von mediterranen Gemüsen und gerösteten Calamaretti und wurde von einer transparenten Kräutervinaigrette mit Säure und frischer grüner Würze, unter anderem von Petersilie, untermalt. Etwas Espuma aus Pimientos de padron brachte auch noch bitterherbes grünes Paprikaaroma und damit eine willkommene Kante ins Spiel.

Keine Kante, aber doch einen kleinen Akzent, setzten beim festfleischig-saftigen Bauch vom Schwertfisch, der in Tranchen auf Creme und knackigen Scheiben vom Kürbis drapiert in einer feinwürzigen Bouillon angerichtet war, kleine Blättchen von Minze und Brunnenkresse. Sehr dezent und wohldosiert, wie alles hier. So auch der Zwischengang rund um qualitativ auffällig gute, auf der Oberseite akkurat eingerautete und darauf scharf angeröstete Jakobsmuschel, die mit knackigen Passepierre-Quellern, winzigen gerösteten Blumenkohlröschen und Kalbszungenröllchen in einem kraftvollen maritimen Sud (von Alge, Fisch, Schalentier…) schwimmen durfte.

Kleine Segmente vom Hummer mit Schwarzwurzel in Texturen und dünnen Streifen von Quitte, kraftvoll eingefasst von einer sehr reintönigen und mehr eleganten als zupackenden Bisque (wenig Röstaromen, viel Krustentiergeschmack!), zeugten ebenfalls von handwerklichem Know-how, und kompositorischem Fingerspitzengefühl. Da eckte nichts an, da griff alles sanft ineinander, da spielte das Krustentier die Hauptrolle und die Komparsen fügten sich gewinnbringend, aber zurückhaltend ins sehr gefällige Geschehen ein.

Akkurates klassisches Handwerk repräsentierte auch das à la Crépinette akkurat in Spinatblatt und Farce gehüllte Kalbsfilet, das perfekt gleichmäßig gegart und mit überraschend viel Produktcharakter in Begleitung von Rahmwirsing und Krauser Glucke den Teller eindrucksvoll für sich beanspruchen konnte. Die elegante fleischige Würze einer reduzierte Geflügeljus und die straff säuerlichen Tupfen von Aprikosencoulis gaben dem Rahmen Tiefe und erfrischende herb-säuerliche Auflockerung.

Brunnenkressesorbet, eingelegte Holunderbeeren und Buttermilchschaum kombinierte das Team schließlich zu einem attraktiven, weil erfrischend leichtem und doch ausdrucksreichen Vordessert. Und auch eine moussig-fruchtig gefüllte „Demi-Sphere“, also Halbkugel, von der Zwetschge mit Schaum von Tahiti-Vanille und Sorbet von Verbene war ein leichter und erfreulicherweise auch wenig süßer Abschluss des Menüs. Das kann man auf Wunsch noch um Rohmilchkäse vom Affineur Waltmann ausdehnen und es sich von gut korrespondierenden Weinen aus einem attraktiven europäischen Sortiment begleiten lassen.

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