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Fotos: THE KNAST Restaurant

THE KNAST Restaurant

Söthstr. 7
12203 Berlin
030-279099061

aktualisiert: 12 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 17 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 34 €,
Menüs: 59-74 €

Fine Dining in einem ehemaligen Frauengefängnis? Klingt spannend – und geht seit geraumer Zeit in Berlin-Lichterfelde! Ganz im Südwesten der Hauptstadt nimmt nämlich gerade ein erstaunliches Projekt immer mehr Gestalt an. Erst eröffnete in dem historischen Gebäude eine Speakeasy-Bar in der ehemaligen Gefängnis-Kapelle, dann ein Restaurant im früheren Verwaltungstrakt, ein Boutiquehotel soll bald folgen. Als toleranten Kulturort wollen die Betreiber ihr Projekt verstanden wissen, im Zellentrakt gibt es zudem regelmäßig Konzerte und Ausstellungen queerer Künstler:innen. Man kann aber auch einfach nur essen, sehr gut sogar!

Seit Sommer 2025 wacht Michael Zscharschuch aus Garmisch-Partenkirchen über das Geschehen in der Gefängnisküche. Er kocht gemüsebetont, kombiniert regionale Zutaten mit dezenten asiatischen Inspirationen, seine Teller sind besonders, dabei aber im guten Sinne zugänglich. Bestellen kann man sie im Menü und à la carte.

Beim fein geschichteten Ensemble rund um den Blumenkohl vorneweg – als mit Ei gebundene Mousseline, roh, eingelegt und gedämpft – geben Wintertrüffel eine aromatisch-herbstliche Note, gerösteter Pumpernickel als Crumble Biss und Herzhaftigkeit, ein paar Tupfer Yuzugel eine weiche, säuerliche Frische. Noch besser wär‘s sogar gewesen, hätte man dem Ensemble etwas mehr Temperatur gegönnt.

Geglückter Einsatz von Zitrusfrüchten prägte bei unserem Einstandsbesuch auch den ebenfalls gelungenen Gang rund um die Schwarzwurzel. Die bekommt man einmal im Ganzen gespickt mit schwarzen Walnüssen und einer Creme von schwarzen Walnüssen, einmal als Mousse, lackiert mit einem zestig-herben Pomelosaft, der mit Agar Agar gebunden ist. Ein feiner Ingwerschaum gibt der Komposition noch eine temperamentvolle Kopfnote.

Der schön saftige Kabeljau im Hauptgang war sanft confiert, darauf eingelegter und frittierter Grünkohl, darunter Rote Bete als Püree und als Würfelchen mit robustem Biss, ein Steinpilz-Garum verlieh dem Gang sein solides Umami-Fundament. Der aus den Karkassen des Fischs gezogenen Beurre blanc hätte nach unserem Gusto ein Hauch Frische gutgetan, denn eine Säurespitze fehlte dem etwas ins Süßliche driftenden Ensemble, um noch mehr Temperament aufs Porzellan zu bringen.

Auf interessante Weise wenig süß war wiederum das sehr geglückte Dessert – eine originelle Folge der beliebten Serie: Gemüse zum Nachtisch. Im Zentrum stand hier Topinambur, einmal als frittierte Chips, die an Granola erinnern, einmal als Eis. Und ein Apfelkompott mit Zimtnote sowie ein aromatisches Gel von Bergamotte umrahmten das Finale raffiniert dynamisch.

Eine große Auswahl an Schaumweinen, die man auch glasweise ordern kann, sowie originelle, auch alkoholfreie Cocktails von der Bar tragen ebenfalls dazu bei, dass man hier im Ex-Gefängnis eine gute Zeit haben kann.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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