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| Mi-So ab 12 Uhr durchgehend, Mo u. Di Ruhetag |
| Hauptgerichte: 24-42 €, Menüs: bis 64 € |
Oberhalb des mondänen Budersand-Hotels, zu dessen gastronomischen Portfolio es gehört, liegt das Restaurant Strönholt inmitten einer Dünenlandschaft mit Golfanlage. Es bietet seinen Gästen in dem großen, länglichen Raum mit Panorama-Fensterfront nicht nur einen herrlichen Ausblick über den südlichen Teil der Insel, den man bei schönem Wetter auf der Terrasse voll auskosten kann, sondern auch eine ansprechende gehoben-gutbürgerliche Küche für jeden Tag. Das Team hat sich auf die Fahnen geschrieben, vorwiegend mit heimischen Viktualien, speziell von Erzeugern aus Norddeutschland, auf sehr zugängliche Art bodenständige, aber dennoch überdurchschnittliche Gerichte zu kochen.
Mittags wird im Strönholt vergleichsweise einfacher in Form traditioneller Bistroklassiker, Burger oder Wiener Schnitzel aufgetischt, die aber ebenfalls mit gehobenem Anspruch aus frischen Produkten fabriziert werden. Abends ist die Palette breiter und die Gerichte sind ein wenig aufwendiger gestaltet – auch wenn hier grundsätzlich nicht gebastelt und auch nicht zu exklusiv gekocht wird. Für die große kulinarische Oper gibt es im Budersand ja das Gourmetrestaurant Kai3, mit dem das Strönholt nicht in Konkurrenz treten will. Man findet in der über die letzten Jahre hinweg recht statischen Speisekarte trotzdem Dinge mit Raffinesse. Und wenn gerade eine saisonale Sonderkarte aufgelegt wird, neben den Evergreens auch Abwechslung durch ein paar neuere Gerichte.
So wie zuletzt beispielsweise das Carpaccio vom Lamm mit Deichkäse, Balsamico und Rucola, das von der guten Qualität von Fleisch und Käse lebte, die weitgehend für sich stehen durfte. Überhaupt waren die Gerichte zuletzt wieder erkennbar sorgfältiger zubereitet als in den beiden Jahren zuvor, was man auch an einem der Hausklassiker aus dem Vorspeisenprogramm sehen und schmecken konnte: der Krabbenstulle, einer mit saftigen marinierten Nordseekrabben in klassischer Cocktailsauce sowie wachsweichen Wachtelei-Hälften, Radieschen und frisch gehobeltem Meerrettich beladenen, knusprig angerösteten Schwarzbrotschnitte. Auch wenn die in der Karte annoncierten Salzwiesenkräuter dann leider nur die inflationäre Afillakresse war.
Und auch die Hauptgerichte überzeugten diesmal wieder mit guten Produktqualitäten und Sorgfalt bei der Zubereitung. Zum Beispiel die schön goldbraun gebratene und dabei optimal saftig gebliebene Kutterscholle „Finkenwerder Art“ mit zerlassener Butter und der für diese Zubereitungsart typischen herzhaften Speck-Zwiebel-Stippe obenauf, die mit Petersilienkartoffeln sowie Gurkensalat mit viel Dill à part serviert wurde. Oder „Strönholts Fischernetz“ mit „Allerlei aus der Nordsee“, was diesmal Lachs, Rotbarsch, Heilbutt und Krabben waren, die allesamt korrekt gegart oder gebraten und in guter Qualität zusammen mit eingelegten roten Zwiebeln und Senfsaat auf einer elegant ausgewogenen und luftig aufgeschäumten Senf-Meerrettichsauce schwimmen durften. Eskortiert von geschmorten Rahmgurken und Röstkartoffeln.
Dieser je nach Fang immer etwas anders bestückte Klassiker „Strönholts Fischernetz“ ist grundsätzlich als Hauptgang des dreigängigen „Strönholt Signature Menü“ gesetzt. Dieses fängt zumeist mit einem sehr guten, gehaltvollen Krustentiersüppchen mit Hummer-Raviolo als Einlage und Röstbrot à part an und hört mit einem relativ schlichten, aber sehr schmackhaften Dreierlei aus nicht zu süßem Vanilleeis, mit Heidelbeerlikör marinierten Blaubeeren und Schokoladenbrownie-Würfeln, das auf den Namen „Käpt’n Blaubeer“ auf. Alternativ gibt’s zum Beispiel Sylter Rote Grütze mit Cremeeis und Friesenkeks oder Zitronengras-Crème-Brûlée. Und wer lieber herzhaft abschließt, kann das mit gutem Küstenkäse vom Hof Backensholz machen.
Auch bei Hochbetrieb am Abend mit zwei Seatings tritt der Service entspannt und professionell auf. Die Weinkarte bietet eine solide internationale Auswahl auf einem Preisniveau, das – genau wie das der Küche – für diesen Ort angemessen ist.
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