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Fotos: SIEBZEHN84

SIEBZEHN84

im Hotel Landhaus Stricker
Boy-Nielsen-Str. 10
25980 Sylt (Tinnum)
04651-88990

aktualisiert: 06 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Täglich ab 17.30 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 28-50 €,
Menüs: 90-102 €

Das sogenannte „Zweitrestaurant“ neben dem prestigeträchtigeren Gourmetrestaurant im Landhaus Stricker, das hier – genau wie in den meisten ähnlichen Fällen andernorts – eigentlich mehr das „Hauptrestaurant“ ist, weil viel größer und stärker frequentiert, bietet weit mehr als nur Rundumverpflegung für Hotelgäste. Die in Patron und Küchenchef Holger Bodendorfs wohnlich eingerichtetem siebzehn84 mit gemütlichem Holzgebälk, warmen Farben und modernen Bildern servierte Küche präsentierte sich uns in der jüngeren Vergangenheit zwar nicht immer auf einem konstanten Level, ist in ihren besten Momenten aber regelmäßig so gut, dass die Leute Lust darauf bekommen, auch mal das namhafte „Erstrestaurant“ zu besuchen.

Wie begeistert man von dem ist, was in Sachen Produkteinkauf und Mise en place durchaus vom Gourmetrestaurant unter gleichem Dach profitieren kann, hängt freilich von der Erwartungshaltung ab, die durch die auch hier mehr gehobenen als bodenständigen Preise beeinflusst werden kann. Wer also Dinge bestellt, die von vorneherein mehr auf unkomplizierten, zupackenden Genuss ausgerichtet sind, wie etwa den exklusiven Burger von der Husumer Färse mit Deichkäse, karamellisierten Zwiebeln, Barbecuecue- und Senfsauce sowie Steakhouse-Pommes oder verschiedene Rind- oder Schweinefleisch-Cuts mit klassischen Beilagen nach Wahl, wird unter Umständen glücklicher sein als Gäste, die ihre Messlatte an Bodendorfs Gourmetküche anlegen und auch im siebzehn84 kulinarisches Hochamt erwarten.

Was bei kostspieligen Gerichten wie dem geflämmten Kaisergranat mit zweierlei Spargel, Spitzmorcheln und Erbsen sowie Fregola mit mildem Bärlauchschaum als frühlingshaften Zwischengang auch durchaus suggeriert wird – und in diesem Fall sogar relativ gut eingelöst wurde. Nicht ganz so angetan waren wir von einer vegetarischen Vorspeise um teilweise recht grobklotzig ungehobelt wirkendes mariniertes Frühlingsgemüse mit Schnittlauch-Quinoa, Petersiliencreme und einer Vinaigrette von Staudensellerie und Apfel, angereichert mit aromatischem karamellisiertem Ziegenfrischkäse. Der als Ceviche interpretierte Nordseelachs, der im Verein mit eingelegten Radieschen und geflämmtem Frühlingslauch auf einer mit Chiliöl und Szechuanpfeffer moderat angeschärften Apfelvinaigrette angerichtet war, lebte vom guten Hauptprodukt und von der klaren Frische, war als Komposition aber auch von eher schlichter Art.

Den ultimativen Substanzbeweis bei Zubereitungen mit klassischer Basis trat das Team mit der aufgeschlagenen Hummersuppe an, die mit reichlich Hummer Ragout, safranisiertem Fenchel und der anishaft duftigen Kräuterwürze eines aromatischen Estragonöls aufgewertet wurde. Auch die Albufera-Sauce zum Zweierlei von der Poularde zeugte von fundiertem Küchenhandwerk, hatte aber zugegebenermaßen nicht jenen Glanz und jene Ausdruckskraft, wie man sie beispielsweise auch von ähnlichen Saucen aus dem hauseigenen Restaurant von nebenan kennt. Trotzdem war dieser Hauptgang, bei dem die kurzgebratene Brust und das zart geschmorte Ragout von der Keule mit orangenfruchtig herb glasiertem Chicorée und Karottenstampf ins Rennen geschickt wurde, ein sehr schmackhaftes und solides Gericht auf überdurchschnittlichem Niveau.

Vom Gesamteindruck, der diesmal unterm Strich eher in Richtung 5 Pfannen tendierte, als dass er die bis zum nächsten Besuch erst mal noch unangetastet verbleibende Bewertung untermauert hätte, lenkten die Dessert in eine durchaus begünstigende Richtung ab. Zum einen eine weiße Schokoladenmousse-Kuppel mit Kakaobutterüberzug im Zusammenspiel mit eingelegten Aprikosen und Apfel-Staudensellerie-Espuma, wenngleich das Basilikumsorbet, das hier ebenfalls mit von der Partie war, grenzwertig intensiv ausfiel. Und auch die leider als solches recht undefinierbare salzige Karamellcreme beim zweiten Dessert konnte den guten Eindruck nicht maßgeblich trüben, den die Ziegenquarkmousse mit weißer Schokolade und eingelegtem Sanddorn (auch als Sauce) dennoch machte.

Und so bleibt es – auch und gerade vor dem Hintergrund der überzeugenden Vorstellungen aus den Vorjahren – diesmal bei 6 Pfannen fürs siebzehn84, die dann in der kommenden Saison sicher wieder rundum überzeugend dargeboten werden.

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