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Fotos: Rohrmeisterei

Rohrmeisterei

Ruhrstr. 20
58239 Schwerte
02304-2013001

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Do ab 17 Uhr, Fr-So ab 12 Uhr durchgehend, Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 14-46 €,
Menüs: 44-59 €

Der Besuch der Rohrmeisterei in Schwerte lohnt sich schon allein wegen der besonderen Location, ein originell umgebautes Industriedenkmal, das aus drei Hallenbereichen besteht, von denen zwei für verschiedenste kulturelle, kommerzielle oder private Veranstaltungen und einer für die vielfältige Gastronomie genutzt wird. Die Atmosphäre in dem hallenartigen Ambiente, wo man auf einer ziemlich großen Fläche mit zahlreichen Tischen in verschiedenen Bereichen wie einem etwas erhöhten Glaskasten in der Raummitte unter einem gewaltigen Deckenkran sitzt und speist, ist locker und entspannt, die Gangart unkompliziert. Und während wir in den vergangenen Jahren die Küche zwar schon schmackhaft und frisch gekocht, in der Machart aber relativ simpel und grob erlebten, waren wir diesmal positiv überrascht, weil auch wieder Finesse und Feingespür zu erkennen waren.

Und das ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn hier wird unter der Ägide der beiden Küchenchefs Axel Pferdekämper und Stephan Solbach für ein breites Publikum ein möglichst vielseitiges Angebot offeriert, das von ganz populären, im besten Sinne massentauglichen Dingen wie Flammkuchen, verschiedenen Bowls, reichhaltig bestückten Salaten oder Burgern bis zu etwas avancierteren Gerichten wie eine mit Garnele und Süßwasserfischen bestückte Fischsuppe, gewürzt im Bouillabaisse-Stil oder ein ungewöhnliches Duett von Zander und Rindergulasch mit Blattspinat und mit Zitrone aromatisiertem Kartoffelpüree. Das Schöne aber ist, dass auch den einfacheren Sachen wie etwa dem mit einem saftigen, flockig panierten und kross ausgebackenen Hähnchenbrust-„Patty“ sowie Tomate, roten Zwiebeln, Rucola, Parmesan und Tomaten-Mayonnaise bestückten Chicken-Burger Sorgfalt zuteilwird.

Die Freude ging aber schon bei den Vorspeisen los, unter denen ein karamellisierter aromatisch gereifter Ziegenkäse mit pochierter Birne, einer raffiniert abgeschmeckten Rosmarin-Honig-Creme und Walnusscrunch stimmig proportioniert einen attraktiven Akkord aufs Porzellan legten. Fast noch besser, oder vielmehr kochtechnisch anspruchsvoller war die Vorspeise des Menüs, bei der qualitativ überzeugender und handwerklich gut auf den Punkt gebrachter Zander mit festem, glänzendem Fleisch samt zart gedünstetem Poree und schmelzigen Dörrtomatenfilets auf einem Sockel aus Selleriecreme dockte. Nur dem Krustentierschaum, der das ganze umflutete, hätte man mehr Ausdruckskraft gewünscht – allerdings schmeckte diese relativ milde Sauce auch schön harmonisch und rund, so dass, abgesehen von diesen Optimierungsfantasien, nichts Grundsätzliches daran auszusetzen war.

Und das war auch beim köstlichen Balsamico-Sauerbraten von der Bio-Rinderbrust mitnichten der Fall, der geduldig geschmort und satt mit seiner kraftvoll ausgewogenen Sauce glasiert in beachtlicher Fleischqualität auf dem Teller lag und dergestalt schon solo einfach viel Spaß machte. Er wurde aber von einem mit Tomate fruchtig aufgepimpten Mangoldgemüse, insbesondere aber von Scamorza-Semmeltalern im Stil eines Serviettenknödels auch noch sehr kurzweilig und schmackhaft begleitet. Letzterer war auch ein höchst willkommener Saucenschwamm für die reichlich angegossene Balsamicojus, von der zuletzt kaum noch etwas auf dem Teller übrig war.

Wer trotz der durchaus üppigen (aber nicht grobschlächtig überladenen) Portionen noch ein Dessert schafft, bekommt mit Orangensorbet auf Vanillecreme und Beerenragout oder dem zum Menü gereichten saftigen Rüblikuchen mit Karottensalat, Mousse au chocolat und Sauerrahmcreme einfallsreiche Optionen geboten. Und auch das Getränkeangebot geht mit ausgesuchten Säften, Schorlen, Bieren und Weinen deutlich über den gängigen Durchschnitt hinaus. Wir vergeben diesmal verdiente 5 Pfannen und hoffen, dass das aktuelle Hoch nicht nur eine besonders positive Momentaufnahme war, sondern sich beim nächsten Testbesuch in ähnlich souveräner Weise bestätigt.

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