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Fotos: Gourmetrestaurant 1751

Gourmetrestaurant 1751

im Hotel Weinhaus Uhle
Schusterstr. 13-15
19055 Schwerin
0385-48939430

aktualisiert: 06 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Menüs: 75-125 €

In den über 100 Jahre alten Gastraum des Schweriner Traditionsbetriebes einzukehren, ist ein bisschen wie in der Zeit zurückzureisen – aber auf eine gute Art. Denn das Hotelrestaurant des gleichnamigen Gasthofes in der Altstadt schafft es, den Charme vergangener Zeiten zu bewahren, ohne dass das Ambiente altmodisch wirkt.

Die Küche spricht dabei eine klassische Sprache, weiß aber den ein oder anderen Twist einzubauen. In diesem Sinn sehr gelungen war bei unserem jüngsten Testbesuch die Vorspeise rund um das Thema Tomate, die unter einer gläsernen mit Rauch gefüllten Cloche auf den Tisch kam. Im Wesentlichen bestand das Gericht aus einer zur Tomatenattrappe geformten Mousse, mit mayoähnlichem Aroma und schaumiger Textur. Gut passte dazu ein à part gereichter Sud aus Tomate und Brunnenkresse, der eine angenehme Frische beisteuerte. Bei aller Einfachheit ähnlich stimmig präsentierte sich ein kleines Löffelgericht mit gebratenen Lauchbrunoises, Lauchöl und Kartoffelschaum, das die Idee einer klassischen Vichyssoise aufgriff.

Dass die Küchenchefs Ronny Bell und Holger Mootz auch ab und an feinere, edlere Produkte mit ins Menü nehmen, zeigte vor allem ein Gang mit Kaisergranat, Räucheraal, Apfel und Karotten. Die beiden mittelgroßen Krustentiere waren schön glasig auf den Punkt gegart und zeugten von guter Frische. Besonderen Charme entwickelte der Gang dank der wohlgewählten Kombination mit Räucheraal, der in Form einer wunderbar würzigen, mit Apfel verfeinerten Sülze auf den Teller kam. Um in noch höhere Genusssphären vorzudringen, müssten die Tiere von sich aus qua Produktqualität einen festeren, bissigeren Körper mitbringen; um ein herzhaft-feines Gericht zuzubereiten, reichte die Qualität der Kaisergranate aber allemal aus.

In kreativere Gefilde wagt sich die Küche mit einem vegetarischen Gang aus dichter geklärter Pilzbrühe vor, die mit ihrer leicht rauchig-süßlichen Art an (hochwertige) Teriyaki-Sauce erinnert. Dazu gab es eine Pilzcreme, kleine Pilze und mit Kräutern abgeschmeckten Biskuit.

Wie bei unserem letztjährigen Besuch paarten Bell und Mootz auch diesmal ein kurzgebratenes Rückenstück mit mehreren nominal weniger edlen aber mindestens genauso schmackhaften Teilen des gleichen Tiers – damals Rinderfilet mit Mark und Schwanz. Nun standen Filet und Rücken vom Salzwiesenlamm dessen Zunge, Leber und Bäckchen zur Seite. Gemeinsam mit grünem und weißem Spargel, einer dunklen Lammjus sowie frischem Kräuterpesto ergab das einen überzeugenden und astrein gekochten Hauptgang. Ähnlich klassisch präsentierte sich im Anschluss das Dessert mit Schokolade, gewürzig abgeschmecktem Cremeeis und einer bittersüßen Zwergorangenmarmelade.

Natürlich könnte im Weinhaus Uhle die ein oder andere Sauce ausdrucksstärker gekocht sein oder einige Gänge durch hochwertigere Produkte an mehr Tiefenschärfe gewinnen. Vorspeisen wie dem Tomatengang würde ein wenig mehr Aussagekraft gut stehen, sei es durch höhere Präsenz natürlicher Produkte oder ausgefeilterem, komplexerem Handwerk. Unterm Strich sehen wir das Weinhaus Uhle aber weiterhin auf einem guten Weg, gerade aufgrund der gleichbleibend soliden Kulinarik ohne große Sperenzchen.

Die Weinkarte spricht eine ebenso klassische Sprache wie die Menükarte, setzt neben den alteingesessenen Weingütern aber auch spannende Betriebe in Szene: wie etwa das Weingut Hey, das derzeit zu einem der Aushängeschilder der ostdeutschen Anbaugebiete gehört.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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