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| Mo-Sa von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 21-45 €, Menüs: 33-69 € |
Im Zentrum des nordhessischen Städtchens Lauterbach im Vogelsbergkreis und dort im ersten Haus am Platz, dem Romantik Hotel Schubert, ist das ebenfalls nach der Inhaberfamilie benannte Restaurant seit vielen Jahren die beste kulinarische Adresse weit und breit. Nicht krampfhaft auf Fine Dining gemacht, sondern als zugängliches, entspanntes Bistro im besten Sinne konzipiert, spricht das Kulinarium dort mit einem zwar fokussierten Angebot dennoch ein breites Publikum an. Es reicht vom „schnellen Teller“ für schlankes Budget am Mittag über ein dreigängiges Tagesmenü, das die gehobenere Küchenlinie repräsentiert, bis hin zur à la carte Auswahl mit je einem guten halben Dutzend Vorspeisen und Hauptgerichten sowie einigen Desserts.
Auch die haben eine ziemliche Bandbreite, reichen vom klassischen Rindertatar mit eingelegten Schalotten, Trüffelcreme und Sardellen bis zum Ceviche vom Thunfisch mit wasabigeschärftem Gurkensalat sowie zweierlei Rettich und vom Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat bis zum Lachsfilet mit Buchenpilzen, Erbsenpüree und Ingwerschaum, präsentieren sich sehr gegenständlich und schnörkellos-schlicht umgesetzt. Die wichtigen Parameter stimmen, und so wirken die meisten Gerichte auf diese Art sehr souverän.
Bei der Vorspeise aus Tatar vom kaltgeräucherten Lachs mit Avocado und Mango zeigte das Team zudem, dass es nicht nur balanciert abschmecken, sondern auch mit einfachen Mitteln für Raffinesse auf dem Teller sorgen kann. Denn der Kontrast, der hier durch den krossen, warmen Kartoffelrösti-Boden und das darauf platzierte weiche, kühle Tatar sowie die mit Soja und Limette abgeschmeckten Avocado- und Mangowürfel on top erzeugt wurde, hatte was.
Dass wir hier den eigentlich fast immer verfügbaren Bretonischen Fischeintopf schon mehr als einmal getestet und beschrieben haben, hat weder etwas mit persönlichen Vorlieben noch mit Einfallslosigkeit noch mit Vorbehalten gegen andere Gerichte zu tun, sondern vielmehr damit, dass das ein Gericht ist, an dem man sehr viel erkennen kann. Zum Beispiel an der Suppe selbst, die hier zwar immer recht tomatenlastig ist, aber auch zuletzt wieder eine durchaus schmeckbare maritime Substanz besitzt. Und natürlich an der Einlage, die hier auch diesmal alles andere als Resteverwertung war, sondern von den Garnelen bis zu den verschiedenen Fischfilets qualitativ auf der Höhe, punktgenau sanft gegart, sowie akkurat gewürzt waren. Dass es zur à part gereichten Safrancreme nach wie vor kein Röstbrot gibt, ist höchstens gut für die schlanke Linie.
Die gute Qualität der Grundprodukte setzte sich auch in unserem Hauptgang fort, in dessen Mittelpunkt ein sehr properes Filet eines einstmals augenscheinlich etwas größeren Zanders stand, dessen Fleisch sich schön fest und glänzend unter der knusprig gebratenen Haut in seine einzelnen Segmente zerblättern ließ. Auch die zwar luftig aufgeschäumte, aber durchaus konsistente, dabei aromatisch ausgewogene und sogar mit einer feinen Säurespur ausgestattete Beurre blanc machte richtig Spaß. Die schmackhaften „Sättigungsbeilagen“ in Gestalt von Kartoffelpüree, einem mit knusprigem Speck herzhaft gestaltetem Sauerkraut und gänzlich naturbelassenen Weintrauben zeigten in ihrer kochtechnisch recht schlichten Art ohne größere Verfeinerung, warum es hier trotz einzelner Ausschläge nach oben bei sehr soliden 5 Pfannen bleibt.
So wie das Dessert, in dessen Zentrum eine Rolle aus mit fragilen Knusperflakes beflocktem sowie mit Moussetupfen und Limettenzesten appliziertem Kokosparfait stand, das prinzipiell auch das Zeug für mehr gehabt hätte. Das aber mit gänzlich naturbelassenen Pfirsichspalten, Johannisbeeren, halbierter Erdbeere mit überschrittenem Zenit und ein paar Baiser-Makronen wiederum eher uninspiriert finalisiert war.
Inspiration für Wein lässt indes die international sortierte Karte erkennen, aus der immer wieder wechselnde glasweise Angebote entlehnt werden. Den Service erlebten wir auch beim letzten Besuch wieder aufmerksam und engagiert.
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