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| Mo-Sa von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So Ruhetag |
| Hauptgerichte: 21-45 €, Menüs: 33-69 € |
Auf die von asiatischen, mediterranen und regionalen Einflüssen bestimmte klassische Küche von Stefan Schubert kann man sich seit vielen Jahren im Grunde blind verlassen. Was der Chef des familiengeführten Romantik Hotels in seinem mittags und abends geöffneten Restaurant im zeitlosen Bistro-Stil mit braunem Ledermobiliar und großformatigen Kunstwerken an den Wänden gemeinsam mit seinem Team auf die Tische bringt, ist aller Ehren wert. Und es ist längst nicht nur darauf ausgelegt, die Bedürfnisse von Hotelgästen zu befriedigen.
Neben einer guten, aber nicht zu umfangreichen Auswahl an Gerichten à la carte gibt es auch ein dreigängiges Tagesmenü, sämtliche Kreationen sind von gehobener Art, aber konzeptionell nicht zu exklusiv. Abgesehen von persönlichen Vorlieben oder Aversionen gegenüber bestimmten Produkten kann damit absolut jeder etwas anfangen, ohne dass die Küche deshalb beliebig oder langweilig wäre. Man findet Tatar oder Carpaccio vom Vogelsberger Rind auf der Karte, ersteres mit buntem Tomatensalat, Basilikum, Pinienkernen und Mozzarellacreme, letzteres mit Gemüsevinaigrette, Schmand und Parmesankäse, eine Vorspeise mit Ceviche vom Thunfisch nebst Spargelsalat mit Mango und Chilimayonnaise, Avocado und getrockneten Tomaten, einen Saibling „Carbonara Style“ oder ein klassisches Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat.
Der in der Vorspeise als geräucherter Lachs annoncierte Fisch hätte auch ein sehr mild gebeizter Seesaibling gewesen sein können — was überhaupt nicht negativ gemeint ist, denn die sehr festfleischigen und klararomatischen Tranchen des eher roséfarbenen Fischs boten eine tolle Produktqualität und harmonierten auch auf diese sehr subtile Art und ganz ohne nennenswerte Raucharomen mit ihrer Begleitung aus Saiblingskaviar, marinierten Radieschen, Salaten und Kräutern. An manchen Stellen würde man sich aber etwas mehr Entschlossenheit bei der Aromengebung wünschen, hier im Falle der sehr milden, sahnigen Espuma von Frankfurter Grüner Sauce, die den Teller noch um eine schmelzige Komponente bereicherte.
Der oft in der Karte angebotene „Bretonische Fischeintopf“, der uns im letzten Jahr nicht so sehr begeistern konnte, gefiel uns dieses Mal deutlich besser. Zwar war die Basis auch diesmal wieder primär sehr tomatenfruchtig, aber insgesamt deutlich ausgewogener und vor allem mit weniger Salzgehalt. Auch die Fischfilets und Krustentierchen, die darin als Einlage versenkt wurden, konnten mit Qualität und optimalem Garpunkt überzeugen. Ein schönes Stück mit Olivenöl angeröstetes Brot hätte man sich vielleicht nach wie vor dazu gewünscht, um es zusammen mit der (diesmal aromatischeren) Safrancreme in die Suppe tunken zu können.
Keine Wünsche offen ließ nach unserem Eindruck die Entenbrust, die so perfekt auf der Haut gebraten war, dass diese hauchdünn und kross, die Fettschicht darunter komplett weggeschmolzen und das Fleisch durchgehend rosa und saftig war. Nicht zu säuerlicher und auch nicht zu süßer glasierter Rhabarber, gebratener weißer und grüner Spargel und fluffige Kartoffelnocken erwiesen sich zusammen mit der reduzierten dunklen Jus als schmackhafte Entourage. Allerdings wirkte das partiell nicht ganz sorgfältig geschälte und sehr unterschiedlich geschnittene Spargelgemüse dergestalt unnötig grob. Das hätte man locker etwas feinsinniger hinbekommen können.
Machte aber als unkompliziertes, schmackhaftes Gericht zum moderaten Preis ebenso viel Spaß wie das Dessert, eine Interpretation der Maibowle, bei dem Rhabarber und verschiedene Beeren zusammen mit Holunderblütensorbet in einem Champagner-Schaumsüppchen mit Waldmeister präsentiert wurden. Unterm Strich also wieder eine klare Empfehlung für ein stimmiges Gesamtkonzept mit gutem Preis-Genuss-Verhältnis. Und das trifft auch auf die gut sortierte Weinkarte zu, die im offenen Ausschank vor allem gute deutsche Gewächse listet, bei den ganzen Flaschen aber auch fair kalkulierte Bouteillen aus den benachbarten europäischen Weinländern.
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