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Fotos: Camers

Camers

im Hotel Schloss Hohenkammer
Schlosstr. 20
85411 Hohenkammer
08137-934443

aktualisiert: 02 / 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi-Sa ab 18 Uhr, So-Di Ruhetag
Hauptgerichte: 50 €, Menüs: 135-155 €

Nicht nur der Weg über die Brücke ins wasserumgebene Schloss Hohenkammer mit seinen teils aus dem 11. Jahrhundert stammenden Burgmauern ist immer wieder ein Erlebnis, sondern insbesondere auch ein Besuch in dem von Florian Vogel als Küchenchef geführten Gourmetrestaurant. Das im mittlerweile kernsanierten und mit viel hellem Holz ausgestatteten Gewölbe im Erdgeschoss angesiedelte Camers bietet mit seinem besonderen Ambiente und einer schnörkellos klassischen, an den entscheidenden Stellen aber zeitgenössisch verschlankten Küche ein ausgesprochen attraktives Gesamtpaket. Attraktiv vor allem für all jene Gourmets, die nicht unbedingt Spektakel und technischen Großaufwand auf dem Teller suchen, sondern sich auch an eher entspannten, reduzierten und in feinen Details interessanten Gerichten erfreuen.

Die Einstimmung in diesen Stil gelang zuletzt bereits bestens mit einem Tomaten-Caipirinha nebst Focaccia mit konzentriertem Tomaten-Confit und Iberico-Schinken. Noch schmeichelnder wirkte dann das folgende, fluffig saftige Käsebrioche mit stark marmoriertem Rindercarpaccio, welches satt von erdig duftiger Wintertrüffel-Mayonnaise und frisch gehobelter Trüffel unterfüttert wurde. Auf Insta-Deutsch ausgedrückt: Yummy!

Überraschend kombiniert und clever angerichtet startete das Menü dann mit roh mariniertem Balfégo-Thunfisch, dessen klararomatisches Fleisch über knackige Salatherzen und Wassermelonenwürfeln drapiert wurde. So ergab sich automatisch immer ein Akkord aus allen Komponenten gemeinsam, inklusive den feinen Kopfnoten von geeisten Kresse- und Fetakugeln sowie etwas Gurkengel, die aber eher subtil im Hintergrund spielten. Insgesamt ein beschwingter sommerlicher Auftakt!

Filigran auf engem Raum inszeniert folgte dem eine zarte gebratene Wachtelbrust auf einem Ring von Curry-Panna-Cotta, die mit Chiliöl und sautiertem Babymais gefüllt war. Gemeinsam mit einer separaten Wachtelconsomée ergab das in Summe ein duftiges, tiefes Gericht mit dezenter Exotik und einem fein eingebundenen Spiel von Süße und Schärfe. In die mediterrane Richtung tendierte im Anschluss daran eine aromatisch eher hell präsentierte, also mit nur hauchzarten Röstnoten versehe Langoustine, die nebst pikant gemüsefruchtigen Akzenten von roter Paprikacreme und gelber Paprika-Mayonnaise sowie kleinen sautierten Zucchiniwürfelchen und einer gebackenen Zucchiniblüte ein erneut beeindruckend filigran gezeichnetes Aromenbild aufs Porzellan brachte.

Auch im Hauptgang blieb das Team seinem Stil treu und inszenierte hervorragenden Lammrücken (straff, saftig und gleichmäßig rosa!) neben intensiv konzentrierten Brokkoli-Komponenten und grüner Mandel. Dazu noch eine wieder bewusst eher hell und dennoch kraftvoll gehaltene Lammjus und als fruchtigen Kontrast dazu etwas Krokant und Confit von der Aprikose, die hier entscheidende Dynamik ins Spiel brachten. Ein eleganter reduzierter Hauptgang mit Format!

Den Übergang ins Süße schaffte diesmal ein Arrangement aus roh, confiert und als Sorbet serviertem Pfirsich, dessen zart blumige Fruchtigkeit von luftig-krossem Schafsmilch-Baiser ergänzt wurde, das zudem eine spannende leichte Salzigkeit beisteuerte. Im Finale war die 70-prozentige Original Beans Schokolade etwas irreführend an erster Stelle annonciert, handelte es sich doch eigentlich um eine fruchtig-herbe Blaubeeren-Präsentation mit Mousse, marinierten Beeren und Blaubeer-Joghurteis, die nur punktuell von hauchdünnem Schokoladen-Crunch und getreidig-nussigen Cerealien-Chips akzentuiert wurde. Handwerklich erneut fein ausgeführt, aromatisch aber insbesondere durch die sehr milde Blaubeermousse ein eher leiser Abschluss, der durch stärkere Kontraste noch spannender hätte gestaltet werden können.

In der Regel setzt das Team um Florian Vogel aber trotz eines Stils der eher leisen Töne die Akzente und Kontraste genau an der richtigen Stelle und zeigt mit seiner irgendwie zwischen klassisch und modern schwebenden Linie eine erfreulich eigenständige Handschrift. Ergänzt von sowohl offen als auch flaschenweise hochwertigen und passend empfohlenen Weinen ist es genau das, was immer wieder die Vorfreude auf einen Besuch weckt.

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