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Schachener Hof

Schachener Str. 76
88131 Lindau (Bad Schachen)
08382-3116

aktualisiert: 07 / 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-Mo ab 18 Uhr, So 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 18-32 €,Menüs: 31-75 €

Die Lage des Schachener Hofs gewährt zwar keinen Blick auf den nahegelegenen See, dafür entschädigt im Sommer eine lauschige Gartenterrasse mit viel gepflegtem Grün, auf der es sich auch sehr kommod draußen sitzen lässt. Geführt wird das Restaurant seit vielen Jahren in erfreulicher Konstanz von Brigitte und Thomas W. Kraus, einem Gastronomenpaar mit Leib und Seele. Die Schilder der geparkten Autos im Hof verraten eine weit gestreute Kundschaft – ein gutes Zeichen!

Kraus' kulinarisches Universum umfasst zwei Schwerpunkte: Fisch und Badisches. So finden bei unserem Besuch gerade Fischwochen unter dem Motto „aus den Pariser Markthallen“ statt. Wie gewohnt vertrauen wir hier im Schachener Hof dem Menüvorschlag des Chefs, der mit einer Linsenterrine und Speck als Amuse-Bouche startet. Gewollt rustikal ist das, aber sorgfältig zubereitet und präsentiert.

Als ein besonderer Gang präsentiert sich der Thunfisch mit Thunfischsauce. Versuchte man geistreich zu sein, könnte man das als „Tonno tonnato“ und als originelle Verfremdung des italienischen Klassikers bezeichnen. Die Sauce mit ihren Kapern weist jedenfalls in diese Richtung. Ein farbliches wie geschmackliches Ausrufezeichen setzen hier die Poivrons Rouges, bei Kraus eine kleine, tropfenförmige orangerote Varietät mit moderater Schärfe, die auch als Gänseschnabel bekannt ist. Zu erwähnen sind in diesem Verein zudem die eingelegte Gurke, etwas Currykraut, einige Salatblätter sowie Blüten und Blütenblätter zur Dekoration.

Beim Fischgang verrät der Steinbutt traumwandlerische Sicherheit bei der Zubereitung – und ausgesuchte Lieferanten. Der Sud, worin der Fisch liegt, gibt sich vornehm zurückhaltend, wenig gesalzen und dezent in der Würze, umso intensiver aber mit seiner vom Safran sattgelben Farbe. Nur lauwarm gibt er Gewähr, dass der Fisch darin nicht zu stark nachgart; etwas gerösteter Wildreis gibt dem süffigen Gericht zudem eine reizvolle krosse Textur. Nicht fehlen darf natürlich das Blätterteigfischchen, ein Markenzeichen des Hauses, das hier jeden maritimen Gang ziert.

Zum Hauptgang hatten wir es diesmal mit tadellosem Rehrücken, Schachener Weisskraut, Pfifferlingen und krossem Speck zu tun – ein tendenziell sehr klassisches Gericht, dem jedoch die beigegebenen Zimtkirschen einen pfiffigen Akzent verleihen. Einwandfrei ist auch das Gemüse (Blumenkohl, Brokkoli…) mit viel Geschmack und knackigem Biss.

Im Dessert sind schließlich Schokolade, Erdbeeren und Rhabarber vermählt; die Schokolade ist in verschiedenen Variationen als Eis, Mousse und formgebende Tarte auf den Teller gebracht, der Rhabarber als Espuma. Dezente Noten von Nougat sorgen zudem für einen nussig-vollmundigen Grundton und runden das Geschmacksbild harmonisch ab.

Die Weinauswahl setzt schwerpunktmässig, aber nicht ausschliesslich, auf Gewächse aus dem näheren und mittleren Umkreis – dies bei ausgesprochen moderaten Preisen. Ein Beispiel dazu: Der Gutedel der Auggener Schäf, hier seit Jahr und Tag im Offenweinangebot, ist uns mit seiner unprätentiösen Art längst ans Herz gewachsen.



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