Perrier_Superbanner

???

Fotos: Schönbuch

Schönbuch

im Hotel Schönbuch
Lichtensteinstr. 45
72124 Pliezhausen
07127-56070

aktualisiert: 12 / 2023
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo-Sa ab 18 Uhr, Sa ab 18 Uhr, So von 11.30-14 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 22-42 €,
Menüs: 49-99 €

Das Tagungs- und Eventhotel Schönbuch am Rande des namensgebenden Naturparks hat sich mit den Jahren auch immer mehr als Platz für Genießer etabliert. Denn was in dem weitläufigen, gemütlich-gediegen gestalteten Restaurant und seinen Nebenräumen geboten wird, geht deutlich über die Standardversorgung eines Hotels hinaus. Die gibt es hier mit Büffet- und Steak-Abenden zwar auch – mittwochs bis samstags wird aber zusätzlich zu Klassikern wie Maultaschen, Rostbraten und Zürcher Geschnetzeltem à la carte auch ein Gourmetprogramm geboten, das sich im Menü „Treibjagd“ in bis zu sieben Gängen und in einer etwas klassischeren Speisefolge mit bis zu fünf Gängen widerspiegelt.

Auch bei den Weinen kann nach oben hin aufgetrumpft werden, bietet der Keller des kulinarisch engagierten Gastgebers Maik Hörz doch rund 500 Positionen, nach denen man aber ausdrücklich fragen sollte. Denn außer einigen offenen Empfehlungen auf der Speisekarte befanden wir uns diesmal mit glasweise angebotenen Weinen ohne Nennung von Herkunft und Erzeuger eher im Blindflug – ansonsten aber agierte der der Service grundsätzlich sehr aufmerksam und zuvorkommend.

Bei den Gerichten haben wir uns diesmal ausnahmslos an Gänge aus der „Treibjagd“ gehalten, zumal sie bei den Hauptspeisen gleich drei Alternativen bereithält: mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch. Wie gewohnt gab es als kleine Aufmerksamkeit vornweg zu zweierlei Brot ein Brett mit Zwiebelschmalz, Kräutercreme und aufgeschäumter Butter, dazu ein Glas mit Tomate, Rucola und Coppa. Zum Auftakt überzeugte ein schöner Teller, den man „dekonstruierter Toast Hawaii“ nennen könnte, zumindest waren da gleich mehrere Grundzutaten dieses 70er-Jahre-Klassikers vorhanden: Ananas, hier im Barbecue-Style gegrillt und mit vermutlich etwas Chili versehen, Schinken als cremige Mousse und Weißbrot als hauchdünne Chips. Durch die Vinaigrette eines kleinen Zupfsalats mit großer essbarer Blume ergab sich ein vielfältiges Geschmacksbild mit Süße, Säure, Würze und Schärfe, umringt von einem basilikumbetonten Kräuteröl.

Weniger gut austariert war diesmal der Pot auf feu, der am Tisch über ein prachtvolles Garnelenexemplar, Fenchel- und Tomatenstückchen sowie etwas Erbsenkresse gegossen wurde. In ihrer klaren Tiefgründigkeit ging die Fischsuppe beim Würzgrad bis an die Grenze und eigentlich schon darüber hinaus, so dass sich nicht einmal der Safran darin behaupten konnte.

Umgekehrt verhielt es sich mit dem Fischgericht, bei dem es uns sowohl in der Textur als auch Aromatik an Spannkraft fehlte. Der mutmaßlich klassisch gebratene Heilbutt war schwach gewürzt und ging recht konturlos in einer Einheit aus Sellerie und heller Sauce unter. Kleine Akzente immerhin gab es durch knuspriges Kartoffelstroh und Pflaumenspalten. Minikarotte und Wilder Brokkoli tauchten auch beim Fleischgericht auf, das zudem ein Kartoffel-Sellerie-Püree zu bieten hatte. Insgesamt überzeugte dieser Gang wieder deutlich mehr, wenngleich sich hier die „Moderne“, als die er auf der Karte im Gegensatz zur klassischen Variante (mit Spätzle) annonciert war, auch nicht zwangsläufig erschließen konnte. Wichtig aber: Die beiden schönen Stücke vom Rehrücken waren saftig und dennoch mit straffer Struktur und wurden von einer intensiven, aber geschmeidigen Jus sowie aromatischen sautierten Steinpilzen und angeschmorter Birne attraktiv begleitet.

Nach diesen eher kompakt angerichteten Tellern war das Dessert, ähnlich wie die Vorspeise, schön filigran inszeniert. Geschmacklich allerdings dominierte die breite Süße rund um Mais als Popcorneis, saftiges Küchlein und auch herzhafte Creme. Dazu gab es Crumble und Waldbeeren, Karamell und Zuckergitter, aber es fehlte irgendwie an belebender Säure als Ausgleich. Dennoch zeigte diese Komposition das kreative Potenzial des Teams, das nach dem Abgang des langjährigen Küchendirektors Alexander Bauer noch ein wenig in der Findungsphase zu sein scheint. Wir sind jedenfalls gespannt auf die weitere Entwicklung!

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



Das GUSTO-Lexikon der Köche

Hier finden Sie einen Großteil der Küchenchefs, deren Restaurants im GUSTO-Führer empfohlen werden. Das Lexikon wird ständig ergänzt.

Das GUSTO-Ranking der besten Restaurants

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Übersicht aller im GUSTO-Führer empfohlenen Restaurants - sortiert nach ihrer derzeitigen Bewertung.