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Fotos: Saxler's Restaurant

Saxler's Restaurant

Uferallee 9
54492 Zeltingen-Rachtig
06532-680

aktualisiert: 07 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Do-So ab 18 Uhr, Mo-Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 34-52 €,
Menüs: 85-125 €

Die Gastronomie an der Mosel genießt seit jeher einen nicht ganz eindeutigen Ruf, denn so sehr entlang des Flusses und in seinem Umfeld einzelne renommierte Adressen zu finden sind, so bescheiden bleibt doch in vielen Lokalen und Weinstuben die durchschnittliche Qualität dessen, was auf die Teller kommt. Umso erfreulicher sind jene Trouvaillen, die, fest in der Region verankert und ohne übermäßiges Aufheben um sich selbst, deutlich mehr bieten, als sie an ihrem Standort eigentlich müssten. Saxler’s Restaurant gehört für uns ohne Zweifel in diese Kategorie.

Inhaber und Küchenchef Hermann Saxler hat sich schon vor vielen Jahren dazu entschlossen, im ersten Stock des Weinhotels St. Stephanus am Moselufer eine gehobene, klassisch geprägte Küche zu etablieren, die auch Produkte, Kombinationen und Zubereitungen bietet, die man nicht mehr allzu häufig findet. Wer weniger fürs Essen ausgeben oder nur einen Moselriesling trinken möchte, findet im Erdgeschoss des aus Moselschiefer erbauten Hauses die Weinstube, doch der Weg nach oben, wo zwischen einigen wenigen Angeboten à la carte und einem in drei oder vier Gängen bestellbaren Menü gewählt werden kann, lohnt sich!

Dass zu jedem Gang auch der passende Wein glasweise ausgeschenkt wird, versteht sich hier fast von selbst; das Angebot an Moselriesling ist deutlich überdurchschnittlich und reicht neben Zeltinger Gütern wie Selbach-Oster auch zu zahlreichen weiteren Betrieben der Region. Zur Vorspeise wurde uns etwa eine Auslese aus dem Jahrgang 2006 vom Weingut Losen-Bockstanz serviert, ein optimal gereifter Wein aus einem nicht ganz einfachen Jahr, der das Gericht stützte, ohne seine Finessen zu überdecken.

Doch zum Auftakt wurden erst mal zwei Sorten Baguette, einmal mit und einmal ohne Körner, dazu Rote-Bete-Butter, Olivenöl und eine Salz-Kräuter-Mischung eingedeckt. Als kleine Ouvertüre servierte die herzliche Kellnerin dann eine Kartoffelterrine, die um ein saftiges Stück Spanferkel ergänzt war, dazu eine Blutwurst-Praline, Apfelconfit und Lauchgemüse. Das war dicht, saftig, und in seiner herzhaften Anlage durchaus appetitlich, für einen heißen Frühsommertag nach unserem Gusto allerdings einen Tick zu üppig.

Die als Entenleber aus den Landes mit Schwarzdorn, Aprikose, Mandel und Brioche angekündigte Vorspeise erwies sich als hübsch angerichtete und stilvoll servierte Komposition aus Bio-Entenleber, wie sie auch so annonciert war – mit Aprikosengel, einem weiteren Gel, mutmaßlich von Schlehe, sowie einer Kugel aus Entenleber und Pistazie. Klassisch grundiert, deutlich süß akzentuiert, aber zugleich frisch genug gehalten, wirkte das insgesamt sehr ausgewogen und souverän.

Danach kam Seezunge „vom kleinen Boot“ aus der Vendée auf den Teller, ein tolles Produkt, optimal saftig gegart und von einem ebenfalls saftigen Lobsterschwanz, Süßkartoffelgel sowie einer mit Eisweinessig zubereiteten, angenehm säuerlich zugespitzten Beurre blanc gewinnbringend, fast kongenial begleitet. Blattspinat und eine Art Kartoffelkuchen ergänzten den Gang ebenfalls, wobei gerade Letzterer im Gesamtbild eher entbehrlich wirkte. Mehr noch als der hervorragende Fisch blieb hier die optimal abgestimmte Beurre blanc in Erinnerung, die dem Gericht seine eigentliche Eleganz verlieh.

Mit Rücken und Schulter vom Salzgraslamm – der Rücken als sehr saftige und eigenaromatische Tranchen mit ordentlichem Fettanteil in präziser Garung, die zarte Schulter im krossen Brikteig – gewann das Menü an Tiefe und Vollmundigkeit. Spitzkohl, Pommes Anna, eine recht füllig-herbe Rosmarinsauce und Paprikagel begleiteten auch hier ein hervorragendes Hauptprodukt, das sicher und ohne Effekthascherei zubereitet war. Dass mit den Pommes Anna zum dritten Mal eine Kartoffelzubereitung im Spiel war, konnte man in der Gesamtschau als gewisse Redundanz empfinden, ohne dass es aber diesem Gang ernsthaft geschadet hätte.

Vor dem eigentlichen Dessert folgte zunächst eine Komposition aus Piemont-Schokolade, Passionsfruchtgel, einer Kokos-Eiskugel und Kokossauce, nicht zu süß, schön intensiv schokoladig und durch die fast schon frisch wirkenden Kokosnoten angenehm aufgehellt. Der „Sommertraum“, ein Dom aus Himbeer-Creamcheese mit lockerer, eher an Joghurtmousse erinnernder Füllung und elegant dünner Hülle, wurde mit Himbeersorbet, Estragonsud und Joghurtbaiser kombiniert und stellte ein gut balanciertes Finale mit klar herausgearbeiteten Aromen und in weit überdurchschnittlicher handwerklicher Ausführung dar.

Und genau dieses Fazit lässt sich mittlerweile auf das gesamte Menü übertragen, weshalb eine Aufwertung auf 7 Pfannen in diesem Jahr wohlverdient und im Vergleich mit den anderen, ähnlich hoch bewerteten Restaurants in unserem Guide auch durchaus stimmig erscheint.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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