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Fotos: SAMS

SAMS

Dettinger Str. 45
73230 Kirchheim unter Teck
07021-9560694

aktualisiert: 04 / 2024
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Fr ab 18 Uhr, Sa-Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 26-90 €,
Menüs: 77-99 €

Das mitten im Zentrum von Kirchheim an der Teck gelegene Sams wirkt nicht nur auf den ersten Blick wie ein lässiges Szenelokal, sondern ist letztlich genau das – allerdings eines für kulinarisch anspruchsvolle Besucher, die neben lockerer Atmosphäre und chilliger elektronischer Musik auch eine mit Expertise kuratierte Weinauswahl und hochqualitatives Seafood schätzen. Denn genau das steht im Kern des unkonventionellen Konzepts, das von Adrian Semp in der Küche und Marc Schnierer im Restaurant hochengagiert umgesetzt wird.

Das schick renovierte, schlicht-elegant in dunklen Farben gestaltete Restaurant gibt dafür einen adäquaten Rahmen, eigentlich zweigeteilt, aber mit fließendem Übergang von Bar- zu Restaurantbereich. Entsprechend unkompliziert ist die Wahl zwischen einer oder mehreren Klassikern beziehungsweise dem „Catch of the day“ à la carte, oder aber einem mehrgängigen Seafoodmenü. Kein Grund zur Sorge außerdem für alle, die nicht so auf Meeresgetier stehen: mit Gerichten wie dem Rindertatar mit Wildkräutern, gebratener Blutwurst und Apfel mit Portweinzwiebeln und Kartoffelpüree oder einer Foie-Gras-Variation mit Brioche gibt es hier neben dem maritimen Schwerpunkt auch anspruchsvoll umgesetzte Alternativen.

Dass das Team um Adrian Semp hervorragend klassisch kochen kann, zeigte direkt eine einstimmende Espressotasse voll schaumiger Bouillabaisse (die es à la carte auch als größere Portion inklusive Einlagen gibt) mit deutlichen Röstaromen, dichtem Körper und feinem Säurespiel. Und genau dieses Fingerspitzengefühl bei Saucen zeigte dann auch die sanft glasig gebratene Jakobsmuschel, die mit zarter Erbsencreme und einem dünnen Tapiokachip in einer dichten, ätherisch-stoffigen Orangenvelouté serviert wurde, zusätzlich erfrischt von zwischendrin immer wieder keck aufploppendem Zituskaviar.

Mutig puristisch startete dann das eigentliche Menü mit sanft temperiertem Saibling in einem kühlen, forsch mit Säure kitzelnden klaren Tomatensud. Dieser bekam durch ein duftiges Kräuteröl noch feine Kopfnoten und ansonsten genügten an dieser Stelle etwas Saiblingskaviar und ein kleiner Kreis knuspriger Saiblingshaut für einen elegant beschwingten Auftakt. Etwas komplexer und auch kraftvoller wurde es bei den zarten, knusprig angerösteten Pulpostücken in der mutigen Kombination mit Birne und Fromage bleu, die aber – in kompakt angerichteter Form mit Birnenstücken und Birnengel – überraschend eingängig und harmonisch daherkam und den Blauschimmelkäse nur als subtile Hintergrundwürze nutzte.

Dass beim folgenden knusprig saftig gebratenen Filet vom Adlerfisch die annoncierte „klassische Beurre blanc“ eher wie eine Variation der bereits bekannten Bouillabaisse wirkte, änderte nichts an der erneut ausgezeichneten Qualität der Sauce, die mit den markanten Röstnoten der Fischhaut und einem (etwas überdimensionierten) Türmchen aus violetter Kartoffelcreme, Babymangold und Kartoffelchips einen ebenso zugänglichen wie feingeschliffenen Hauptgang ergab. Mit optimaleren Proportionen, einem größeren und entsprechend markanteren Fischstück und/oder weniger Creme hätte das sogar Potential für eine noch höhere Bewertung gehabt…

Nicht ganz mithalten konnte da das Dessert aus einem geschmeidigen Ring weißer Schokoladencreme mit filigranen Knusperhippen obenauf und herb erfrischender Blaubeersauce sowie Basikumsorbet, weil das Ganze nämlich mit cremiger Süße auf der einen und belebender Frische auf der anderen Seite eine recht simple Komposition blieb. Wobei die zwei Komponenten hier durchaus gut balanciert waren und auch in der schlichten Art einen insgesamt voll zum Stil der Küche passenden Abschluss boten.

Sowohl zum Stil der Küche als auch zu den Vorlieben der Gäste passen in jedem Fall auch die Weinempfehlungen von Gastgeber Marc Schnierer, der ein hochwertiges individuelles Sortiment pflegt und dieses auf ebenso lockere wie kompetente Art erlebbar macht.

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