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Fotos: Rubens - Das Östereichische Restaurant

Rubens - Das Östereichische Restaurant

Kaiserstr. 5
40479 Düsseldorf
0211-15859800

aktualisiert: 07 / 2023
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Di-Sa ab 17 Uhr, So u. Mo Ruhetag
Hauptgerichte: 25-37 €,
Menüs: 64-95 €

Das trotz seiner Größe und der tendenziell eher schlichten hellen Gestaltung überhaupt nicht ungemütlich wirkende Lokal an der belebten Kaiserstraße hat sich in Düsseldorf binnen relativ kurzer Zeit zum beliebten Treffpunkt für Freunde der austriakischen Schmankerlküche etabliert. Und das wundert uns eigentlich überhaupt nicht, denn mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass Cornelia Baumgart eine charmante Gastgeberin und ihr Mann Ruben Baumgart ein sehr guter Koch ist, bieten die beiden hier eine stilistisch äußerst breitgefächerte österreichische Küche, die für fast jeden Geschmack etwas bereithält.

Für die Traditionalisten etwa Klassiker wie gesottenen Tafelspitz, luftiges Wiener Schnitzel, fluffigen Kaiserschmarrn oder saftiges Backhendl und für experimentierfreudigere Feinschmecker weltoffen und kreativ gedachte Gerichte, die aber ihre Wurzeln dennoch nicht verleugnen. Und das Beste: man kann nach Belieben zwischen den vier unterschiedlichen Menüs hin und her switchen.

Nach würzaromatischem Vielkornbrot aus „Rubens Brotsackerl“ mit Bärlauchcreme und einer saftig-fluffigen, vom Salzgehalt allerdings sehr weit oben angesiedelten Gemüsequiche mit Currymayo zeigte der erste Gang gleich mal, wie das Miteinander von österreichischer  Tradition und Moderne funktionieren kann. Hier in Gestalt von dünn aufgeschnitten Scheiben eines 18 Stunden bei Niedertemperatur gegarten Duroc-Schweinebratens, die locker mit gebratenen Schwammerln, Radieschenstreifen, Croûtons und Kresse bedeckt auf einer sehr würzigen Speckmayonnaise mit Kernöl ausgelegt waren. Yuzu-Geltupfen setzten dazwischen einen moderneren, weltoffenen Akzent und brachten die nötige Auflockerung ins herzhafte Geschmacksbild.

Als eine Vermählung von Tradition und Moderne konnte man auch den an sich schön fluffigen, mit gezupftem süffigem Schmorfleisch vom Kalb gefüllten Germknödel bezeichnen, denn der lag mit einem Topping aus Frühlingszwiebel-Kräuter-Tapioka auf einem voluminösen Schaumteppich, der die stark verdichteten Aromen von Brathendl in sich trug. Auch das ein sehr würziges, umamisattes Gericht mit hohem Suchtfaktor.

Und als solches kann man zweifellos auch die helle Kalbsbolognese bezeichnen, die in unserem Falle die mit etwas Bärlauch unaufdringlich in eine kräuterwürzige Richtung gedrehte Rigatoni-Pasta aromatisierte. Eine intensive Creme von roter Ofenpaprika und Eigelbcreme sowie am Tisch darüber gehobelte Belper Knolle verdichten auch dieses herzhafte Geschmacksbild zusätzlich – aber auf sehr behutsame Weise.

Ein Gericht aus dem betont weltoffenen Menü war zuletzt beispielsweise die kross auf der Haut gebratene Adlerfisch-Tranche, die mit ihren Begleitern den gelben Linsen, einigen Dattelstreifen und einer mildnussigen Hummuscreme orientalisch bespielt wurde und mit würzigen Estragon-Gnocchi kombiniert auch wieder ein einigermaßen zupackendes Gericht darstellte. Aber mit dieser Eigenschaft verbindet man ja die österreichische Küche grundsätzlich und so ist es auch absolut legitim, wenn in einem österreichischen Lokal Gänge herzhaft und zupackend sind, die nicht explizit landestypisch daherkommen.

Beim Hauptgang des „Signature“-Menüs sind die Wurzeln indes völlig zweifelsfrei – und zwar die, beider hier zum Besten gegebenen Traditionsgerichte, denn da werden Wiener Schnitzel vom Kalbsrücken und Alt Wiener Tafelspitz gleich als Dutt aufgeboten. Ersteres saftig und dünn mit einer mustergültig aufgeblähten soufflierten Panierung umschlossen und letzterer butterzart mit Wurzelgemüse in der Brühe gesotten, gemeinsam stilecht mit schlotzigem Erdäpfel-Vogerlsalat und Preiselbeeren beziehungsweise Schnittlauchsauce und Apfelkren zum selbst portionieren aufgetischt und beides respektable Vertreter ihrer Spezies.

Die Portionen sind generell nicht zu klein, aber auch nicht zu groß, so dass am Ende problemlos immer auch noch ein Dessert mit Genuss Platz hat. Und wenn schon nichts aus dem K.u.K.-Mehlspeisenhimmel wie der Kaiserschmarrn mit Zwetschgen- und Apfelkompott oder die Marillenknödel sein kann, dann doch zumindest etwas Federleichtes wie die marinierten Erdbeeren mit hausgemachtem Granola und Mandelkuchen unter Joghurtschaum. Zu allem offeriert die nach Regionen und Rebsorten sortierte Weinkarte, die ausschließlich auf Österreich fokussiert ist und ein fair kalkuliertes Sammelsurium spannender Gewächse namhafter Erzeuger des Landes listet, auch die passenden Begleiter fürs Glas.

Um die Pins anklicken zu können, müssen Sie den Zielort näher heranzoomen.



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