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Fotos: Rosenflora

Rosenflora

im Hotel Rosenflora
Kirchstr. 2
52385 Nideggen
02427-94040

aktualisiert: 06 / 2025
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo u. Do-Sa ab 17.30 Uhr, So von 11.30-14 Uhr u. ab 17.30 Uhr, Di u. Mi Ruhetag
Hauptgerichte: 25-50 €,
Menüs: 45-85 €

Das von außen eher unscheinbar anmutende, von seinen Inhabern Beatrix Schumacher-Harings und Achim Harings sehr engagiert geführte Eckhaus-Lokal hat sich über die Jahre nicht nur gestalterisch sukzessive verbessert, sondern auch kulinarisch. Das ist umso bemerkenswerter, weil man sich hier nämlich ganz bewusst unterhalb des Gourmet- und Fine-Dining-Levels positioniert hat und den vielen Stammgästen sowie immer wieder auch interessierten „Ersttätern“ eine unkompliziert zugängliche, aber durchaus anspruchsvolle Küche zu moderaten Preisen bietet.

Hier herrscht also kein Einheitsmenü-Zwang und man kann von relativ einfachen gutbürgerlichen Gerichten wie einem Feldsalat mit Kartoffeldressing, Croûtons und Speck oder Rumpsteak vom Weiderind mit Süßkartoffelpüree und wildem Brokkoli bis hin zu weltgewandteren und exklusiveren Kreationen, etwa Tataki vom Thunfisch mit Wakame-Algen und Glasnudelsalat oder Perlhuhnbrust mit Winzerkraut und Gnocchi auf Gänselebersauce, aus einem breiten Spektrum wählen. Das Repertoire wirkt deshalb aber auch nicht zu umfangreich oder gar beliebig.

Küchenchef Achim Harings und sein Team machen bewusst keine übermäßig abgefahrenen Sachen und muten sich auch handwerklich keine allzu elaborierten, aufwändigen Spielereien zu, achten aber sehr auf die relevanten Details. So wird bereits eine vermeintlich simple Brunnenkresse-Schaumsuppe zum Aha-Erlebnis, weil das Aroma gut herausgearbeitet und die cremige Basis nicht zu opulent ist, weil sie eine elegante Balance von frischer Säure und herber Würze aufbietet, und weil die Einlage aus zartkrossen Croûtons und besonders zarten, saftig-fleischigen Kaninchenwürfeln auch haptisch das gewisse Etwas mitbringt.

Kaninchen in feinwürziger gebeizter Form, dünn aufgeschnitten und zu Röllchen drapiert, bereicherte auch die Vorspeise, die cremig pürierten und knackigen marinierten Hokkaido-Kürbis mit Stiften von Grünem Apfel, karamellisierten Kürbiskernen, Mayonnaisetupfen und Granatapfel in wohlproportionierter Form versammelte. Auch hier war vom gebeizten Fleisch über die Mayo bis zu den Kürbis-Komponenten jedes Detail sehr gut abgeschmeckt.

Das macht Spaß und das brachte auch die gebratenen Riesengarnelen mit mariniertem Rotkohl, Orangenfilets, Orangengel und Schmandcreme weit nach vorn, weil hier mit eigentlich einfachen Mitteln aber viel Fingerspitzengefühl ein raffinierter Akkord auf den Teller gebracht wurde. Achim Harings weiß einfach, worauf es ankommt. Und er weiß auch, wann es besser ist, mal was wegzulassen. So überzeugen auch schön schlotzige Tagliolini mit Rahmsauce und schwarzer Trüffel, weil man sich dafür konsequent auf gute Produkte und deren natürlichen Geschmack fokussiert.

Ein sehr gutes Produkt war ganz ohne Frage auch der Winterkabeljau, der einseitig knusprig goldbraun gebraten war und darunter mit schneeweißem, soft in seine einzelnen Lamellen aufblätterndem Fleisch begeistern konnte, aber auch eine attraktive Entourage hatte: parmesanwürzigen Risotto mit Gelber Bete, gebratene kleine Taler von Gelbe Bete und Schaumsauce von fermentiertem schwarzem Knoblauch, auch hier wieder alles sehr gut abgeschmeckt und auf den Punkt gebracht. Wer im Hauptgang lieber Fleisch isst, bekommt als interessantere Alternative zu rosa Rumpsteak oder geschmorte Wange vom Kalb mit Süßkartoffel und wildem Brokkoli zum Beispiel Eifeler Hirschrücken mit Kaffeekruste zu geröstetem Blumenkohl und Gnocchi.

Und auf süßen Abschluss sollte man bei den Rosenfloristikern auch nicht verzichten, denn Dinge wie die fluffige weiße, mit Tonkabohne aromatisierte Schokoladenmousse mit Cremekaramell-Datteln und Butterstreuseln machen ebenfalls uneingeschränkt Spaß und bieten auf ganz unkomplizierte Art hohes Niveau – wenngleich man hier mit etwas mehr erfrischendem Kontrast zur opulenten Süße auch noch eine Schippe Raffinement hätte drauflegen können. Aber das nur als beispielhafter konstruktiver Vermerk in Hinblick auf eine noch höhere Bewertung, die hier mittlerweile durchaus im Rahmen des Möglichen scheint.

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