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| Di-Sa von 12-13.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So u. Mo Ruhetag |
| Hauptgerichte: 26-49 €, Menüs: 54-94 € |
Idyllisch am Kurpark mit viel eigenem Grün gelegen, ist die Rindenmühle ein Familienbetrieb par excellence. Martin und Martina Weißer wachen über das Geschehen in Küche und Service, unterstützt von den Söhnen Michael und Dominik Weißer, die zwischenzeitlich top ausgebildet nach Villingen zurückgekehrt sind. In den gemütlichen Räumlichkeiten des Restaurants kommt zwischen rotem Teppich, weiß eingedeckten Tischen und liebevollen Deko-Details entspannte Urlaubsstimmung auf. Die Küche ist traditionell geprägt, dabei aber nicht stehengeblieben, sondern immer auch den einen oder anderen Trend aufnehmend. Neben einer ansprechenden À-la-carte-Auswahl gibt es zwei Menüs, eines davon vegetarisch.
Nach einem hübschen gegenständlichen Gruß mit Bresaola und Kürbis auf einer Steinpilzcreme in Petersilienöl starteten wir beim jüngsten Besuch an Villingens bester kulinarischer Adresse in unser Menü. Um wenigstens einmal das Element Wasser in den vier Gängen zu haben, tauschten wir das ursprünglich vorgesehene Rindercarpaccio gegen Rosenberggarnelen: drei prächtige Exemplare dieser Süßwassergattung waren kurz gebraten und somit noch schön saftig-fleischig, was ihren süßlich-nussigen Geschmack optimal zur Geltung brachte. Unterstützt wurde dies von einem luftigen Kohlrabipüree, in dem kleine Stücke knackiger Zuckerschoten für eine raffinierte Auflockerung sorgten. Kleine Cremekleckse von fermentiertem schwarzem Knoblauch waren eher eine minimale punktuelle Ergänzung, einen kräftigen Kontrast gab es aber durch marinierte Olivenhälften.
Wohltuend breitete sich danach eine schon dunkler als bernsteinfarbene Consommé vom Bressegeflügel aus, die in einem Glas serviert wurde. Darin: kleine Pfifferlinge und hauchfeine Gemüsestückchen sowie zwei große fluffige Grießklößchen. Sicherlich kein Spektakel, aber im doppelten Wortsinn ein klarer Beweis für das gute alte Handwerk, auf das sich die Küche hier versteht.
Das gilt auch für das Hauptgericht mit zwei präzise gegrillten Stücken aus der Oberschale vom Reh. Sie hatten eine gute Struktur und viel typisches Aroma, das von einer sämigen Sauce komplettiert wurde, die mit viel Schokolade und Kirsche fast schon etwas desserthaft gewirkt hat. Viel Würze gab es rund um das Wildbret aber dennoch, zum Beispiel durch ein Bett aus angeschmorte Spitzkohlstreifen. In einem wuchtigen, aber fluffigen Kartoffelsoufflé ahnten wir zudem eine leicht harzig-ätherische Note, die wohl daher rührte, dass es aus Rosmarinkartoffeln gemacht war. Dazu gab es aber noch weihnachtliche Noten, denn in der Mitte des Soufflés war unter Crumble eine eingelegte schwarze Walnuss versteckt.
Am Dessert erfreute uns zuvorderst, dass die mit Lavendelaroma versehene Panna Cotta nicht als zu feste Masse in einem Glas einbetoniert war, was selbst in vermeintlich besseren italienischen Ristoranti vorkommen kann, sondern schön cremig den Boden eines tiefen Tellers bedeckte. Mit Pfirsichstückchen, einem Himbeersorbet und Mandelkrokantchip war das eine ansprechende runde Sache. Eher klassisch Deutsch gab es zum Kaffee ein Johannisbeer-Streusel-Küchlein. Korrespondierend zu den Menüs öffnet die Chefin Verschiedenes aus ihrem international gut bestückten Weinkeller. Zum Reh ließ uns Martina Weißer sogar zwei Alternativen aus dem Weingut Johner und der Tenuta Marchesi Alfieri probieren. Nachahmenswert!
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