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Fotos: Schlossberg

Schlossberg

im Schlossberg Hotel Homburg
Schlossberg-Höhen-Str. 1
66424 Homburg
06841-6660

aktualisiert: 02 / 2026
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mi u. Sa ab 18 Uhr, Do u. Fr u. So von 12-14 Uhr u. ab 18 Uhr, Mo u. Di Ruhetag
Hauptgerichte: 28-46 €,
Menüs: 69-94 €

Solche Lokale wie die hoch über Homburg auf dem Schlossberg gelegene Gastronomie im gleichnamigen Hotel, die sich nicht als Fine-Dining-Restaurant verstehen, in denen aber trotzdem überdurchschnittlich ambitioniert bewirtet und gekocht wird, gibt es viel zu selten. Hier kann man mit Ausblick über die Stadt und ins Saarland hinein zu moderaten Preisen auf gehobenem Niveau essen und wird vom Team um den versierten Gastgeber Jerôme Pourchère, den viele Feinschmecker aus dem Gourmetrestaurant Esplanade und dem Gästehaus Klaus Erfort kennen, aufmerksam umsorgt.

In letzterem hatte einst auch Küchenchef Mirko Bunk seine Erfahrungen in der Top-Liga gesammelt, die er nun erfolgreich auf dem Homburger Schlossberg in einer für ein breiteres Publikum zugänglichen Version interpretiert: kreativ, aber nicht abgedreht, mit gehobenem Anspruch, aber nicht zu exklusiv. Die Gerichte in seiner nicht zu umfangreichen Karte sind so komponiert, dass jeder etwas damit anfangen kann, sie deshalb aber noch lange nicht beliebig wirken.   

Auch wenn das Begleitprogramm zum zwar recht herzhaft, aber nicht zu deftig abgeschmeckten Kalbstatar mit Kürbiskernöl, Olivenkrokant, Papayasalat und Perlzwiebeln auf dem Papier der Speisekarte etwas manieriert zusammengestellt wirkte und keine stringente Komposition erwarten ließ, präsentierte sich dieses nussig-fruchtige Zusammenspiel mit bittersüßen Spitzen von den getrockneten und karamellisierten Oliven auf dem Teller dann doch als gar nicht so zusammenhanglos wie zunächst befürchtet.

Ohnehin von so einem Verdacht ausgeschlossen war der Zwischengang mit Ravioli von geschmorter Lammkeule in Begleitung von Artischocke, Mascarpone und Harissa. Die schön prall mit dem puren Schmorfleisch gefüllten, dünnteigigen Taschen lagen mit Artischockenwürfeln auf einem Bett aus Artischockencreme, waren mit einem milden Mascarponeschaum sowie etwas reduzierter Jus nappiert und mit ein paar frittierten Salbeiblättern belegt. Harissa war leider nicht auszumachen, hätte dem bis auf das Fleisch selbst und natürlich die Jus etwas blassen Gericht aber sicher einen gewinnbringenden pikanten Anstrich verleihen können…

Beim Duett von Jakobsmuschel und Wachtel – beide von sehr ordentlicher Qualität, sorgfältig zubereitet und akkurat gewürzt – war nach unserem Geschmack die sehr üppige und suppige Haptik des gesamten Drumherums nicht ganz optimal, weil das die Hauptprodukte in gewisser Weise verschluckte. Vor allem die vielen mit der Jus vermengten Tapiokaperlen, deren gallertige Masse zusammen mit der Topinamburcreme für einen recht diffusen Hintergrund verantwortlich war, hätte man nach unserer Auffassung besser weggelassen. Doch abgesehen von dieser kleinen Unstimmigkeit war auch das ein sehr schmackhaftes Gericht auf überdurchschnittlichem Niveau.

Überhaupt hatte man zuletzt den Eindruck, mit lediglich etwas mehr Klarheit und Transparenz könnten hier spielend viele Gerichte noch weiter optimiert werden. Beim Hauptgang, in dessen Mittelpunkt eine schöne gebratene Steinbutt-Tranche stand, war das Zusammenspiel aus den naturgemäß recht breiten Kürbis-Komponenten (weich gegarte ausgestochene Kugeln und Püree) und dem fruchtig-säuerlichen Kohl grundsätzlich ein stimmiges und schmackhaftes Match – für den Fisch, der statt dem in der Karte annoncierten Parmesanschaum sicherlich nicht weniger stimmig von einer auffällig guten Krustentier-Schaumsauce getragen wurde, war das allerdings schon grenzwertig massiv. Zudem stachen sich Kürbiscreme und Krustentiersauce in diesem kompakt arrangierten Ensemble nicht nur farblich gegenseitig aus und vermengten sich zu einer etwas diffusen Melange. Das war natürlich trotzdem alles wohlschmeckend, aber etwas besser freigestellt hätten Fisch und vor allem Sauce doch noch heller strahlen können.

Jede Komponente kam dann schließlich wieder auf dem Teller des Desserts optimal zur Geltung, wo Kürbiskernöl-Parfait, Zwetschensorbet, Zwetschgenkompott, Pistazienpüree und cremiger sowie crumbeliger Bisquit auch in ihrer Beschaffenheit überzeugten. Und zwar nicht nur jede Komponente für sich, sondern auch im Zusammenspiel. Da war dann die in der letzten Testsaison erstmals vergebene 6-Pfannen-Bewertung wieder klar und deutlich zu erkennen.

Um das harmonische Zusammenspiel der Speisen mit Weinen aus der mit deutschen, französischen und italienischen Gewächsen meist namhafter größerer Erzeuger gut bestückten Weinkarte muss man sich auch nicht sorgen, denn mit Jérôme Pourchère steht dem Service ein erfahrener Maître vor, der im Zweifelsfall gute Empfehlungen geben kann.

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