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Fotos: le Marron

le Marron

im Park Hotel Ahrensburg by Centro
Lübecker Str. 10a
22926 Ahrensburg
04102-230400

aktualisiert: 12 / 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
Mittags
Abends
Mo-Sa 12-14.30 Uhr u. ab 18 Uhr, So 12-14.30 Uhr, kein Ruhetag
Hauptgerichte: 22-32 €,Menüs: 39-79 €

Das À la carte-Restaurant im Parkhotel Ahrensburg, das in einem großzügigen, dem eigentlichen Hotelgebäude vorgelagerten Wintergarten-Anbau residiert und unverstellten Ausblick auf das gegenüberliegende Wasserschloss bietet, macht sich schon seit einigen Jahren mit einer Küche einen Namen, die deutlich über die Ambitionen eines normalen Hotelrestaurants hinausgeht. Klar gibt’s auch hier beispielsweise einfache „Quicklunch“-Gerichte, die zur Mittagszeit als DIN A4-Blatt auf einem Klemmbrett offeriert werden. Und auch die normale Speisekarte listet mit Dingen wie Wiener Schnitzel oder „Holsteiner Grünkohl“ mit Kasseler, Holsteiner Rauchwurst, Schweinebacke und süßen Kartoffeln bodenständige Hausmannskost. Daneben gibt es aber auch ambitioniertere Sachen, die unter anderem im fünfgängigen „Le Marron“-Menü zusammengefasst werden.

Diese Gerichte überzeugen durch ordentliche Produkte und natürliche Zubereitung. Und das Team könnte da sogar mit relativ einfachen Mitteln auch noch mehr herausholen. Etwa durch optimalere Proportionierungen! So wie beispielsweise bei der Vorspeise um „Dorade & Grapefruit“, bei der das schön frische und qualitativ durchaus überzeugende, allerdings sehr klein gewürfelte und im Verhältnis zu den anderen Komponenten wie Estragoncreme, knusprige Brocken Vanillebrioche, Muskatkürbis und Passionsfrucht-Vinaigrette schlicht unterrepräsentierte Tatar von der Dorade etwas unterging.

Überzeugend geriet auch die cremige, aber eben nicht dickflüssig-plumpe Suppe von Marone und Apfel, bei der die immer schnell zur Breitseite neigende Esskastanie durch die feine Frucht und Säure des Apfels angenehm zugespitzt und aufgelockert wurde. Hätten hier die grob geschnetzelten Jakobsmuschelstücke eine noch etwas bessere Qualität gehabt und wären die wenigen Trüffelscheiben on top nicht durch ein ziemlich penetrantes Fremdaroma auffällig geworden – es hätte sogar noch überzeugender sein können.

Hier und da ist auch bloß ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl gefragt, etwa wenn der goldbraun colorierte Heilbutt schon etwas übergart auf seinem Bett aus Schwarzwurzeln, Wermutschaum und einem mit Cranberrys interessant säuerlich gestaltetem Romanescopüree thront. Nicht nur von guter Qualität, sondern auch punktgenau gebraten kam der Rücken vom Stormarner Hirsch als klassisch-gediegenes Wildbret daher: nämlich mit (wenig!) Rosenkohl und (viel!) Selleriepüree, denen ein Schnitz Birne und eine in Punsch geschmorte Schalotte etwas Frische und Süße angedeihen ließen. In diesem Fall hätte man lediglich wieder mit optimaleren Proportionen noch optimieren können, denn auch die schön natürliche und ausgewogene Jus war Beweis genug, dass hier grundsätzlich seriös gearbeitet wird und es letztlich nur ein bisschen am Feinschliff hapert.

In diesem Sinne trübte etwa beim winterlichen Nachtisch um Marzipan und Zimt, Lebkuchen, Blutorange und Walnuss die etwas uncharmant zähe „Ganache“ auf einer festcremigen Schnitte ein klein wenig den ansonsten sehr soliden Gesamteindruck. Doch solche Kleinigkeiten ändern an unserer Empfehlung des Le Marron ebenso wenig wie der seltsam indisponierte Kellner, der scheinbar nichts Ungewöhnliches daran fand, gleich an mehreren Tischen mit Funktelefon und Gesprächspartner am Ohr die Teller auszuheben.  



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