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| Täglich ab 12 Uhr durchgehend, kein Ruhetag |
| Hauptgerichte: 19-45 €, Menüs: bis 69 € |
Wer im Hochsauerland auf der Suche nach einem verlässlichen Lokal mit qualitativ guter, bodenständiger Küche ist, kann im Erdgeschoss des 4-Sterne-Hotels Störmann fündig werden: in mehreren unterschiedlich gestalteten Bereichen des gediegenen gutbürgerlichen Restaurants wird eine breit gefächerte, aber nicht zu umfangreiche Auswahl an traditionellen Gerichten à la carte geboten. Und in den gepflegten ländlichen Räumen kann man sich schnell wohlfühlen.
Die Küche kommt ohne Gourmet-Attitüde daher und muss - das Restaurant Störmann ist ein täglich mittags und abends geöffnetes Hotelrestaurant - ein möglichst breites Publikum ansprechen. Es sind überwiegend regionalbetonte, aber im Falle von Rindercarpaccio, Matjesfilets oder Wiener Schnitzel natürlich auch mal internationale Gerichte in zünftigen Portionen, die mitunter locker auch für Zwei reichen würden. Die meisten sind qualitativ und handwerklich so solide, dass die Küche eine Erwähnung in unserem Guide verdient, aber auch so wenig raffiniert, dass sie bislang keine Pfannen-Auszeichnung hat.
Doch manchmal ist man ja auch gar nicht auf der Suche nach großartiger Verfeinerung, sondern einfach nach schmackhaftem bodenständigem Essen zu moderaten Preisen. Die große Chance, mit ganz einfachen Mitteln durch etwas elementar Bodenständiges wie Brot in bemerkenswerter Qualität zu punkten, wurde zuletzt leider liegengelassen: zu Tomatenfrischkäse und Butter legen lediglich einige Scheiben von aufgebackenen Frühstücksbrötchen im Brotkorb.
Die Erwartungen an grundsolide Hausmannskost leisteten aber mild eingelegte Matjesfilets mit ziemlich deftigem Topping aus rohen roten Zwiebeln und Frühlingslauch nebst Schmandcreme mit Apfelspalten und säuerlich mariniertem Rote-Bete-Salat. Genau wie eine üppig cremige Rahmsuppe aus Schwarzwurzeln, in der herzhafter geräucherter Rehschinken als Einlage mitgeliefert wurde.
Man bekommt hier noch so etwas wie eine richtige hausmannsköstliche Rinderroulade in reichlich schmorwürziger Sauce, die mit Rahmwirsing und Petersilienkartoffeln zum Besten gegeben wird, aber auch gebratenes Filet vom Nordsee-Kabeljau mit Zuckerschoten und Risotto auf Rieslingschaum. Das Steckenpferd der Küche sind aber in jedem Fall kraftvolle rustikale Fleischgerichte, wie auch das zart mürbe geschmorte Ragout vom Sauerländer Rothirsch in dichter, dunkler, mit Champignons angereicherter Schmorsauce. Kombiniert mit Rotkraut, das nach unserem Geschmack als Kontrast zu dieser breiten Sauce ruhig etwas mehr Säure und Fruchtigkeit hätte haben können, sowie recht langen, durchgepressten Spätzle, die außerhalb von Baden-Württemberg als solche durchgehen konnten, ein schmackhaftes, natürliches Gericht.
Mit natürlichem Geschmack konnte schließlich auch die homogen festcremige Himbeer-Panna-Cotta punkten, die zusammen mit einer relativ kompakten Brownie-Schnitte und Sauerrahmeis als Tagesdessert der Menüempfehlung zur Disposition stand. Und obgleich zu vielen der bodenständigen Traditionsgerichte gut ein kühles Bier passt, gibt es auch eine sehr ordentliche und völlig ausreichende bunte internationale Weinauswahl – wie auch alles andere moderat kalkuliert.
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